weather-image
24°
Kreisliga-Zwischenbilanz, Teil 1 / Der Favoriten-Check

Sascha Weiner und Co. jagen Germania Hagen

Fußball. Draußen ist es bitterkalt, aber beim Blick auf die Kreisliga-Tabelle wird Hagens Coach Dirk Sölla warm ums Herz. Nach 15 Spieltagen stehen die noch ungeschlagenen Germanen mit 41 Punkten auf Platz eins – knapp vor dem TSV Bisperode (40 Pkt.). Wenn die Sölla-Elf nach der bevorstehenden Winterpause an die starke Hinserie anknüpfen kann, ist der Weg in die Bezirksliga frei. Den möglichen Aufstieg würde Coach Dirk Sölla zwar „gerne mitnehmen“. Das Wort Meisterschaft nimmt er aber nicht in den Mund, „weil in der Rückrunde noch sehr viel passieren kann“. Der Verein, der ohne Ausfälle seiner Leistungsträger über die Runden kommt, „wird am Ende ganz oben stehen“, ist sich Sölla sicher. Der Trainerfuchs setzt vor allem auf seine „Viererbande“ mit Torhüter Niklas Frye, Abwehrchef Hauke Martensen, Mittelfeld-Motor Nils Lippert und den bislang 15-fachen Torschützen Nico von Stietencron.

veröffentlicht am 01.12.2010 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

270_008_4414494_270_008_4414487_sp144_0212_5sp.jpg

Autor:

Andreas Rosslanund Klaus Frye

Ein ganz starkes Spiel der Hinserie lieferte der Vizemeister der vergangenen Saison ausgerechnet mit einem 3:1-Sieg beim VfB Eimbeckhausen ab. Das ärgerte VfB-Trainer Michael Wehmann besonders, denn ausgerechnet er hatte die Hagener zum Saisonstart noch als „Truppe der Jammerlappen“ bezeichnet. Harter Tobak, den sein Kollege Sölla überhaupt nicht nachvollziehen kann. Der Germanen-Coach ist mit seinem Team im Soll: „Wir haben auch die Abgänge von Krause und Bozok bestens verkraftet.“ Stimmt. Ein Beleg dafür ist die Herbstmeisterschaft …

Auch Bisperodes Coach Markus Schwarz ist mit dem bisherigen Saisonverlauf „total zufrieden“. Auf die Frage, wer Meister wird, antwortet er selbstbewusst: „Wir!“ Seine Mannschaft um Top-Torjäger Sascha Weiner (18 Tore) ist laut Schwarz trotz des kleinen Kaders reif für den Titel. Doch auch beim TSV war trotz der positiven Bilanz (13 Siege, ein Remis, eine Niederlage) in der Hinrunde nicht alles Gold was glänzt. Insbesondere an die 2:4-Heimpleite gegen den Tabellenführer Hagen erinnert sich Schwarz nur ungern, „weil wir nach einer 2:0-Führung den schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben haben“. Der TSV-Coach, der Silvester seinen 45. Geburtstag feiert, geht davon aus, dass sich Hagen und Bisperode bis zum Schluss ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel liefern werden. „Wir werden uns in der Winterpause noch verstärken, weil uns Peter Kaminski voraussichtlich die komplette Rückrunde aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung steht“, kündigt Schwarz eine Neuverpflichtung an. Auf seiner Wunschliste soll angeblich der Name Fabian Kowalski ganz oben stehen, der bereits im Sommer in Bisperode im Gespräch war, dann aber zum Bezirksligisten TSV Klein Berkel wechselte. Der Bisperoder Spieler der Hinrunde ist der linke Verteidiger Mathias Stenke, der sich laut Schwarz „toll entwickelt hat“. Gleiches gilt auch für Thomas Hänel, der als Innenverteidiger eine starke Saison spielt.

Auch Eimbeckhausens Spielertrainer Michael Wehmann will im Titelkampf noch ein Wörtchen mitreden: „Wir haben zwar neun Punkte Rückstand auf den ersten Platz, aber die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben“, sagt der Torjäger (11 Saisontreffer), der mit dem VfB mindestens Zweiter werden will. „Bisperode ist mein Favorit. Aber in der Rückrunde werden die Karten noch einmal neu gemischt.“ Keinen Hehl macht Wehmann daraus, dass ihm die drei Niederlagen gegen Hagen (1:3), Bis-perode (1:2) und Afferde (1:5) schwer im Magen liegen. Doch insgesamt stellt er seiner Elf ein gutes Zeugnis aus. Vor allem Sascha Flemes und Aaron Köhler hätten sich als echte Verstärkungen erwiesen. Auch der Ex-Nettelreder Stefan Schwanz (acht Treffer) habe seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. „Er hat aber noch Luft nach oben“, so Wehmann. Fest steht, dass Nico Stempinski den Verein Richtung Eldagsen verlassen wird. Dafür wechselt Kay Weddecke (TuSpo Bad Münder) nach Eimbeckhausen. Weitere Winter-Transfers sind laut Wehmann nicht geplant: „Unser Kader ist gut aufgestellt.“

Hinter den Erwartungen zurück blieb bisher der von Thomas Fenske gecoachte SV Lachem, der beim Kreisliga-TÜV der Dewezet-Sportredaktion noch als heißer Titelkandidat gehandelt wurde. Doch als Siebter dümpelt die Fenske-Elf zurzeit im Niemandsland der Tabelle herum. Erst meldeten sich Cihan Teke, Kemil Teke, Murat Özcan und Erhan Yalcin ab, dann kam auch noch das Verletzungspech hinzu. Insbesondere die beiden Langzeitverletzten Marco Blana und Latif Kiki wurden schmerzlich vermisst. „Wir hatten die Seuche. Weil wir immer eine andere Mannschaft auf dem Platz hatten, konnten wir uns nicht einspielen“, sagt Feske, der mit der Zwischenbilanz aufgrund der Verletztenmisere nicht unzufrieden ist. „Klar, war mehr möglich, aber wir sind im Soll.“ Lediglich die Heimpleite gegen Hastenbeck wurmt den Coach immer noch: „Da waren wir grottenschlecht und haben verdient verloren.“ Es gab aber auch Lichtblicke. Dazu zählt Fenske auch die unglückliche Niederlage gegen Hagen: „Wenn wir die drei Punkte geholt hätten, wären wir jetzt Vierter.“ Für die Rückrunde hat sich Fenske viel vorgenommen: „Wir wollen die Favoriten ärgern und noch einige Plätze gutmachen.“ Sein Saisonziel: mindestens Platz vier. „Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass kein Spieler den Verein verlassen wird“, so Fenske. Mit Mehdi Dragusha und Nils Conrad (beide Preußen Hameln 07) sowie Patrick Wenger (TuS Rohden) stehen schon drei Neuzugänge fest. Doch erst in der Winterpause kommt das Transferkarussell erst richtig in Schwung …

So jubelt ein Top-Torjäger: Sascha Weiner (TSV Bisperode) ist heiß auf den Titel in der Kreisliga Hameln-Pyr-

mont.

Foto: privat

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare