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Debüt schon heute gegen Pattensen?

Olé – wir sind die „Spanier“ aus der Preußen-WG

Fußball. Olé, das sind Andy Caballero Añazco (21), Nourdine Camara (21) und David Verón Báez (20) – die drei Spanier aus der Preußen-WG. Nun ja, Spanier stimmt nicht ganz, denn eigentlich kommen Añazco und Báez aus Paraguay und Camara stammt von der Elfenbeinküste. Doch zuletzt war die Iberische Halbinsel ihre sportliche Heimat, spielte das Trio dort bei verschiedenen Vereinen im Raum von Barcelona. Das ist jetzt aber Geschichte, denn nun gelten sie beim Landesligisten Preußen Hameln als große Hoffnungsträger.

veröffentlicht am 13.08.2010 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:21 Uhr

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Bislang allerdings im Wartestand, denn was fehlt, ist die Freigabe des spanischen Fußballverbandes. Trifft sie allerdings noch rechtzeitig ein, werden Añazco und Co. heute (16 Uhr) im ersten Heimspiel gegen den TSV Pattensen auch ihr Debüt im 07-Trikot geben. „Die Chancen stehen 50:50“, weiß Trainer Rolf Schünemann, wie langsam die Mühlen gerade bei ausländischen Verbänden mahlen.

Doch irgendwann wird es so weit sein, und dann könnte das Mittelfeld-Trio schlagartig für mehr Spielkultur bei den Preußen sorgen. „Alle sind perfekte Fußballer, die jederzeit auch in der 4. oder 5. Liga spielen könnten“, stellt der Coach seinen Schützlingen ein gutes Zeugnis aus. Hameln soll indes für die drei „Spanier“ nur eine Durchgangsstation auf dem Weg für höhere Aufgaben sein. Damit das auch klappt, müssen sich Añazco, Camara und Báez aber erst in der Landesliga profilieren. Den Weg nach Hameln fanden sie über Jan-Philipp Toa, der in der Saison 2001/2002 schon einmal das Preußen-Trikot getragen hat und sich jetzt als Spielervermittler eine Existenz aufbauen will. Er lernte Nourdine Camara in Marokko kennen und erfuhr, dass er sich und auch weitere junge Spieler aus dem Raum Barcelona gerne verändern möchten. Und da die Preußen im DFB- und NFV-net verzweifelt Spieler suchten, um ihre Mannschaft landesligatauglich zu machen, leitete Toa den Wechsel nach Deutschland auch zügig ein.

Zunächst wohnten die drei Talente bei Trainer Schünemann in Bad Pyrmont, doch mittlerweile logieren sie in der „Fußball-WG“ im Preußen-Heim an der Ohsener Straße, bekommen dort kostenlos Essen und Logis.

„Gehalt und finanzielle Zuwendungen gibt es für sie aber nicht, sie bekommen nur die übliche Punkteprämie“, stellt Vereinschef Roman von Alvensleben klar. Er hofft natürlich, dass der finanziell auf dem Zahnfleisch gehende Traditionsklub durch das baldige Mitwirken der spielstarken Mittelfeld-Akteure sportlich schnell in sicheres Fahrwasser kommt.

„Dann würden wir vielleicht neue Sponsoren gewinnen, ohne die wir nicht überleben könnten“, orakelt der leidgeprüfte 07-Vorsitzende. Obwohl die drei neuen Preußen nur spanisch bzw. französisch sprechen, haben sie sich bestens in die Mannschaft, die zum Schmelztiegel zahlreicher Nationen geworden ist, integriert. Nourdine Camara zog es schon früh von der Elfenbeinküste nach Europa. Er kickte bei einem Vorortverein von Barcelona in der Jugend und bei den Junioren und wurde auch schon bei den Herren eingesetzt. Seine Markenzeichen sind seine Rastalocken, die er neben seiner Ehefrau ganz toll findet. „Ich hoffe, dass ich mich schnell in Deutschland heimisch fühle.“

David Verón Báez stammt aus Paraguay. Sein großes Vorbild ist der für Madrid spielende Brasilianer Kaka. Auch er spielt schon seit seiner frühesten Kindheit Fußball, wechselte ebenfalls im Juniorenalter in die katalanische Metropole und spielte zuletzt in einer Amateur-Elf in Castall De Fe. Auch er möchte hier schnell Fuß fassen. Die Wiege von Andy Caballero Añazco stand ebenfalls in Paraguay. Auch er versuchte sein Glück in Spanien, doch reizte ihn auch der italienische Fußball. So absolvierte er ein Probetraining bei Sampdoria Genua, kehrte jedoch anschließend auf die iberische Halbinsel zurück. Sein großes Vorbild ist Roberto Carlos, der 14 Jahre das Nationaltrikot Brasiliens trug und 2002 mit seinem Team Weltmeister wurde.

„Nachdem ich ein Jahr pausiert habe, will ich jetzt wieder angreifen“, so sein Credo. „Ich hoffe, dass ich heute spielen und die Preußen zum ersten Saisonsieg führen kann.“

Dreierpack aus Spanien: Andy Caballero Añazco, Nourdine Mahamadou Camara und David Verón Báez (v.l.) sind die neuen Hoffnungsträger beim Landesligisten Preußen Hameln 07.

Foto: rhs



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