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Fußball: Preusse Özkan Ünsal kommt, sieht und trifft / 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Afferde

Mit Wut im Bauch zum Pokalhelden

HAMELN-PYRMONT. Aus dem Nichts zum Pokalhelden.Und das alles in nur vier Minuten. Özkan Ünsal erlebte den absolut verrücktesten Moment in seiner langen Fußball-Karriere.

veröffentlicht am 05.06.2017 um 12:22 Uhr

Matchwinner: Pokalheld Özkan Ünsal beim Jubellauf. Foto: nls
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Erst schmorte der 30-Jährige eine halbe Ewigkeit auf der Preussen-Bank und war schon geladen wie eine Starkstromleitung. Als er dann in der 79. Minute endlich im Pokalfinale gegen Eintracht Afferde aufs Feld durfte, explodierte er förmlich schon gleich bei seinem ersten Ballkontakt und rettete die Hamelner mit seinem fulminanten Schuss (83.) zum 1:1 ins Elfmeterschießen. Und weil Fortuna es an diesem denkwürdigen Tag so wollte, verwandelte der Mittelfeldspieler dann auch noch den finalen Strafstoß zum 6:5-Endstand. Für ihn ein Traum.

„So etwas passiert, wenn man mit einer großen Portion Wut im Bauch auf dem Platz kommt“, versuchte Özkan Ünsal seinen großen Auftritt zu erklären. Denn eigentlich hatte er als dienstältester Preusse und Ex-Kapitän fest damit gerechnet, auch in der Anfangsformation zu stehen. Doch das Schicksal in Form von Trainer Marcel Pöhler hatte zunächst eine andere Idee. In diesem Fall dann sogar die richtige, denn sein „Joker“ stach. Mehr geht nun einmal nicht.

Ünsal sorgte so noch für ein kaum für möglich gehaltenes spätes Highlight in der niveauarmen Begegnung. Zuvor war den Hamelnern spielerisch rein gar nichts eingefallen, außer den Ball immer nach altenglischer Art lang nach vorne zu schlagen und auch Meister Eintracht Afferde hatte außer dem glücklichen Kopfball-Treffer (66.) von Kapitän Kai Schwark fußballerisch diesmal nur ein spärliches Repertoire im Angebot.

So richtig auf ihre Kosten kamen die rund 900 Zuschauer am Hastenbecker Reuteranger, die zuvor wenigstens das schöne Wetter genießen konnten, dann erst im fälligen Elfmeterschießen. Und das begann gleich mit einem Knaller. Ausgerechnet Schwark avancierte hier zum Pechvogel, denn er scheiterte am glänzend parierenden Frederick Quindt im 07-Kasten. Der Anfang vom Ende für Afferde.

Das Tor zum ersten Pokaltriumph seit 2001 stand damit schon früh für die Hamelner offen, nur durchgehen mussten sie eben noch. Und diese Aufgabe lösten Daniel Schütten, David Engelbrecht, Fabio Mercia, Niclas-Max Meyer und Ünsal dann gegen den chancenlosen Afferder Torhüter Pascal Friedrich mit Bravour. Die noch verwandelten Elfmeter von Jannis Helmsen Timo Guschewski, Jörn Heinzelmann und Julian Koch konnten letztlich nichts mehr am Pokal-Triumph des FC Preussen ändern.

Dass der nach der knapp verpassten Meisterschaft dann ausgelassen gefeiert wurde, versteht sich eigentlich von selbst. Im Mittelpunkt natürlich der überglückliche Pokalheld Ünsal: „Mich freut es als alter Preusse, endlich den ersten Pokalsieg errungen zu haben. Und ich freue mich vor allem auch für die Mannschaft, die nie aufgeben hat“.

Information

Eintracht Afferde – FC Preussen Hameln 5:6 (1:1) nach Elfmeterschießen.


Afferde: Friedrich, Marco Koch, Helmsen, Lange, Guschewski, Harland, Thiemer (59. Vetter), Heinzelmann, Schwark, Lochwitz (83. Julian Koch), Galimski.
FC Preussen: Quindt, Meyer, Schneider (32. Engelbrecht), Schütten, Remmert, Magerkurth, Latowski, Thomas Starostin (79. Ünsal), Kabak, Wyrwoll, Akkuc (46. Mercia).
Tore: 1:0 Kai Schwark (66.), 1:1 Özkan Ünsal (83.).
Elfmeterschießen: Quindt pariert gegen Schwark, Helmsen, Guschewski, Heinzelmann und Julian Koch treffen für Afferde. Schütten, Engelbrecht, Mercia, Meyer und Ünsal für Hameln.
Zuschauer: Rund 900 in Hastenbeck .
Schiedsrichter: Felix Bollwitte – Assistenten: Torben Struckmeier, Nils Ossenkopp.

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