weather-image
16°

Wenn Vertragsverhandlung in Pyrmont platzen sollte, „werde ich wohl zur TSG Emmerthal wechseln“

Mehr Frust als Lust: Steve Diener denkt an Abschied

Was wird aus Steve Diener? Bleibt Pyrmonts Mittelfeld-Motor bei der Spielvereinigung oder verkündet der 31-Jährige nach dem Saisonende seinen Abschied? Angeblich buhlt Emmerthals Coach Roddy Quartey, der auf der Suche nach einem torgefährlichen Mittelfeldspieler ist und Diener (bisher neun Saisontreffer für Pyrmont) aus gemeinsamen Halvestorfer Zeiten noch sehr gut kennt, um Diener. Sein Name soll jedenfalls ganz oben auf Quarteys Wunschliste stehen.

veröffentlicht am 04.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:06 Uhr

270_008_5447120_sp111_0305_4sp.jpg
aro

Autor

Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Im Gegensatz zur Spielvereinigung: Dort gilt der Ex-Oberliga-Kicker von Preußen 07 als Auslaufmodell, weil er mit 31 angeblich zu alt ist. Schon im Winter hatte Diener das Gefühl, dass man ihn loswerden will. Damals war er von seiner Topform meilenweit entfernt, wie er heute selbst zugibt. Nach der Geburt seines inzwischen neun Monate alten Sohnes Robin hatte er einige Kilos zu viel auf den Rippen. „Da musste ich mir einige Sprüche anhören.“ Auch seine Kumpels machten Witze über das „ein bisschen zu eng sitzende Trikot“, denn der stolze Vater ließ sich nicht nur das Essen schmecken, sondern für seinen Sohnemann auch das eine oder andere Training sausen. Und das machte sich auf der Waage bemerkbar. Weil Diener zwischenzeitlich offenbar etwas zu trainingsfaul war und mit 31 Jahren nicht mehr der Jüngste ist, stand er ganz oben auf der Streichliste, wie hinter vorgehaltener Hand oft zu hören war. Eine Vertragsverlängerung war eigentlich kein Thema mehr, denn Pyrmonts neuer Trainer Philipp Gasde, der im Sommer Reinhard „Gento“ Loges ablöst, soll der SpVgg. eine Verjüngungskur verordnen. Es laufen zwar Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung, aber Diener denkt auch über einen Abschied nach. Dreimal Training pro Woche sind ihm neben Job und Familie eigentlich zu viel. Zumal die SpVgg. ja nur in der Bezirksliga spielt.

Aber die Klubbosse haben mit dem Traditionsklub, der sein Graue-Maus-Image endlich loswerden will, ehrgeizige Ziele: Statt im Niemandsland der Tabelle herumzudümpeln, werden mit Gasde als Trainer zwei Aufstiege in den nächsten drei Jahren angepeilt. Das hört sich zwar gut an. Aber die Frage ist nur, mit welcher Mannschaft?

Neuzugänge sind noch nicht in Sicht. Pyrmont ist zwar an den Issa-Brüdern Kodor und Yousof von United dran. Doch fix ist noch nix. Und auch was den aktuellen Kader betrifft, gibt es noch viele Fragezeichen: Stefan und Sebastian Schmidt, Christopher Loges, Nils Nehrig und Daniele Luggeri, der zuletzt oft nicht mehr zum Bezirksliga-Kader gehörte, werden wohl verlängern, wie zu hören ist. Auch Lukasz Skorski soll bleiben. Der Pole hat aber auch das Interesse anderer Klubs geweckt. Gleiches gilt für die Heetel-Brüder, Gerrit Pape, Moritz Lott und Danny Loges (er wurde nach Dewezet-Informationen übrigens von Pyrmonts Noch-Coach Reinhard Loges für eine Woche suspendiert, weil er nach der 0:2-Pleite in Rinteln den Trainer für die Auswechslung von Kapitän Sebastian Schmidt etwas zu heftig kritisierte). Doch einige dieser Spieler zögern offenbar noch mit ihrem Ja-Wort. Ein offenes Geheimnis ist auch, dass Yannick Pape mit einer Rückkehr nach Lügde liebäugelt. Und auch Torben Rihn, der bei Rot-Weiß Thal als Neuzugang im Gespräch ist, hegt Abschiedsgedanken. Gleiches gilt übrigens auch für Steve Diener: „Ich werde mich in den nächsten Tagen entscheiden, was ich in der neuen Saison mache.“

Denn auch Emmerthal buhlt um ihn. TSG-Coach Roddy Quartey, der mit dem Kreisligisten entweder noch diese oder nächste Saison den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen will, ist auf der Suche nach möglichen Neuzugängen: Diener ist einer davon.

Wenn eine Vertragsverlängerung in Pyrmont platzen sollte, „werde ich wohl nach Emmerthal wechseln. Danach sieht es momentan jedenfalls aus“, sagt der 31-Jährige, der mit der SpVgg. jetzt erst einmal die Bezirksliga-Saison zu Ende spielen will. Die Zwischenbilanz der Rot-Weißen ist dürftig: 12 Siege, 5 Remis und 8 Niederlagen. Mit mageren 41 Punkten auf dem Konto hechelt die Loges-Elf, die vor Saisonbeginn für viele „Experten“ aufgrund des Kaders der Titelfavorit Nummer eins war, als Tabellen-Siebter weit hinter den eigenen Erwartungen hinterher: „Bei uns ist irgendwie der Wurm drin.“

Nach der völlig verkorksten Hinrunde wurde es nicht besser, sondern noch schlimmer. Das hätte selbst Diener nicht gedacht: „Schon seit Dezember spielen wir im Grunde nur noch um die goldene Ananas.“ Und nach dem Bezirkspokal-Aus in Eilvese „ist bei uns wohl endgültig die Luft raus“, befürchtet Diener, denn für die SpVgg. geht es eigentlich um nichts mehr. Dass die Pyrmonter aktuell 23 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Holzminden (64 Punkte) haben, ist für einen Titelfavoriten „echt peinlich“.

Das Pyrmonter Problem: Es stehen oft elf richtig gute Fußballer auf dem Platz, aber keine Mannschaft. Nicht nur die körperliche Fitness fehlt, auch der Teamgeist und der absolute Siegeswille. Das sieht auch Diener so: „Statt die Fehler eines Mitspielers auszubügeln, machen wir uns gegenseitig Vorwürfe.“ Die Folge: mehr Frust als Lust. Dass auch die Kritik an Trainer Reinhard Loges immer lauter wird, kann Diener verstehen, weil die Ergebnisse einfach nicht stimmen. Der vom Vereinsvorstand angekündigte Trainerwechsel sei für ihn nach dem verpassten Saisonziel nachvollziehbar und richtig, „aber die Art und Weise, wie das mit Gento abgelaufen ist, geht gar nicht.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?