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Kramer wartet auf seine Spielerlaubnis / Sportgericht erklärt Tünderns Einspruch für nicht zulässig

Lukas versteht die Fußball-Welt nicht mehr

Lukas Kramer versteht die Welt nicht mehr. Eigentlich möchte der 19-jährige Stürmer mit seinem Kumpels von Blau-Weiß Tündern „einfach nur Fußball spielen“. Das darf er aber zurzeit nicht. Warum, weiß er selbst nicht. Seit einer gefühlten Ewigkeit wartet der junge Fußballer auf seine Spielerlaubnis. Bisher vergeblich. „Ich weiß nicht, warum das so lange dauert. Das ist für mich ein Rätsel.“

veröffentlicht am 22.09.2012 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:03 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Seine Fußball-Karriere liegt zurzeit auf Eis, weil sich der komplizierte Fall Lukas Kramer hinzieht wie Kaugummi.

Rückblick: Beim 1:0-Heimsieg von Tünderns Reserve am 1. Kreisliga- Spieltag gegen Aerzen war Lukas Kramer der Siegtorschütze. Damals war für ihn die Fußball-Welt noch in Ordnung, wenige Tage später nicht mehr. Weil er angeblich nicht spielberechtigt war, wurden Tünderns Reserve die drei Punkte wieder abgezogen und stattdessen dem MTSV Aerzen gutgeschrieben. Die Partie wurde statt mit 1:0 mit 0:5 gewertet. Und das bleibt auch so.

Der Fall wird zu den Akten gelegt. Endgültig. Und ungelöst. Zwischen dem Klub auf der einen Seite und dem Fußball-Verband auf der anderen Seite gab es unterschiedliche Auffassungen, ob Lukas Kramer beim Saisonstart spielberechtigt war oder nicht. Diese Frage wird im Rahmen eines Sportgerichtsverfahrens nicht mehr geklärt. Das steht fest.

Der Grund: Tünderns Rechtsanwalt hatte zwar im Namen des Vereins fristgerecht Einspruch gegen den Verwaltungsentscheid eingelegt, aber an falscher Stelle – wie sich hinterher herausstellte. Zuständig ist in solchen Fällen das Sportgericht des Kreisfußball-Verbandes, dessen Vorsitzender Reinhard Feyer ist, und nicht der Spielausschuss-Vorsitzende Hans-Jürgen Hartmann. Als Tünderns Vize-Vereinschef Manfred Lentge der Fehler auffiel, war es bereits zu spät. Die 7-Tage-Frist war bereits verstrichen. Die Folge: Der zu spät eingelegte Rechtsbehelf wurde vonseiten des zuständigen Sportgerichtes vor wenigen Tagen als unzulässig zurückgewiesen. Für Lentge ist die Sache damit erledigt: „Das war ganz klar mein Fehler, wir werden von Vereinsseite jetzt nichts mehr unternehmen.“ Für ihn geht es schon längst nicht mehr darum, dass Tündern trotz des 1:0-Sieges gegen Aerzen die drei Punkte verloren hat. „Das interessiert mich nicht mehr. Viel wichtiger ist, dass Lukas endlich wieder kicken darf.“ Wann das sein wird, ist allerdings noch völlig offen. „Wir haben für ihn eine neue Spielgenehmigung beantragt, damit er so schnell wie möglich wieder spielen kann“, sagt Tünderns zweiter Vorsitzender. Das könne aber noch einige Tage dauern, vielleicht sogar einige Wochen. Nicht gut zu sprechen ist Lentge zurzeit auf den Spielausschuss-Vorsitzenden Hans-Jürgen Hartmann. Der hätte seiner Meinung nach das Schreiben innerhalb des Kreisfußball-Verbandes unbürokratisch ans Sportgericht weitergeleiten können – tat es aber nicht. Ein schlechtes Gewissen hat Hartmann übrigens nicht. Wieso auch? Er habe alles richtig gemacht und sich nichts vorzuwerfen.

Es bleibt die Frage offen, warum Lukas Kramer vergangene Saison für Tünderns A-Junioren spielberechtigt war, aber nach der Sommerpause für die zweite Herrenmannchaft nicht. „Eine Aufklärung ist in diesem Fall wohl nicht erwünscht“, vermutet Lentge, der sich als Vereinsvertreter vonseiten des Kreisfußball-Verbandes im Stich gelassen fühlt: „Leider wurde bis heute nicht versucht, uns zu helfen, damit Lukas endlich wieder spielen darf.“

Kramer selbst ist frustriert: „Keine Ahnung, was ich falsch gemacht haben soll. Ich habe mein ganzes Leben für Tündern gespielt. Auch als ich ein Jahr in den USA war, hatte ich mich nicht vom Verein abgemeldet. Mein Spielerpass war die ganze Zeit hier. “



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