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SG Hameln 74 verballert im Pokalfinale zu viele Chancen und unterliegt Alfeld mit 0:1

Laumanns eiskalte Dusche

Hameln. Auch die Bäume in Hameln wachsen nicht in den Fußball-Himmel – selbst, wenn es regnet. Stattdessen fühlten sich Kapitän Josef Selensky und seine Teamkollegen von der SG 74 im wahrsten Sinne des Wortes wie begossene Pudel. Enttäuscht, ratlos und vor allem mit schwerem Herzen standen die Akteure des Landesliga-Aufsteigers auf dem aufgeweichten Rasen und mussten mit ansehen, wie die SV Alfeld überglücklich und völlig losgelöst den Bezirkspokal in die Höhe reckte. Dass es dann beim Sieger hinterher in der Kabine noch so richtig krachte, versteht sich von selbst.

veröffentlicht am 30.06.2014 um 08:25 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

Roland Giehr

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Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

0:1 im Finale verloren – und keiner im Team von Trainer Paul Bicknell wusste eigentlich so richtig, warum. Dabei sollte dies doch ihr großer Tag werden. Nach der Meisterschaft war der Gewinn des Bezirkspokals und damit das Double eigentlich fest eingeplant, denn die Vorzeichen waren optimal. Doch die SG Hameln 74 machte rein gar nichts aus ihrer vermeintlichen Favoritenrolle beim „Heimspiel“ im Weserberglandstadion und bekam kurz vor dem Ende in der 89. Minute noch die bittere Quittung für ihre mangelhafte Chancenauswertung.

„So ist eben Fußball. Leider. Wer so viele gute Möglichkeiten auslässt, wird dafür bestraft“, kommentierte Hamelns Manager Thomas Thimm die Schlüsselszene der vom Niveau ansonsten eher durchschnittlichen Partie. Nach einer unübersichtlichen Situation im Hamelner Strafraum hatte Alfelds Torjäger Jan Laumann am schnellsten geschaltet und den Ball geistesgegenwärtig über die Linie gestochert.

Dass er im kollektiven Jubeltaumel von seinen Mannschaftskollegen fast erdrückt wurde, war ihm völlig egal. Auch die fällige Gelbe Karte von Schiedsrichter Gordon Eckert, die ihm sein im Überschwang der Gefühle ausgezogenes Trikot noch einbrachte. Eine späte eiskalte Dusche für die SG Hameln 74, die auch die rund 350 im Vorfeld erwartungsfrohen Zuschauer auf der Tribüne schockte. Dabei hätte es eigentlich ganz anders laufen müssen. Nur wenige Minuten vorher vergab Flamur Dragusha (83.) die große Chance zur Hamelner Führung. Er scheiterte mit einem Kopfball aus Nahdistanz am glänzend parierenden Alfelder Torhüter Michael Menge. Der 47-jährige Routinier rettete zudem zweimal (4./80.) gegen den ansonsten blassen SG-Torjäger Robin Tegtmeyer und ließ sich auch nicht von Marc-Robin Schumachers (17.) überwinden. Dem enorm bemühten Egcon Musliji und auch Josef Selensky fehlten bei ihren Versuchen im Abschluss ebenfalls nur wenige Zentimeter auf dem Weg ins Glück. Außer beim Siegtor tauchte die SV Alfeld eigentlich nur zweimal gefährlich vor dem Hamelner Tor auf. Doch Laumann (34.) und Kapitän Hilmar Teschner (56.) fanden in Frederick Quindt ihren Meister. Unter dem Strich zählte im Finale aber nur die reine Effektivität – der Totalausfall der sonstigen Hamelner Tormaschine kam da eindeutig zum falschen Zeitpunkt. Trotz der unglücklichen Niederlage müssen „Pauls Panther“ aber nicht die Köpfe hängen lassen. Sie haben eine überragende Saison gespielt und den Kreis Hameln-Pyrmont würdig im Bezirk Hannover vertreten.

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Chance vertan: Marc-Robin Schumachers scheitert am Alfelder Torhüter Michael Menge. nls


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