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Frank Storck zieht eine Pyrmont-Bilanz der besonderen Art: „15 Trainer in 24 Jahren sind genug“

Kultbetreuer „Storcki“ macht den Abflug

Fußball (kf). Er ging, wie er kam – ohne viel Wirbel und ohne große Worte. Bei der Spielvereinigung Bad Pyrmont verabschiedete sich zum Saisonende mit Frank Storck auch ein Stück Vereinsgeschichte. Nach 24 Jahren ist für Kultbetreuer „Storcki“ an der Südstraße Feierabend: „Und zwar endgültig.“

veröffentlicht am 12.06.2012 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:21 Uhr

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Im Sommer 1988 holte ihn der damalige Vorsitzende Dieter Engelke ins Boot. Dieter Hergert war der erste Trainer in Bad Pyrmont, mit dem der neue Mannschaftsbetreuer zusammenarbeiten musste. „Das lief von Beginn an hervorragend. Schließlich sind wir gleich in die Bezirksklasse aufgestiegen“, erinnert sich der inzwischen 48-Jährige gern zurück. Der Trainerwechsel von Hergert zu Werner Brachmann war für „Storcki“ noch ein Normalfall. Doch in den Jahren danach gaben sich die Trainer in der Kurstadt oft die Klinke in die Hand. „Die Bundesliga konnte in der Zeit nicht mehr bieten“, lacht er heute noch über das ständige Wechselspiel der Übungsleiter. Am Ende waren es 15 Fußball-Experten, die auf dem Schleudersitz an der Südstraße die heikle „Mission Spielvereinigung“ in Angriff nahmen. Frank Storck überlebte sie alle und konnte sie nach kurzer Denkpause sogar noch aufzählen. Allein für die Reihenfolge wollte er keine Gewähr übernehmen.

„Ob Klaus Kipke, Jürgen Sikora, Michael Tegtmeyer, Peter Schneider, Gerd Eisberg oder Günter Hauschild, zu jedem Trainer fällt mir heute noch eine Geschichte ein,“ schmunzelt Frank Storck. „Über meine Zeit als Betreuer bei der Spielvereinigung könnte ich ein Buch schreiben.“ Peter Schneider ist „Storcki“ besonders in Erinnerung geblieben. „Der rauchte beim Spiel wie ein Schlot. Wenn er an der Seitenlinie stand, musste die gar nicht mehr abgekreidet werden. Dafür reichte die Asche seiner Kippen.“

Aber auch seine Betreuerjahre unter Dirk Sölla, Ulrich Tölle, Paul Bicknell, Michael Wollitz, Andreas Loges oder zuletzt mit Reinhard Loges hakt der „graue Wolf“ nicht einfach ab. „Es hat fast immer Spaß gemacht, vor allem unter Dirk Sölla“, sagt der Kultbetreuer, dem auch viele Spielernamen immer wieder mal durch den Kopf schwirren: „Typen aller Schattierungen. Egal, ob Pflegefälle oder Pflegeleichte.“ Positiv sind ihm vor allem Namen wie Oliver Henze, Dirk Aschmuteit oder Roland Giehr im Gedächtnis geblieben.

Spiele verpasst hat „der Mann mit dem Medizinkoffer“ in den zurückliegenden 24 Jahren nur ganz wenige. „Dienstlich verhindert oder krank“ – andere Ausreden gab es für den gelernten Maler und Lackierer nicht. Und der hatte rund um das Spiel alles im Griff. Für die Spieler galt deshalb auch nur „Einsteigen, aussteigen, umziehen, spielen und möglichst gewinnen“.

Selbst bei den jährlichen Abschlussfahrten lief nichts ohne „Storcki“. Sogar als Dirk Sölla die Fahrt mal in den Winter verlegt hatte. In Österreich hat er das Skilaufen zwar nicht mehr gelernt, aber sich immerhin mit viel Mut und zitternden Knien auf die Bretter gewagt.

Ein 25-jähriges Jubiläum als Kultbetreuer bei der Spielvereinigung wird es für Frank Storck nicht mehr geben. „In der letzten Saison lief hier einiges nicht mehr richtig rund. Die frühzeitige Bekanntgabe der Trennung von Trainer Reinhard Loges hat mir nicht gefallen. Und mich hat auch niemand gefragt, ob ich weitermachen will.“ Die Entscheidung sei ihm zwar nicht leichtgefallen, „jetzt aber nicht mehr zu ändern“. Doch ein Wochenende so ganz ohne Fußball kann sich „Storcki“ nur schwer vorstellen. Vielleicht hat Hagens Trainer Dirk Sölla ja schon mal bei ihm angerufen...

Überraschender Abgang beim Bezirksligisten Spiel- vereinigung Bad Pyrmont – für Kultbetreuer Frank „Storcki“ Storck ist zum Saisonende an der Südstraße endgültig Schluss.

Foto: pox



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