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Fairplay-Liga im Kinderfußball: Werner Jorns zieht positive Zwischenbilanz

Kritik ist fast verstummt

Tore, Punkte, Tabellen, Titel. Darum geht’s doch im Fußball. Oder etwa nicht? Generell ja. Allerdings mit einer Ausnahme: Die jüngsten Kicker messen sich nicht im Punktspielbetrieb, sondern in der Fairplay-Liga. Und das bedeutet: Bei ihnen stehen nicht Sieg und Niederlage, sondern der Spaß am Fußball im Mittelpunkt.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 16:34 Uhr

Im September hatten die Kinder beim Fairplay-Spielfest in Emmerthal sichtlich Spaß am Fußball. Foto: hek

Autor:

Henner E. Kerl
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Wie jede Reform, so stieß auch die Einführung der Fairplay-Liga nicht nur auf positive Resonanz. „Inzwischen ist aber kaum noch Kritik zu hören“, sagt der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses, Werner Jorns. In der dritten Saison bereits spielen die G- und die F-Junioren in der Fairplay-Liga und somit weder um Pokale und Meisterschaften. Während die F-Junioren ihren regelmäßigen Spielbetrieb (ohne Veröffentlichung von Ergebnissen und Tabellen) haben, treffen sich die Bambinis nur zu Spielfesten. „Nahezu in allen Fußballkreisen sind die Erfahrungen rundum positiv“, berichtet Jorns, kritisiert aber zugleich, dass es immer noch Vereine gibt, die schlecht über die Fairplay-Liga informiert sind. „Und das, obwohl wir zigtausend Info-Broschüren verteilt haben und etliche Schulungen und Aktionen durchgeführt haben.“ Bestes Beispiel dafür sei der Fairplay-Tag mit dem Spielfest im September in Emmerthal gewesen.

Nicht allein aufgeschreckt und zum Handeln gezwungen durch die zunehmenden Zuschauer-Ausschreitungen bei Spielen im Juniorenbereich, sondern auch auf Empfehlung von Sportwissenschaftlern hat der Deutsche Fußball Bund (DFB) seine Regeln geändert und stufenweise die Fairplay-Liga als kindgerechtes Spielsystem eingeführt. 2007 wurden in Aachen erstmals Tabellen, Ergebnisse und Schiedsrichter bei den fünf- bis siebenjährigen Mädchen und Jungen abgeschafft. Nach dem Motto „Gebt Kindern den Fußball zurück“ folgte nach positiven Erfahrungen mit dem neuen Spielsystem ab 2013 stufenweise die Einführung in den Landesverbänden. Seit 2016 ist die Fairplay-Liga auch in Niedersachsen in den Ausschreibungen für den Spielbetrieb fest verankert und damit für jeden Verein bindend.

„Im Kinderfußball geht es einzig und allein darum, Kindern im spielerischen Miteinander Spaß am Sport und der Bewegung zu vermitteln“, macht Friedel Husmann, Staffelleiter der F-Junioren, deutlich. Bestrebungen aus der Erwachsenenwelt nach unbedingtem Sieg und die damit verbundenen Probleme seien in diesen Altersklassen fehl am Platz. „Das müssen unsere Vereine allen Trainern, Eltern und Fans deutlich machen und sie für die wirkliche Aufgabe des Kinderfußballs sensibilisieren“, so Jorns.

Werner Jorns, Vorsitzender der NFV-Kreisjugendausschusses
  • Werner Jorns, Vorsitzender der NFV-Kreisjugendausschusses

Um den kindgerechten Fußball zu fördern, wird in der Fairplay-Liga der mögliche Einfluss der Zuschauer, vor allem der Eltern, ganz krass reduziert. So müssen die Mütter und Väter mindestens 15 Meter weg vom Spielfeld stehen. Zudem entscheiden die Kinder auf dem Spielfeld selbst und spielen nach den unveränderten Regeln (Tor, Toraus, Foul, Handspiel, Eckball etc.) ohne Schiedsrichter. Kommen sie dabei allein nicht zurecht, treffen die Trainer der beiden Mannschaften in ihren Coachingzonen gemeinsam die Entscheidungen. Während des Spiels geben sie ihrem Team die nötigsten Anweisungen. Sie sollen dabei Ruhe bewahren, Fairness praktizieren und so den Kindern Vorbilder sein. Wenn das alles praktiziert wird, wird laut Jugendfußball-Chef Werner Jorns jeder die Fairplay-Liga als „Herzensangelegenheit für alle sehen, die Kinder und Fußball verstehen“.



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