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Nach Rücktritt von Trainer Ralf Fehrmann gibt René Hau sein Debüt gegen Ambergau

„Keinen Zugriff mehr gehabt“

HALVESTORF. Wer alles mit der SSG Halvestorf gewonnen hat, was er konnte, der weiß auch genau, wann er nur noch verlieren kann. Und nun war es nach vier deprimierenden Pleiten in Serie soweit – Zeit für die Notbremse bei Trainer Ralf Fehrmann.

veröffentlicht am 03.04.2017 um 15:38 Uhr
aktualisiert am 03.04.2017 um 18:20 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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„Ich wollte gegen Germania Hagen noch eine mögliche Trotzreaktion abwarten. Aber die kam nicht. Danach war dann für mich klar: Feierabend“, beschreibt der 53-Jährige seine letzten 90 Minuten auf der SSG-Bank.

Kurz nach der 0:4-Niederlage nahm er dann seinen Hut und übergab damit quasi schon vorzeitig an René Hau. Der Abwehrspieler sollte Fehrmann eigentlich erst im Sommer ablösen, nun wird er schon am Dienstag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen die SG Ambergau ins kalte Wasser geworfen. Ein Himmelfahrtskommando für den Trainer-Neuling. Wer feiert schon gerne sein Debüt mittendrin im Abstiegskampf? Und ob Hau in diesen sportlich überaus unsicheren Zeiten schnell den Zugriff zur Mannschaft bekommt, den Fehrmann zuletzt bitter vermisste, muss sich erst noch zeigen. „Ich hatte das Gefühl, keinen mehr zu erreichen und auf dem Platz hat fast jeder gemacht, was er wollte. Das guckt sich kein Trainer lange mit an“, monierte der einstige Drittliga-Kapitän von Preußen 07.

„Vielleicht hat in der letzten Zeit einfach die Chemie nicht mehr so gestimmt“, vermutet SSG-Spartenleiter Burkhard Büchler. Er selbst bedauert die plötzliche Demission des immer noch erfolgreichsten Halvestorfer Trainers aller Zeiten. „Ich habe immer gerne mit ihm zusammengearbeitet“, stellt er fest. Und obwohl Ralf Fehrmann nun erst einmal Abstand gewinnen will und auch muss, möchte er die unlängst beschlossene Beraterfunktion beim Umsetzen des neuen Vereinskonzepts ab Sommer auch weiterhin übernehmen. „Der Vorstand weiß Bescheid, dass ich gerne helfe“, sagt Fehrmann und hofft, dass seine nun ehemaligen Schützlinge auch wissen, was die Stunde in der Fußball-Bezirksliga geschlagen hat. „Ich bin weg, es gibt kein Alibi mehr. Jetzt zählt nur noch der Charakter einer Mannschaft“, blickt er den kommenden Begegnungen gespannt entgegen. Und er weiß auch: In denen muss einiges passieren, sonst feiert die SSG Halvestorf im Sommer als möglicher Bezirksliga-Absteiger ein sehr trauriges 75-jähriges Vereinsjubiläum. „Das will bei uns natürlich keiner. Aber ich bin sicher, dass es noch reichen wird, denn das Potenzial ist in der Mannschaft einfach vorhanden. Wir müssen jetzt nur den Hebel umlegen“, ist Burkhard Büchler nicht ohne Zuversicht.

Sonntag noch Spieler, jetzt Trainer: René Hau (hinten) Foto: nls
  • Sonntag noch Spieler, jetzt Trainer: René Hau (hinten) Foto: nls

Wer allerdings 19 Gegentore in vier Spielen bekommt, der muss sich schon hinterfragen, ob die Defensive auch mit dem nötigen Ernst bei der Sache ist. Kann aber auch sein, dass nun ein „Hau-Ruck“ durch das Team geht. Das hofft auch Fehrmann: „Halvestorf darf nicht absteigen“.
Weiter spielen: Bevern – SV Lachem (Di., 19.30 Uhr), Hagen – SC Harsum (Mi., 19.30 Uhr), TSV Bisperode – SV Alfeld (Mi., 20.30 Uhr)

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