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Bezirksligameister erstreitet das Aufstiegsrecht / Erfolg in 2. Instanz erkämpft / Riesengroße Freude

Jubel beim FC Eldagsen nach Sportgerichtsurteil

„Wir hatten die Hoffnung fast aufgegeben – aber man soll sie nach gestern Nacht einfach nie, nie aufgeben. Ich bin überwältigt, eine riesengroße Freude macht sich bei mir breit.“ Karl-Heinz Westenfeld, Vorsitzender des FC Eldagsen, konnte es einfach nicht fassen, als der Landwirt auf seinem Traktor auf dem Felde aus der Kanzlei in Hannover das Urteil des Verbandssportgerichts gehört hatte.

veröffentlicht am 02.07.2011 um 00:05 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

Fußball (gö). „Wir hatten die Hoffnung fast aufgegeben – aber man soll sie nach gestern Nacht einfach nie, nie aufgeben. Ich bin überwältigt, eine riesengroße Freude macht sich bei mir breit.“ Karl-Heinz Westenfeld, Vorsitzender des FC Eldagsen, konnte es einfach nicht fassen, als der Landwirt auf seinem Traktor auf dem Felde aus der Kanzlei in Hannover das Urteil des Verbandssportgerichts gehört hatte.

Der Urteilsspruch des Verbandssportgerichts lautete: „Der Berufung des FC Eldagsen wird stattgegeben.“ Dr. Angelika Bode aus der Rechtsanwaltssozietät Prof. Dr. Uwe Barthen, Hannover, betonte gegenüber dieser Zeitung, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.  „Definitiv kann ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu äußern, weil uns das Urteil mit Begründung erst in den nächsten Tagen schriftlich vorliegen wird“, so Bode.

Seitens des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) waren gestern keinerlei Informationen zu bekommen, und ebenso war der Vorsitzende des Verbandssportgerichts, Johannes Budde, telefonisch nicht erreichbar.

Wie der Vorsitzende des Bezirksspielausschusses, Thorsten Schuschel, zum Ausdruck brachte, werde sich der Bezirk Hannover erst entscheiden, wenn die Urteilsbegründung schriftlich vorliegt.

Sollte es zu einer Revision in 3. Instanz beim Obersten Verbandssportgericht des NFV kommen, ist kaum damit zu rechnen, dass dem Urteil in 2. Instanz widersprochen wird. Hier hatte das Verbandssportgericht eindeutig festgestellt und für Recht auf den Beschwerdeführer FC Eldagsen erkannt, dass es nicht am FC Eldagsen gelegen war, in der abgelaufenen Saison 2010/2011 keine eigenständige Jugendmannschaft gemeldet zu haben.

Fakt ist, dass Eldagsen eine C-Juniorenmannschaft gemeldet hatte, doch kam es nach Abschluss der Meldefrist zu keinem Spielbetrieb in jener Staffel, in die Eldagsen eingereiht war, weil andere Vereine ihre Teams zurückgezogen hatten.

Diesem Tatbestand verweigerte sich das Bezirkssportgericht und folgte den bestehenden Paragrafen und wies den Einspruch des FC Eldagsen gegen die Nicht-Zulassung zur Landesliga zum Spieljahr 2011/2012 zurück.

Kommt es zu keiner Revision des Bezirkssportgerichts oder würde bei einer Revision vor dem Obersten Verbandssportgericht weiterhin für Eldagsen auf Recht erkannt, würden die Schwarz-Gelben im kommenden Spieljahr in der Landesliga spielen und das, obwohl der Verein die im Anhang 3, Paragraf 18, Absatz 1 der Spielordnung des Niedersächsischen Fußball-Verbandes geforderten Bedingungen nach Auffassung des Bezirksspielausschusses nicht erfüllt.

Unter Punkt 1 heißt es, dass nur Mannschaften in die Landesliga aufsteigen dürfen, die entweder eine zweite Herrenmannschaft und eine Mannschaft bei den A- bis C-Junioren haben oder zwei 11er-Juniorenteams – und zwar im abgelaufenen sowie im neuen Spieljahr.

August-Wilhelm Winsmann (Heinsen), Bezirksvorsitzender des Bezirks Hannover und zugleich Vizepräsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes betonte, dass der Vorsitzende des Verbandssportgerichts, Johannes Budde, ihn gestern Morgen per Mail in Kenntnis gesetzt hat.

Da heißt es unter anderem: „Das Verbandssportgericht hat gestern Abend der Berufung des FC Eldagsen stattgegeben. Nach Ansicht des Verbandssportgerichts konnte der Verein einen Verbrauchsschutz in Richtung Einrichtung einer C-Junioren-Staffel geltend machen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Rechtsmittel der Revision beim Obersten Verbandssportgericht wird zugelassen. Das Urteil kommt schriftlich in den nächsten Tagen per Mail. Das Rechtsmittel der Revision durch den Bezirksvorstand wird zugelassen.“

Wie Winsmann ausführte, sei es grundsätzlich nicht möglich, nach einem Rechtsspruch in 2. Instanz die zweite Revision anzustrengen.

Im Fall Eldagsen sei eine Revision in 2. Instanz möglich, weil „eine grundsätzliche Bedeutung“ diesem Urteil unterliegt.

„Ob wir davon Gebrauch machen werden, entscheidet der Bezirksvorstand. Ich werde meine Vorstandskollegen dazu abfragen, und dann werden wir entscheiden“, so Winsmann. „Ich gönne dem FC Eldagsen sportlich den Aufstieg in die Landesliga. Es wurde ein Fehler vom Kreisfußballverband Hannover-Land gemacht, der sehr bedauerlich ist“, so der Bezirks-Boss.



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