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In Hessisch Oldendorf läuft seit zwei Jahren erfolgreich das Projekt 2011 / Disziplin ist gefragt

Integration – bei Rot-Weiß klappt’s

Hameln-Pyrmont. Integration im Sport – ein Thema, dass die Fußballer der Region schon seit Jahren beschäftigt. Durchaus gelungen ist sie beim 1991 gegründeten SV Rot-Weiß Hessisch Oldendorf. In drei Herrenmannschaften tragen hier inzwischen Fußballer zahlreicher Nationalitäten das rot-weiße Trikot.

veröffentlicht am 20.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Klar, dass auch die unterschiedlichsten Charaktere und Temperamente in den Mannschaften mitspielen. „Da kochen die Emotionen schon mal hoch“, weiß Gürsel Sümer, der Vorsitzende des Fußballvereins. Der hat mit seinen Vorstandskollegen deshalb schon vor zwei Jahren das Projekt 2011 ins Leben gerufen. „Mit klaren Ansagen, da stehen vor allem Disziplin und Kameradschaft im Vordergrund“, ist für Gürsel Sümer enorm wichtig. Der muss in seinen Mannschaften immerhin Türken, Deutsche, Albaner, Polen, Syrer und Tunesier integrieren. „Da gibt es natürlich auch mal Kandidaten, denen wir erst mal die Regeln aufzeigen müssen“, ist sich Sümer bewusst. „Wir haben auch mal einen Spieler für sechs Monate vereinsintern gesperrt“, erinnert sich der Vereinschef, für den bei Rot-Weiß nicht nur der Fußball, sondern auch die soziale Komponente wichtig ist. „Da nutzen wir auch schon mal unsere Kontakte, um dem einen oder anderen Spieler einen Job zu vermitteln.“

Ganz ohne Vorurteile rollt der Fußball bei den Rot-Weißen aber immer noch nicht. „Da kochen auf einigen Sportplätzen im Kreis durchaus mal die Emotionen hoch, wenn gegen uns gespielt wird“, erinnert sich Sümer, der deshalb gern nach oben blickt: „In der Bundesliga spielen schließlich auch Fußballer aus zahlreichen Nationalitäten. Da geht es, warum also nicht auch bei uns im Kreis?“ Für Sümer ist das kein Problem: „Schließlich leben wir hier teilweise seit Generationen zusammen, viele unserer Spieler sind in Deutschland groß geworden. Doch das kommt manchmal noch nicht so richtig an.“ Ähnlich wie bei Rot-Weiß ist die Situation beim SV Lachem gelagert. Trainer Muhammet Sen weiß, dass sich während des Spiels seine Spieler immer wieder mal derbe Sprüche anhören müssen; „Die sind nach dem Schlusspfiff vergessen.“ Unmöglich findet Sen jedoch, wenn „auch nach dem Spiel gepöbelt wird“.

Erinnern Sie sich noch an Türk Gücü und Fatih Hameln, Hellas, Bosna, Türk Gücü oder United Bad Pyrmont? Kurze Zeit strahlten die Sterne dieser Klubs am heimischen Fußballhimmel. Die Spieler kehrten nach der Auflösung ihrer Vereine dem Fußball aber keinesfalls den Rücken. Im Gegenteil, sie fanden bei anderen Klubs wie Preußen 07, Eintracht oder SG 74 in Hameln, in Thal, Löwensen oder bei der SpVgg. Bad Pyrmont eine neue sportliche Heimat.

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M. Sen

So ist Integration auch für den Kreisfußballverband ein wichtiges Thema, wie der Vorsitzende Andreas Wittrock bestätigte: „Menschen, die zusammenleben, sollten auch beim Fußball problemlos miteinander umgehen.“ Zum Thema „Integration durch Sport“ laden der Kreisfußballverband und der Integrationsbeauftragte Dr. Feyzullah Gökdemir am Mittwoch (18 Uhr) zu einer Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten des Kreises Hameln-Pyrmont ins Schiller-Gymnasium ein.



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