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Sven Brostedt tritt als Frauentrainer beim ESV Hameln zurück

„Ich gehe nicht im Zorn“

Hameln. Die Signale stehen auf Rot – Ende einer spektakulären Achterbahnfahrt. Über zweieinhalb Jahre hatte Trainer Sven Brostedt Hamelns Eisenbahner-Frauen mit großer Motivation, viel Geschick, Glück – aber eben auch ein bisschen Pech durch die Höhen und Tiefen des Bezirksfußballs manövriert. Nun ist der Dampf raus, der Lokführer zog nach dem 1:1 in Holzhausen die Notbremse und macht Feierabend. Ein Paukenschlag aus dem Nichts, denn damit hatte nun wirklich keiner bei Eintracht Hameln gerechnet. Nicht die Mannschaft – und auch nicht Spartenleiter Vedad Ilgay. „Wir sind alle völlig geschockt und wissen noch nicht, wie es weiter geht. Einen Nachfolger haben wir natürlich noch nicht präsent“, will er nun in einer Teambesprechung am Dienstag Struktur in die prekäre Lage bringen. Fakt ist nur: Frauenfußball-Ikone Claudia Bubat wird es nicht machen, denn ihr Job lässt keinen großen Spielraum für eine Trainertätigkeit zu: „Mal aushelfen kann ich vielleicht, mehr ist aber nicht drin.“

veröffentlicht am 29.09.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Brostedt selber trug sich allerdings schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, einen Schlussstrich zu ziehen. „Ich hatte immer mehr das Gefühl, nichts mehr bewegen zu können. Es herrschte irgendwie Stillstand. Und wenn es einmal so weit ist, muss ein Trainer seine Konsequenzen ziehen“, gibt der 43-Jährige Einblicke in seine Gemütsverfassung. Verantwortung übernehmen, heißt das im Klartext.

Und das tat der scheidende Coach schon nach der seinerzeit nicht minder plötzlichen Demission von seinem Vorgänger Markus Mende in der Saison 2012/13. Wohl gemerkt als Newcomer im Frauenfußball, denn zuvor hatte er nur Herrenteams betreut. Zwar konnte Sven Brostedt damals den Abstieg aus der Landesliga nicht mehr verhindern, schaffte aber als Bezirksliga-Meister die sofortige Rückkehr. Doch die 5. Liga erwies sich für den ESV wieder einmal als eine Nummer zu groß und es folgte der erneute Abstieg. „Das Potenzial, nun in der Bezirksliga wieder oben mitzuspielen, ist eigentlich vorhanden, nur abrufen tut das die Mannschaft nicht“, rätselt Brostedt. Deshalb hat er sich auch selbst kritisch hinterfragt und sich zum Rücktritt entschlossen. „Ich gehe aber nicht im Zorn, dafür habe ich einfach zu viele schöne Momente erlebt“, hofft der 43-jährige Ex-Torhüter nun, dass sein Nachfolger mehr bewegen kann.



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