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Personalprobleme und keine Perspektive: Darum zog Trainer Klotz in Hemeringen die Reißleine

„Ich brauche jetzt eine neue Herausforderung“

Fußball. Ende der Kontinuität. Sechs Jahre hatte er als Trainer beim VfB Hemeringen alle Höhen und Tiefen erlebt. Schöne, aber auch harte und zermürbende Jahre, die Thilo Klotz viel Nerven und Kraft gekostet haben. Nun ist der Dampf raus und der Meister der Improvisation hat fertig. „Es ging einfach nicht mehr“, begründet er seinen nur auf den ersten Blick überraschenden Rücktritt (wir berichteten) beim letztjährigen Kreisligavierten. Denn für Klotz war dies keine Kurzschlusshandlung, die aus dem 1:6-Debakel beim VfB Eimbeckhausen resultierte. „Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken befasst, dass meine Zeit in Hemeringen abläuft. Nun ist es eben so weit. Auch wenn mir diese Entscheidung gewiss nicht leichtgefallen ist“, klärt der scheidende Trainer auf.

veröffentlicht am 09.08.2011 um 17:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:55 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Zwar hatte sich der 45-Jährige vor seiner siebten Saison beim VfB noch einmal voll motiviert und auch den Weggang von Eugen Fabrizius, der eigentlichen Hemeringer „Lebensversicherung“, schon verkraftet, doch dann waren sie plötzlich wieder da: Die ständigen Personalprobleme und damit auch die altbekannten Nackenschläge. Gift für jeden ehrgeizigen Trainer. Natürlich auch für Thilo Klotz, der alles wollte, nur nicht wieder selbst die Stiefel in der Kreisliga schnüren. „Ich habe einfach keine Lust mehr, mich lächerlich zu machen“, wettert er.

Nicht nur, dass außer Fabrizius mit Johannes Aprojanz (Studium in Göttingen), Ivan Pede (Job in Berlin) und Routinier Michael Bartsch (Karriereende) weitere Eckpfeiler der Mannschaft wegbrachen, ab September verabschiedet sich nun auch noch Jorge Kammer (Polizeidienst) nach Bremen. Verletzungen einiger Akteure taten ein Übriges und ließen die sportlichen Perspektiven beim VfB gegen null streben. „Der Verein hat es leider versäumt, adäquaten Ersatz zu finden“, bemängelt Klotz mit Blick auf seinen Minikader. „Ich hatte fünf Mann im Training, und das war während der Woche schon 100 Prozent“, gibt der 45-Jährige Einblicke in seine Arbeit. Doch das ist jetzt Geschichte, nun soll sich in absehbarer Zeit alles ändern, „Ich brauche jetzt eine neue Herausforderung. Ich will mich weiterentwickeln und auch noch einiges erreichen“, hat der ehemalige VfB-Coach schon Zukunftspläne. Trotz aller noch frischen Emotionen will Klotz so schnell wie möglich einen Haken hinter das Thema VfB Hemeringen machen. Immerhin seit den 90er Jahren hatte er hier zunächst als Spieler und später als Trainer seine Spuren hinterlassen. Beim Kreisligisten hat derweil die Suche nach einem Nachfolger begonnen, doch der Trainermarkt ist so früh in der Saison nicht gerade reichhaltig bestückt. Das wird sicherlich nicht einfach für die VfB-Verantwortlichen.

„Wir haben die Situation nach zwei Niederlagen noch nicht so dramatisch gesehen. Für uns kam der Rücktritt von Thilo Klotz deshalb überraschend. Nun werden wir erst einmal mögliche Kandidaten sondieren“, ließ Spartenleiter Peter Reese auf Anfrage durchblicken. Durchaus möglich, dass am kommenden Sonntag (15 Uhr) im Nachbarduell gegen Lachem zunächst eine vereinsinterne Lösung gefunden wird.

Trainer Thilo Klotz sah nach sechs Jahren beim Fußball-Kreisligisten VfB Hemeringen keine sportliche Perspektive mehr und trat von seinem Amt zurück.

Foto: nls



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