weather-image
22°
×

SG-Kapitän Josef Selensky steht zu seiner Kritik an Supercup-Schiedsrichter Alexander Lukic

„Ich bereue nichts!“

Hameln. Eigentlich ist Josef Selensky als fairer und sympathischer Sportsmann bekannt, aber bei der Siegerehrung des 8. Dewezet-Supercups hat der Kapitän der SG Hameln 74 mit seinem Robert-Hoyzer-Spruch Schiedsrichter Alexander Lukic eine verbale Ohrfeige verpasst, die dem Unparteiischen sichtlich wehgetan an.

veröffentlicht am 27.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

aro

Autor

Sportreporter zur Autorenseite

Das merkte man Lukic bei der Siegerehrung und hinterher in der Kabine auch an, denn den Vergleich mit dem in den Wettskandal verwickelten Skandal-Schiedsrichter empfand er nicht nur als Kritik an seiner Leistung, sondern als persönliche Beleidigung. Zu der Äußerung hatte sich Selensky aus Frust über die 4:5-Finalpleite gegen den TSV Bisperode hinreißen lassen, weil er sich und sein Team durch einige „krasse Fehlentscheidungen, die uns den Sieg gekostet haben“, klar benachteiligt fühlte und sich maßlos darüber ärgerte. Vor allen über die Zeitstrafe, die er selbst kurz vor Schluss kassierte und die seiner Meinung nach „spielentscheidend war“.

Was war passiert? Bisperodes Daniel Krikunenko, der als Feldspieler das TSV-Tor hütete, und Selensky gingen beide im hohem Tempo zum Ball und prallten in der Ecke des Spielfeldes zusammen. Krikunenko war einen Schritt schneller als Selensky, der über Krikunenko stürzte und mit dem Gesicht fast gegen die Bande geknallt wäre. „Deshalb habe ich ja auch noch versucht, abzubremsen und mir die Hände vors Gesicht zu halten“, schildert Selensky aus seiner Sicht die Situation, die zu der Zeitstrafe führte. Für ihn war das ein ganz normaler Zweikampf, „aber nie und nimmer eine Zwei-Minuten-Strafe“, die er in der turbulenten Schlussminute absitzen musste. Und die fühlten sich für ihn wie eine Ewigkeit an. Als Selensky draußen war, erzielte Krikunenko 60 Sekunden vor Ende noch das 2:2 für Bisperode und rettete den TSV so ins Neunmeterschießen, das die SG 74 mit 4:5 verlor. Und darüber war Selensky „echt frustriert“, weil er das Gefühl hatte, „dass wir das Finale nicht verloren hätten, wenn wir vom Schiedsrichter nicht klar benachteiligt worden wären“.

Diese Kritik am Schiedsrichter wollte Selensky mit dem Spruch („Alles ist gut gelaufen, bis ein Robert Hoyzer kam“) bei der Siegerehrung zum Ausdruck bringen. „Das kam aus dem Bauch heraus. Ich hätte nicht gedacht, dass das für so viel Wirbel sorgt. Ich habe nach den Spiel nur meine Meinung gesagt und zu der stehe ich auch“, sagt Selensky. „Ich bereue nichts. Man muss als Spieler auch mal die Schiedsrichter kritisieren dürfen“, sagt Selensky, der den Supercup-Referee Alexander Lukic mit dem Hoyzer-Vergleich, der übrigens als Schiedsrichterbeleidigung gilt und eine rote Karte und eine Sperre nach sich ziehen kann, weder Bestechlichkeit noch absichtliche Spielmanipulation unterstellen wollte, wie er glaubhaft versichert. „Es tut mir leid, wenn das falsch verstanden worden ist. Es war auch nicht meine Absicht, den Schiedsrichter persönlich zu beleidigen. Wer mich kennt, der weiß, dass das nicht meine Art ist.“

Im Internet gibt es Videos und eine Bildergalerie zum Supercup auf www. dewezet.de



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige