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Überraschender Trainerrückzug beim TSV Klein Berkel

Harland froh: „Muss mich jetzt nicht mehr ärgern“

Fußball (kf). Aufstand beim TSV Klein Berkel! Die Spieler meuterten, und Trainer Dietmar Harland schmiss beim Bezirksligisten die Brocken hin. An den Hohen Linden gärte es schon seit Wochen, am Mittwoch kochte der Kessel endgültig über.

veröffentlicht am 18.02.2011 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

Die Spieler hatten den Weg zum Vorstand angetreten und einen neuen Trainer gefordert. Für den 2. Vorsitzenden Uwe Schwertfeger, der derzeit die Geschäfte beim TSV führt, eigentlich kein Grund, sich von Dietmar Harland zu trennen. Der zog nach einem Gespräch mit der Vereinsführung aber selbst die Konsequenzen. Er ging einem Machtkampf aus dem Weg und erklärte sofort seinen Rücktritt. Der ehemalige HSC-Spieler war zwar enttäuscht, letztlich aber auch froh: „Jetzt muss ich mich wenigstens nicht mehr ärgern.“ Die schnelle Entscheidung fällte Harland auch aus einem anderen Grund: „So kann der Verein schnell reagieren und einen neuen Trainer suchen.“

Fündig geworden ist der Vorstand noch nicht. Uwe Schwertfeger spricht von einer „verkniffenen Situation“. Für ihn und seine Vorstandskollegen ist es nicht leicht, bis zum Saisonende einen Nachfolger für Dietmar Harland auf die Trainerbank zu holen. Dafür hat er der Mannschaft deutlich gemacht: „Es gibt kein Alibi mehr. Jetzt müssen alle Spieler endlich mal richtig Gas geben.“

Dass die Chemie beim TSV Klein Berkel nicht stimmte, war schon beim Dewezet-Supercup zu spüren. Da brachte vor allem die 1:6-Pleite gegen WTW Wallensen den Übungsleiter in der Rattenfänger-Halle auf die Palme, zumal ihm seine Spieler nach der Partie auch noch eine falsche Aufstellung vorwarfen. „Die gleiche Mannschaft gewinnt vorher gegen Tündern und Halvestorf. Das war keine Frage der Aufstellung, sondern eine Frage der Einstellung“, kontert Harland. „Die ließen einige Spieler auch schon in der Hinserie der Bezirksliga-Saison das eine oder andere Mal vermissen.“ Der Auftritt beim Supercup war für den Ex-Trainer ein Spiegelbild der Hinserie in der Bezirksliga. „Gegen die Großen wie Tündern und Bad Pyrmont haben wir richtig Dampf gemacht, und gegen die Kleinen fehlte einfach zu oft die nötige Einstellung“, erinnert sich Harland nur ungern zurück. Jetzt macht er erst einmal Pause im Trainergeschäft. „Abstand gewinnen, und alles ein wenig sacken lassen“, sagte er nach seinem Rückzug.

Dass jetzt die Mannschaft nun besonders gefordert ist, hat auch Kapitän Sascha Herrmann erkannt: „Es hat nicht alles nur an Dietmar gelegen. Es gab zuletzt zwar einige Querelen, doch dabei war auch die Mannschaft keinesfalls unschuldig.“ Für den 25-jährigen Stürmer ist klar: „Jetzt liegt es an uns. Wir müssen zeigen, dass wir einen Hintern in der Hose haben.“

Die Enttäuschung ist ihm anzusehen – Dietmar Harland warf als Trainer beim Bezirksligisten TSV Klein Berkel das Handtuch.

Foto: nls



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