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Klotz-Nachfolger führt VfB Hemeringen schnell in sichere Gewässer / Halbzeit-Bilanz

Hamadi bangt um seinen Traumsturm

Warum ist beim Fußball-Kreisligisten Hemeringen eigentlich der 20. November 2011 dick und fett mit Rotstift im Kalender unterstrichen? Na, ist doch klar: Da gewann der VfB das erste Mal seit 14 Jahren wieder einmal gegen den Nachbarrivalen SV Lachem. Und das auch noch mit 2:1 in der Höhle des Löwen. Dieses Datum muss man sich doch einfach merken.

veröffentlicht am 14.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:49 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Der Feiertag in Lachem war gleichzeitig auch das absolute Highlight einer lebhaften Hinserie, die eigentlich erst mit dreiwöchiger Verspätung so richtig begonnen hatte. Nämlich, als Hassan Hamadi seinen Dienst an der Wahrendahler Straße antrat. Dort war damals Mitte August nach der plötzlichen Demission von Langzeit-Coach Thilo Klotz so ziemlich alles auf dem Nullpunkt. Keine Punkte, keine Stimmung – und keine richtige sportliche Perspektive. Auch der Abgang von VfB-Ikone Eugen Fabrizius nach Halvestorf war längst nicht verwunden.

Doch Glücksgriff Hamadi hatte schnell die Lösung parat und führte die Rot-Weißen mit sicherer Hand aus dem Tabellenkeller ans Tageslicht.

Mit dem 2:2 in Wallensen feierte er am 21. August 2011 ein gelungenes Debüt und hat heute als Elfter 25 Punkte angesammelt. Das Abstiegsgespenst ist längst verscheucht, und keiner zweifelt mehr daran, dass es auch in der nächsten Saison noch Kreisliga-Fußball in Hemeringen gibt. „Der eine oder andere Zähler mehr war noch drin, aber ich bin trotzdem mit der Entwicklung sehr zufrieden“, meint Hamadi. Und die ist für ihn längst nicht abgeschlossen. „Wir haben noch ein wenig Luft nach oben“, hat der Hamelner mit libanesischen Wurzeln einen einstelligen Tabellenplatz im Visier.

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  • Hassan Hamadi hat in Hemeringen schon viel bewegt. Foto: nls

Ist vielleicht auch machbar, wenn weiter alle an einem Strang ziehen und vor allem auch die Trainingsbeteiligung wieder besser wird. Denn daran hapert es fast schon traditionell in Hemeringen. Das war auch unter Klotz nicht anders.

„Wir haben Studenten, Soldaten und Polizisten. Die haben meistens nur am Wochenende Zeit“, erklärt Hamadi seine Misere. Taktische Dinge kann er so nur direkt vor dem Spiel vermitteln, verbunden mit der Hoffnung, dass sie dann auch umgesetzt werden. Vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag (15 Uhr) gegen den souveränen Tabellenführer SG Hameln 74 hat der VfB-Coach aber noch ganz andere Sorgen. Sein Kader ist arg reduziert, da Karsten Wieneke, Maik Bardehle und Michael Bartsch an langwierigen Verletzungen laborieren. Zu allem Übel droht auch noch Hamadis Traumsturm zu platzen. Jorge Kammer ist als Polizist oft am Wochenende im Einsatz und Mohamed Safwan wird aus Studiengründen nicht immer zur Verfügung stehen. Nur im Tor hat der VfB Hemeringen auf einmal keine Probleme mehr. Zu Artur Wesner hat sich im Winter Bastian Kuska gesellt. Der Neuzugang aus Tündern hat allerdings ein bisschen Pech: Er ist erst ab Montag spielberechtigt.



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