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Sportrichter Sasse: „Das hatte mit Fußball nichts zu tun“

Geldstrafen nach Schlägerei

Hameln-Pyrmont/ Schaumburg. Das Kreissportgericht hat nach der Schlägerei am 7. November bei dem Fußball-Kreisligaspiel der A-Junioren den beteiligten Vereinen eine Geldstrafe aufgebrummt: Der TSV Klein Berkel muss 500 Euro bezahlen, Eintracht Bückeberge 400 Euro. Außerdem sind die Punkte für beide Teams weg.

veröffentlicht am 16.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:52 Uhr

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Autor:

Uwe Kläfker

Hameln/Schaumburg. Erst gab es eine Schlägerei, dann wurde das Spiel abgebrochen: Der Eklat, der sich am 7. Spieltag der Fußball-Kreisliga der A-Junioren, Staffel 2, bei der Partie zwischen dem TSV Klein Berkel und dem TSV Eintracht Bückeberge ereignete, hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Kreissportgericht.

Das Gremium unter Vorsitz von Heinrich Sasse aus Rinteln verhängte in einer mündlichen Verhandlung Geldstrafen gegen die Vereine – unter anderem wegen verbandsschädigenden Verhaltens. Der TSV Klein Berkel muss 500 Euro bezahlen, die Bückeberger 400 Euro. Die Strafe für Klein Berkel ist dabei höher ausgefallen, weil die vorgeschriebenen Ordner nicht aufgeboten waren. Die Punkte sind für beide Teams weg. Spieler sind nicht bestraft worden.

Ob der TSV Klein Berkel das Urteil akzeptiert oder Einspruch dagegen einlegt, steht laut Vize-Vereinschef Martin Just noch nicht fest: „Wir hatten zumindest gehofft, dass wir die drei Punkte behalten. Die Tumulte gingen ja nicht von unserer Seite aus. Und als das Spiel abgebrochen wurde, stand es 2:0 für uns“, so Just.

Rückblick: Der Vorfall ereignete sich am 7. November. Schiedsrichter Ingo Schuermann hatte das Spiel in der 86. Minute – wie berichtet – wegen „einer Massenschlägerei“ abgebrochen. So ist es im Spielbericht vermerkt, der der Redaktion vorliegt. Da der Unparteiische in seinem Bericht keine Namen genannt hat, waren vor dem Sportgericht auch keine Spieler oder Funktionäre angeklagt. Zuschauer hätten minutenlang aufeinander eingeschlagen, hatte Schuermann vermerkt. Warum hat es der Schiedsrichter nicht geschafft, Täter zu identifizieren? Das sei die eigentliche Problematik des Verfahrens, erklärt Sportrichter Sasse. „Wir können nur jemanden verurteilen, gegen den vorher ein Verfahren eingeleitet wurde, auf das er sich vorbereiten kann“, sagt Sasse und fügt an, dass es eine Ausnahme gebe: „Wenn ein Anwesender sein Einverständnis gibt, mitverhandelt zu werden.“ Aber von den in der Verhandlung anwesenden Spielern hätte niemand als Täter identifiziert werden können. Der Schiedsrichter habe sein Verhalten mit dem großen Durcheinander erklärt, so Sasse. Ausgelöst haben soll die Tumulte ein Spieler des TSV Bückeberge, der einem Gegner nachgelaufen und anschließend in die Beine getreten haben soll. Ein weiterer Bückeberger soll einen Zuschauer des Gastgebers per Kung-Fu-Tritt niedergestreckt haben. Das soll auf einem Video zu sehen sein, das während der Verhandlung vorgeführt wurde. „Wir sind nach Ansicht der etwa sechsminütigen Video-Sequenzen zu der Ansicht gekommen, dass das Verhalten der Bückeberger aggressiver war“, sagt Sasse. „Das war heftig und hatte eher was mit Boxen zu tun, als mit Fußball. Zuschauer sind übereinander hergefallen.“ Nach den Vorfällen kursierten Gerüchte, dass beide Trainer in dem Getümmel mitgemischt hätten. „Das kann ich nicht bestätigen“, erklärt der Rintelner. Überhaupt hätten sich die beteiligten Vereine in der Verhandlung fair verhalten, so Sasse. Beide hätten zugestimmt, das Video in die Verhandlung mit einzubeziehen. „Die Vereinsvertreter waren nach Ansicht des Videos deutlich geschockt“, berichtet Sasse und hätten angekündigt, die Vorfälle in den eigenen Reihen aufzuarbeiten. Bückeberges Vorstandssprecher Harald Höhnke wollte sich zu dem Thema vorerst nicht äußern: „Wir wollen uns erst intern zusammensetzen und beraten.“

Hinweis: Da im Spielbericht des Schiedsrichters keine Namen genannt wurden, waren auch keine Spieler angeklagt. Ob das so bleibt, ist allerdings fraglich. „Eine Spielinstanz kann ein weiteres Vorgehen einleiten“, erklärt Sportrichter Heinrich Sasse und spielt den Ball weiter. „Ich habe dem Kreisvorstand nahe gelegt, eine weitere Sportgerichtsverhandlung gegen einzelne Spieler einzuleiten“, erklärt Schaumburgs NFV-Kreisvorsitzender Marco Vankann.mit aro



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