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2:0-Derbysieg für MTSV Aerzen / Büchlers Strafstoßtor wird zurückgepfiffen

Frevert-Doppelpack lässt Aerzen jubeln – Rot für Hagens Manka

Zwei Tore, eine Rote Karte und ein Strafstoßtor, das nicht anerkannt wurde: Im Bezirksliga-Derby zwischen dem MTSV Aerzen und Germania Hagen war Luca-Enrico Frevert der Matchwinner.

veröffentlicht am 05.11.2021 um 22:09 Uhr
aktualisiert am 05.11.2021 um 23:42 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

BEZIRK HANNOVER. Der MTSV Aerzen hat den Derby-Fluch besiegt und ist durch den 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen Germania Hagen auf Platz zwei der Fußball-Bezirksliga geklettert. Dank der Tore von Luca-Enrico Frevert (45./78.) hat die Elf von Gaetano Bartolillo immer noch die Chance, sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren – sofern Eintracht Afferde an den letzten beiden Spieltagen noch Punkte liegen lässt. Hagens Chancen sind dagegen gesunken: „Wir können es jetzt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen“, ärgerte sich Germanen-Coach Hysen Hasani nicht nur über die Niederlage, sondern auch über Schiedsrichterin Larissa Kühl, die ein Strafstoßtor von Florian Büchler (68.) nicht anerkannte und Hagens Alexander Manka (73.) Rot zeigte. „Das waren zwei krasse Fehlentscheidungen, die uns am Ende das Genick gebrochen und wohl auch den Platz in der Aufstiegsrunde gekostet haben“, so Hasani.

MTSV Aerzen – Germania Hagen 2:0 (1:0).

Der spannende Dreikampf um den zweiten Tabellenplatz, der am Ende zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt, hat am vorletzten Spieltag seine Fortsetzung gefunden. Durch den 2:0-Derbysieg von Aerzen gegen Germania Hagen bleibt es definitiv bis zum letzten Spieltag höchst spannend. Dank des Heimsieges haben die Hummetaler mit jetzt 24 Punkten einen Zähler mehr als die Germanen auf dem Konto. Freuen über den Spielausgang durfte sich die Eintracht aus Afferde. Mit einem Heimsieg am Samstag gegen Nettelrede würde der Sportverein auf den zweiten Rang klettern und hätte dann vor dem letzten Spieltag alles in eigener Hand. „Ich gehe davon aus, dass Afferde damit die Aufstiegsrunde erreichen wird. Sie werden sich das nicht mehr nehmen lassen. Mit Nettelrede und Stadtoldendorf spielen sie noch gegen die beiden unteren Teams. Wir wollten den bestmöglichen Platz erreichen. Das wird am Ende vermutlich der dritte Rang sein. Damit haben wir dann vielleicht in der Abstiegsrunde den einen oder anderen Vorteil“, berichtet Aerzens Team-Manager Stephan Meyer. Auf der anderen Seite war Hagens Co-Trainer Markus Loges die Enttäuschung anzumerken: „Es war wieder einmal ein hitziges, aber kein unfaires Derby. Afferde wird sich jetzt die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Aerzens Keeper Quindt verhindert Rückstand

In den ersten 20 Minuten passierte im Kreisduell unter Flutlicht noch nicht viel. „Man hat gemerkt, dass Hagen nervös agiert hat. Für sie ging es um einiges. Bis zu diesem Zeitpunkt war es noch kein Derby. Es ging erst später richtig los“, gab Meyer zu Protokoll. In der 25. Minute hatten die Gäste die erste große Möglichkeit. Einen Freistoß von Nico Rellensmann parierte Aerzens Keeper Frederik Quindt „sensationell“. 120 Sekunden später lief Alexander Manka allein auf den MTSV-Keeper zu, der aber erneut glänzend zur Stelle war. „Da kann es schon locker 2:0 für Hagen stehen. Frederik hat uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten“, lobte Meyer den Schlussmann. Elf Minuten vor dem Seitenwechsel setzte die Bartolillo-Elf in der Offensive das erste Ausrufezeichen. Ein Schuss von Patrick Hoppe aus 17 Metern entschärfte Hagens Torwart Kevin Neubauer. Zehn Minuten später fiel dann der erste Treffer des Abends. Luca-Enrico Frevert schoss den MTSV in Front. „Es freut mich für ihn, dass er heute mal getroffen. Das hat er sich verdient“, gab Meyer zu Protokoll.

Büchlers Strafstoß wird zurückgepfiffen

Die Germanen trauerten dagegen den vergebenen Chancen nach. „Wir müssen zur Halbzeit 4:2 führen. Leider haben wir wieder klare Möglichkeiten nicht genutzt. Das ist unser großes Problem der letzten Wochen. Aerzen war dagegen vor dem Tor eiskalt“, beschrieb Loges. Nach Wiederanpfiff passierte zuerst lange zeit nichts. In der 68. Minute sollten sich die Dinge dann überschlagen. Hagen bekam einen Elfmeter zugesprochen, den Florian Büchler eiskalt verwandelte. Doch die Schiedsrichterin gab den Treffer nicht, da ein Germanen-Akteur zu früh in den Strafstoß gelaufen sei. Anstatt den Strafstoß zu wiederholen, gab es indirekten Freistoß für den MTSV.

Loges: „Die Regel kenne ich so nicht“

„Die Regel kenne ich so nicht. Ich habe es direkt nach dem Spiel nachgelesen, dass es die so nicht gibt. Bei dem Thema werden wir noch einmal nachhaken. Das wäre dann das 1:1 gewesen und es wäre wieder alles offen gewesen. So war es der Genickbruch. Danach lagen die Nerven blank“, skizzierte Loges die entscheidende Situation. Nur kurze Zeit später schwächte sich die Hasani-Elf selbst: Manka sah wegen Meckerns die rote Karte. Und es sollte aus Germanen-Sicht noch schlimmer kommen. Zwölf Minuten vor Ende vollendete Frevert einen Konter erfolgreich zum 2:0. Damit war Aerzens Derbysieg perfekt. „Hinten haben wir danach keine Chancen mehr zugelassen. Der Sieg war nicht unverdient. Das war das Ergebnis, einer kämpferisch sehr guten Leistung. Heute haben wir eine MTSV-Mannschaft gesehen, die alles gegeben hat. Da muss ich alle Spieler loben“, war Meyer glücklich. An Marco Klein, Agostino Di Sapia, Quindt und den Doppeltorschützen Frevert richtete Meyer ein Sonderlob aus. Auch für die Schiedsrichterin hatte Meyer nur lobende Worte: „Ich kenne zwar die Regel bei dem Elfmeter nicht, aber sie hat eine sehr gute und couragierte Leistung gezeigt.

MTSV Aerzen: Quindt, Gljanz, Niemeyer, Di Sapia, Frevert, Dobisha (87. Garvens, Hoppe, Kiupel, Razlaw, Selensky (83. Jankowski), Klein.

Germania Hagen: Neubauer, Manka, Kutsch, Konstantinidis (46. Culkowski), Büchler, Gürek, Yousof Issa, David (61. Wennemann), Rellensmann, Abbas Issa, Groß.

Tore: 1:0 Luca-Enrico Frevert (45.), 2:0 Frevert (78.).

Besonderes: Rot für Hagens Alexander Manka (73.).


Eintracht Afferde – TSV Nettelrede (Samstag, 14 Uhr).

Haben sich die Grün-Weißen wieder rechtzeitig erholt, um doch noch in der Aufstiegsrunde mitmischen zu dürfen? Nach drei sieglosen Spielen in Folge hat die SVE am vergangenen Spieltag jedenfalls bewiesen, dass der Kampf um Platz zwei in der Tabelle noch nicht vorbei ist. Mit dem 4:0-Erfolg bei der direkten Konkurrenz aus Aerzen hat die Eintracht noch einmal ihre Chancen auf die Qualifikationsrunde für die Landesliga gewahrt. Mit einem Heimsieg am Samstag gegen Schlusslicht Nettelrede würde der Sportverein auf den zweiten Rang klettern und hätte dann vor dem letzten Spieltag alles in eigener Hand. Dazu Afferdes Sprecher Julian Koch: „Wir wollen gar nicht so viel auf andere schauen. In erster Linie wollen wir unsere beiden Spiele positiv bestreiten und unsere eigenen Hausaufgaben machen. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.“ Gleichzeitig erwartet Koch am Samstag eine schwierige Partie am Eintrachtweg: „Ich denke, dass es ein deutlich engeres Spiel als im Hinspiel wird. Man erkennt aktuell die Tendenz, dass sich Nettelrede immer mehr in dieser Liga akklimatisiert. Wir werden in jedem Fall eine Topleistung brauchen.“ Kadertechnisch kehren Sebastian Zschoch und Kai Schwark wieder zurück, hinter dem Einsatz von Jannis Helmsen steht indes ein Fragezeichen. Definitiv ausfallen werden dagegen Jan-Erik Willmer, Lennart Rohloff und Laurenz Köhler.

„Unsere Konzentration gilt der Abstiegsrunde“

Der TSV und Spartenleiter Frank Voges sind derweil schon einen Schritt weiter: „Unsere Konzentration gilt der Abstiegsrunde. Darauf zielt unsere Vorbereitung ab und dafür wollen wir nochmal das eine oder andere ausprobieren. Wenn es also noch einen angeschlagenen Spieler gibt, wird der wohl eher nicht zum Einsatz kommen, zumal wir auch auf die zweite Herren zurückgreifen können.“ Außerdem erwartet Voges einen starken Gegner: „Die sind gut drauf und haben noch die Möglichkeit auf die Aufstiegsrunde. Von daher sind wir der ganz krasse Außenseiter. Trotzdem wollen wir versuchen, auch mal nach vorne zu spielen. Nur mit einer massiven Abwehr aufzutreten, ist nicht unsere Stärke.“ Kadertechnisch ist der TSV dagegen gut aufgestellt. Die bis dato noch angeschlagenen Spieler sollten im Regelfall bis zum Wochenende wieder fit sein, erklärt der Spartenleiter.

SSG Halvestorf – FC Stadtoldendorf (Sonntag, 14 Uhr).

Für die SSG Halvestorf ist vor der Partie gegen den Tabellenvorletzten aus Stadtoldendorf alles klar. Die Spiel- und Sportgemeinschaft hat sich durch den 3:0-Erfolg in Nettelrede die Meisterschaft in Staffel 10 gesichert. Die Teilnahme an Aufstiegsrunde und Bezirkspokal sind demnach perfekt. Dennoch fordert Trainer Michael Jarzombek auch weiterhin vollen Fokus seiner Schützlinge auf die kommenden beiden Aufgaben: „Das letzte Heimspiel in diesem Jahr soll unbedingt erfolgreich bestritten werden und wir wollen noch die optimale Punkteausbeute erzielen. Gegen Stadtoldendorf rechne ich mit einem Spiel, wo wir sehr viel Ballbesitz haben werden. Gegen einen tiefstehenden Gegner müssen wir also kreativ sein. Wir sollten es uns abverlangen, einen sehr guten ersten Ballkontakt zu haben und permanent in die Lücken zu laufen.“ Personell ist die Lage noch unklar. Eines weiß der Coach aber sicher: „Wir werden keine Risiken bei den Spielern eingehen, die angeschlagen, krank oder nicht fit sind. Die Jungs kommen maximal von der Bank!“

VfR Germania Ochtersum – BW Salzhemmendorf (Sonntag, 14 Uhr).

In Staffel 9 hat die Mannschaft von Heiko Schröer erneut eine schwierige Aufgabe vor der Brust. Auch die zurückliegende Partie gegen Neuhof ist noch nicht vergessen. Trotz einer 2:0-Pausenführung hieß es nach dem Abpfiff 2:4 aus Sicht der Blau-Weißen. „Das wird wieder eine schwierige Partie. Ochtersum ist aktuell die Mannschaft der Stunde als bestes Rückrundenteam. Sie haben sich in der Liga etabliert und spielen zurzeit sehr erfolgreichen und zielstrebigen Fußball. Mit Tim Friedrich haben sie zudem einen absoluten Goalgetter in den eigenen Reihen, auf den wir aufpassen müssen“, weiß Schröer. Kampflos will sich der Coach bei der Auswärtspartie bei den Germanen allerdings nicht geschlagen geben: „Unsere Situation ist bekannt, wir können nicht aus den Vollen schöpfen. Dennoch werden wir alles dafür tun, um uns noch einmal so teuer wie möglich zu verkaufen. Wir wollen nochmal etwas Zählbares für unser Selbstvertrauen mitnehmen. Dafür werden wir alles raushauen!“ awa



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