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Trainer führt den TSV Grohnde auch ohne Vertrag in sichere Gewässer / Halbzeit-Bilanz

Fillas Philosophie: Der Erfolg fängt hinten an

In Grohnde herrscht derzeit eitel Sonnenschein. Dort beim TSV strahlen alle um die Wette – aber gewiss nicht deshalb, weil das Kernkraftwerk in der Nähe liegt.

veröffentlicht am 21.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:49 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Nein, in dieser Kreisliga-Saison ist richtig was passiert am Patweg. Im Vorjahr als Drittletzter noch fast abgestiegen, legte der TSV diesmal eine völlig entspannte Hinserie hin und liegt nun mit 29 Punkten auf Platz sieben. Applaus, Applaus! Der Rang bedeutet zwar irgendwie nur sportliches Niemandsland, aber dafür ist der Begriff Abstiegskampf nun aus dem Wortschatz der Blau-Hemden verschwunden. Und genau darum geht es eigentlich in Grohnde. „Wir fühlen uns in der Kreisliga wohl und wollen natürlich die Klasse so lange wie möglich erhalten“, erläutert Trainer Uwe Filla die Zielsetzung des Vereins.

Gleichwohl ist und bleibt der 51-Jährige der Vater des Erfolgs. Über 30 Jahre ist er mittlerweile im Trainergeschäft und weiß, wo die Enten fett werden. Nämlich hinten.

103 Gegentreffer aus der Vorsaison waren ihm eine große Lehre. Und genau da hat Uwe Filla auch angesetzt. „Meine Mannschaft kannte nur einen Weg: den nach vorne. Nun haben wir ein bisschen am Defensiverhalten gearbeitet, taktisch umgestellt und es klappt“, gibt er Einblicke in seine Fußball-Philosophie. Seit seiner Amtsübernahme vor knapp einem Jahr (als Nachfolger von Dirk Heyder) hat sich die Mannschaft so kontinuierlich weiter entwickelt. Nicht nur, dass die Rettung vor dem Abstieg gelang, der TSV Grohnde ist mittlerweile so gefestigt, dass selbst der langfristige Ausfall von Torjäger Christopher Thomas verkraftet wurde.

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  • Erlebt entspannte Zeiten in Grohnde: Trainer Uwe Filla. Foto: nls

Der Berufssoldat meldete sich nun aber von seinem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zurück und will auch wieder regelmäßig in der TSV-Torschützenliste auftauchen. Das gilt auch für Enver Dragusha, der fortan ohne seine abgewanderten Brüder Mehdi und Flamur Akzente setzt. „Ein wichtiger Spieler für uns“, weiß Filla. Genau wie sein Team, bleibt aber auch der Trainer völlig entspannt. So besitzt er noch nicht einmal einen Vertrag. Warum eigentlich? Fillas Antwort: „Wenn ich keine Lust mehr habe, kann ich ohne Probleme gehen. Und wenn mich der Verein nicht mehr haben will, ist es genauso.“



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