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Spieler sprechen sich dafür aus, den Aufstieg einzuklagen / Lobbyismus-Vorwürfe gegen Winsmann

FC Eldagsen: Heftige Kritik an Bezirksfußball-Boss Winsmann!

Fußball (jab). Kampfgeist und Leidenschaft – vor allem mit diesen Tugenden hat der FC Eldagsen in der vergangenen Saison den Staffelsieg in der Bezirksliga 4 geholt. Die gleichen Tugenden legt die Mannschaft jetzt auch in der juristischen Verlängerung der Saison an den Tag. Sie will die Nicht-Zulassung zur Landesliga wegen fehlender eigener A-, B- oder C-Jugendmannschaften, die das Oberste Verbandssportgericht (OVSG) des NFV in letzter Instanz bestätigte, nicht hinnehmen und spricht sich klar dafür aus, den Aufstieg auf zivilrechtlichem Weg zu erzwingen.

veröffentlicht am 20.07.2011 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

„Wir sehen mehr Argumente dafür als dagegen“, sagt André Gehrke. Der FCE-Kapitän und seine Mitspieler Adrian Gottschalk und Sebastian Westenfeld vertraten die Mannschaft bei einer Beratungsrunde am Montagabend, an der auch der FCE-Vorsitzende Karl-Heinz Westenfeld, sein Vize Rainer Bölke, Trainer Karsten Bürst und FCE-Anwalt Uwe Barten beteiligt waren. Die Entscheidung, ob der Verein weitere rechtliche Schritte einleitet, steht noch aus. Klar dafür ausgesprochen hat sich bislang nur der Mannschaftsrat. Der Vorstand will noch auf die Urteilsbegründung des OVSG warten, „wir tendieren aber auch dazu, weiterzugehen“, sagt Westenfeld.

Eine große Rolle spielt bei der Entscheidung offenbar das Verhalten des NFV-Bezirksvorsitzenden August-Wilhelm Winsmann. Der hatte stets betont, dass er Eldagsen den Aufstieg sportlich gönnt. Umso verwunderter waren die Eldagsener, als Winsmann nach dem Urteil des Verbandssportsgerichts (VSG) in zweiter Instanz, das dem FCE den Aufstieg erlaubt hätte, die Revision anstrengte – nach eigener Aussage mit voller Unterstützung des Bezirksvorstands. „Ich sitze selbst in einigen Vorständen“, sagt Westenfeld. „Einstimmigkeit habe ich in Fällen von solcher Bedeutung noch nie erlebt.“

Das Urteil des VSG hätte zudem die Grundsätze des Anhangs 3 der Spielordnung nicht infrage gestellt, sondern sei konkret auf den Einzelfall Eldagsen abgestellt gewesen. „Der Bezirksvorstand hätte also auf eine Revision verzichten können, ohne sein Gesicht zu verlieren“, sagt Rechtsanwalt Barten. Dass Winsmann dennoch die nächste Instanz anrief, dafür haben die Eldagsener vor allem eine Erklärung: Winsmanns angebliche Nähe zum HSC BW Tündern, der als Vizemeister anstelle des FCE aufsteigen darf. „Er hat mir seine guten freundschaftlichen Beziehungen zu Tündern bestätigt“, sagt Westenfeld. Die Eldagsener werfen Winsmann also indirekt vor, Lobbyarbeit für Tündern zu betreiben.

Es läuft nun anscheinend alles darauf hinaus, dass Barten für den FCE beim Amtsgericht Wennigsen, dem Gerichtsstand des NFV, eine einstweilige Verfügung beantragt, die den Eldagsenern das Startrecht in der Landesliga sichert. Dazu könnte ein Hilfsantrag kommen, den Spielbetrieb in Landesliga und Bezirksliga 4 auszusetzen, bis eine Entscheidung gefallen ist – dann könnte die Sommerpause sich ein wenig verlängern.



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