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Ein Tod auf Raten

Titel, Triumphe, Tradition, das war einmal – geblieben ist Tristesse und ein Trümmerhaufen. Aus, Schluss, vorbei! 103 Jahre Fußballgeschichte von Preußen Hameln 07 sind plötzlich im Eimer. Der 7. September 2010 war ein rabenschwarzer Tag für den Verein, der jahrzehntelang mit seiner 1. Herrenmannschaft das sportliche Aushängeschild im Kreisgebiet war. Doch der gefährliche Spagat zwischen großen Zielen und ständig fehlender Masse in der Kasse konnte auf Dauer nicht mehr gutgehen. Die Katastrophe war vorprogrammiert. 180 000 Euro Schulden sind schließlich auch kein Pappenstiel und eine schwere Last, die keiner bei 07 mehr wuppen wollte und auch konnte.

veröffentlicht am 07.09.2010 um 19:38 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Deshalb lieber jetzt ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Dem Vorstand um Roman von Alvensleben blieb eigentlich auch nur der Griff zur Notbremse. Alles andere wäre ein ewiger Eiertanz um Sponsoren geblieben und der Klub so schon bald auf die Slapstick-Ebene abgedriftet. Gleichwohl musste auch der Vereinschef erkennen, dass nur mit Blauäugigkeit, guter Hoffnung und einer Prise Wagemut im Fußballgeschäft nichts zu bewegen ist. Dennoch: Die jetzige Führungscrew hat den Verein Preußen 07 nicht im Alleingang zu Grabe getragen. Der Tod auf Raten begann schon Ende der 70er Jahre. Bereits damals häufte sich ein Schuldenberg an, der fortan wie ein Damoklesschwert über den Vorständen schwebte – auch, wenn der Spielbetrieb irgendwie aus privaten Kanälen vorerst noch bis 1999 am Leben erhalten wurde. Doch spätestens der erste Vereinskollaps hätte Warnung genug sein müssen. Schließlich verließ 07 nur dank der Großzügigkeit seiner Gläubiger noch einmal mit einem blauen Auge die Intensivstation. Aber der folgende Höhenflug mit dem Durchmarsch aus der Kreisliga bis in die Oberliga sorgte wohl für die kollektive Verblendung in der Vorstandsetage. Spielern und Trainern wieder Summen zu versprechen, die eigentlich keiner zahlen konnte, weil die Einnahmen fehlten, war grob fahrlässig. Das hat sich bitter gerächt.

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