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FC Viktoria verliert erstes Pflichtspiel der Vereinsgeschichte trotz 3:0-Führung im Elfmeterschießen

Ein historischer Tag ohne Happy End

Hameln. Cengiz Ötztürk hat gestern Abend um 19.18 Uhr Fußballgeschichte geschrieben. Der 36 Jahre alte Routinier des FC Viktoria Hameln erzielte im Kreispokalspiel gegen SF Osterwald das erste Tor in einem Pflichtspiel für den im Februar 2014 neu gegründeten Verein. Für den neuen Klub war es ein historischer Tag – aber ohne Happy End.

veröffentlicht am 21.08.2014 um 21:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:21 Uhr

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Denn trotz einer 3:0-Führung wurde die Premierenpartie, die nach 90 Minuten 3:3 stand, noch verloren – mit 6:7 nach Elfmeterschießen.

Dabei hätte es die gestrige Pokalpartie beinahe nicht gegeben. „Wir hatten den Zeitpunkt der Meldefrist völlig aus den Augen verloren“, verriet Vereinschef Thomas Gromotka. Doch alles ging gut. Jetzt blicken die Viktorianer nach vorne. Denn: „Wir haben den Verein nicht gegründet, um nach einem Jahr zu sagen: so, das war’s, wir machen den Laden wieder dicht“, betont Gromotka und verbreitet Aufbruchstimmung. Und das in Zeiten, wo Traditionsvereine in der Versenkung verschwinden, Mannschaften abgemeldet oder aufgrund von Personalmangel in Not-Spielgemeinschaften zusammengelegt werden. Keine Frage: Mut haben sie, die Männer des FC Viktoria. „Kraft und Stärke“ (so Gromotka) soll auch die mit der Zunge schnalzende und von einem Lorbeerkranz umrahmte Bulldogge im schwarz-goldenen Vereinsemblem symbolisieren. Und ein Hingucker sind auch die goldfarbenen Heimtrikots.

Zusammen mit seinen Brüdern Carsten (2. Vorsitzender) und Thorsten (Kassenwart) sowie Spartenleiter Achim Scheller, Sven Ludwig, Michael Fritz und Andreas Küster hob Thomas Gromotka den FC Viktoria vor einem halben Jahr aus der Taufe. „Manche hielten das für eine Schnapsidee, doch ich habe schon seit Jahren von einem eigenen Verein geträumt. Jetzt habe ich ihn mir erfüllt“, verrät der 46-Jährige, der bis Januar als Assistenztrainer Bezirksligaluft bei der SSG Halvestorf schnupperte und davor mit Erfolg den SV Hajen trainierte. Was dem Verein fehlt, ist eine eigene Spiel- und Trainingsstätte. Für ein Jahr hat der FC erst einmal den TC-Sportplatz an der Breslauer Allee gebucht. „Wir würden gerne für immer auf dem VfL-Sportplatz an der Fahlte spielen. Vielleicht klappt das ja zur nächsten Saison“, hofft Spartenleiter Scheller auf Unterstützung vom größten Hamelner Verein für den kleinsten und jüngsten Klub in der Weserstadt. Zusammen mit Spielertrainer Recep Buran (ehemals TuS Rohden II) hat Gromotka ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: „In vier Jahren wollen wir in der 1. Kreisklasse spielen.“ Derzeit umfasst der Kader 24 Akteure. „Tragende Säulen“, so Buran, sind Kapitän Dimitri Apelt, Johannes Rebhuhn, Cengiz Ötztürk und Matthias Cichocki. Schon in der Premierensaison, die am Sonntag (11 Uhr) in der 3. Kreisklasse gleich mit dem Derby bei Eintracht Hameln beginnt, will FC Viktoria Höhenluft schnuppern. „Wir wollen unter die ersten drei kommen“, gibt der 32-jährige Coach mutig zu verstehen. „Aber unter Druck“, sagt Gromotka, „setzen wir unseren Trainer natürlich nicht.“ Und absteigen kann man aus der 3. Kreisklasse sowieso nicht …

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Das erste Mannschaftsfoto der Vereinsgeschichte: Die Fußballer des FC Viktoria Hameln starten in goldenen Trikots in ihre erste Saison. pr


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