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Brüder-Quartett findet seine Fußball-Heimat beim TSV Groß Berkel

Ein Abou-Moulig kommt selten allein

Groß Berkel. Nicht ohne meine Brüder. Was haben Kusay (34), Wasim (30), Samer und Saher (29) gemeinsam? Richtig, alle tragen mit Abou-Moulig den gleichen Nachnamen. Und was noch? Das Quartett spielt seit dieser Saison erstmals wieder in kompletter Besetzung Fußball beim TSV Groß Berkel in der 2. Kreisklasse. Zwar klappt das nicht bei jedem Spiel, aber immer öfter.

veröffentlicht am 03.11.2014 um 16:13 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Ihre Premiere als Viererpack feierten sie allerdings schon vor rund zehn Jahren im Trikot von Preußen Hameln II in der damaligen Leistungsklasse. Ein Abou-Moulig kommt eben selten allein. Und so fand nun an der Humme quasi eine sportliche Familienzusammenführung statt, schließlich waren die ehrgeizigen und kampfstarken Kicker mit palästinensischen Wurzeln nach ihrer Zeit in Hameln in alle Winde verstreut – und trudelten so nach und nach erst wieder in der Region und damit auch beim TSV ein.

Kusay studierte im ägyptischen Alexandria Zahnmedizin, Wasim Medizin im ungarischen Szeged und in Ulm und Saher Architektur in Hannover. „Für uns ist Groß Berkel eine Herzensangelegenheit, denn hier haben wir alle einst das Fußballspielen gelernt und wollen nun gemeinsam mithelfen, etwas aufzubauen“, klärt Samer Abou-Moulig auf. Er ist übrigens der einzige, der sein Studium (Zahnmedizin) noch nicht abgeschlossen hat und in schöner Regelmäßigkeit zu den Punktspielen aus Mainz anreist. „Das macht mir aber nichts aus“, steckt er die rund 740 Kilometer hin und zurück locker weg. Auch beim Pokaltriumph des TSV Groß Berkel gegen Eintracht Afferde (7:6 n. E.) war der Abwehrchef natürlich genau wie sein Zwillingsbruder Saher mit von der Partie und markierte per Elfmeter (88.) den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2. Und wen wundert’s – auch der Rest war irgendwie Familiensache. Kusay Abou-Moulig rettete den TSV dann mit dem Schlusspfiff ins erfolgreiche Elfmeterschießen. Der fliegende Trainerwechsel von Olaf Dröge zum Interimsduo David Bogacz/Alexander Zenker wurde damit in Groß Berkel überraschend schnell kompensiert und mit dem Einzug ins Viertelfinale ein weiteres Ausrufezeichen in der vereinseigenen Pokal-Historie gesetzt. „Es hat einfach nicht gepasst. Wir haben irgendwie aneinander vorbeigearbeitet. Ich hoffe, der Verein findet nun in der Winterpause einen geeigneten Nachfolger“, hat aber auch Samer das Thema längst abgehakt und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Und was ist in dieser Saison sportlich noch drin für die Mannschaft um Kapitän Wasim Abou-Moulig und seine drei Brüder? „Mit der Titelvergabe werden wir bei schon sieben Punkten Rückstand auf die SG 74 II wohl nichts zu tun haben, aber wir wollen auch weiterhin noch ein paar Kontrahenten richtig ärgern. Mal sehen, was noch alles passiert“, orakelt Samer, fügt aber hinzu, dass der TSV dann in der nächsten Saison „mehr will“. Das wird auch Zwillingsbruder Saher so sehen, der zuvor auch schon für die SG 74 spielte und jetzt als vorläufig letzter Abou-Moulig von der TSG Emmerthal den Weg nach Groß Berkel fand. Wie gesagt, vorläufig, denn mit Junior Yahya (16) hat das Quartett noch einen fünften Bruder in petto...

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