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Das sagt Björn Bertram zur Krise der SSG Halvestorf und zum Abschied von Trainer Thilo Klotz

Droht jetzt der Abstiegskampf?

Björn Bertram, was sagen Sie als mit 35 Jahren dienstältester Spieler der SSG Halvestorf und Mitglied des Mannschaftsrates zur Trennung von Thilo Klotz? Hätten die Spieler gerne mit Thilo Klotz weitergearbeitet oder ist der Trainerwechsel nach so einer Negativserie von sechs sieglosen Spielen der richtige Schritt?

veröffentlicht am 06.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

Wir Spieler waren selbst überrascht, dass Thilo aufhört. Es war eine rein persönliche Entscheidung von ihm – und die müssen wir akzeptieren. Es ist wirklich schade, dass Thilo geht. Wir hätten gerne mit ihm weitergearbeitet. Und ich bin auch davon überzeugt, dass wir mit Thilo als Trainer die Kurve noch gekriegt hätten.

Steht schon fest, wer neuer Trainer wird?

Nein, es gibt auch noch keine Kandidaten. Es hatte ja keiner damit gerechnet, dass Thilo als Trainer aufhört. Das kam ja für uns alle sehr überraschend. Wir werden in Ruhe einen neuen Trainer suchen. Bis zur Winterpause wird erst einmal Arthur Wiebe als Interimscoach einspringen. Er hat schon am Dienstagabend das Training geleitet und seine Sache auch wirklich gut gemacht.

Warum übernehmen Sie nicht den Job als Spielertrainer?

Nein, das kommt für mich überhaupt nicht infrage. Der Trainerjob reizt mich nicht. Außerdem habe ich beruflich zurzeit viel um die Ohren. Da hätte ich auch gar keine Zeit dafür, eine Mannschaft zu trainieren.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die SSG zurzeit in der Krise steckt? Halvestorf kassierte zuletzt eine Niederlage nach der anderen und stürzte vom zweiten auf den achten Tabellenplatz ab.

Wir haben in dieser Saison enormes Verletzungspech. Mit Andrei Vorrat, Manuel Capobianco und Roman Bendereit, um nur einige zu nennen, mussten wir wochenlang auf wichtige Spieler verzichten. Die kannst nicht einfach so ersetzen. Dazu kommt, dass wir uns durch die Sperren für Platzverweise (zweimal Rot und zweimal Gelb-Rot; Anm. d. Red.) und die vielen Gelben Karten, die wir unnötigerweise kassieren, oft selbst schwächen. Ein dritter Punkt ist, dass aufgrund der späten Sommerferien einige Spieler im Urlaub waren, als die Saison schon lief. Da kann aber der Trainer nichts dafür. Das ist einfach unglücklich gelaufen. Dass uns vor Saisonbeginn Spieler wie Jan-Niklas Bleil, Benedict Dreier, Fabian Moniac und Matthias Günzel verlassen haben, kommt noch erschwerend hinzu. Einen Spielertyp wie „Matze“ Günzel kannst du nicht von heute auf morgen eins zu eins gleichwertig ersetzen. Das macht sich schon bemerkbar, wenn so einer nicht mehr dabei ist.

In der vergangenen Saison wurde Halvestorf noch überraschend Vize-Meister, droht der SSG jetzt der Abstiegskampf?

Der Zug nach oben ist für uns erst einmal abgefahren. Wir müssen realistisch sein und auch in der Tabelle nach unten gucken. Es sind nur noch fünf Punkte bis zum Relegationsplatz. Durch die Drei-Punkte-Regel kann es schnell nach oben, aber auch ganz schnell nach unten gehen. Das muss uns bewusst sein.

Was muss sich ändern, damit die SSG Halvestorf am Sonntag im Bezirksliga-Derby gegen WTW Wallensen nicht die nächste Niederlage kassiert?

Wichtig ist, dass wir Spieler uns erst einmal an die eigene Nase fassen. Jeder muss seine Leistung bringen. Und zwar zu 100 Prozent. Gerade in so einem Derby muss die Einstellung stimmen, sonst hast du keine Chance. Das hat man ja bei unseren Heimniederlagen gegen Lachem und Aerzen gesehen. Schönspielerei hilft uns in dieser brenzligen Situation nicht weiter. Wir müssen schmutzig spielen – mit Kampf und Leidenschaft. Ich hätte nichts gegen einen dreckigen 1:0-Sieg. Hauptsache, drei Punkte.

Vor Saisonbeginn waren die Top 5 das Ziel. Geht es jetzt für Halvestorf nur noch um den Klassenerhalt?

Ich bin aber davon überzeugt, dass wir am Ende der Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen werden. Unsere Mannschaft hat auf jeden Fall das Potenzial dafür, das haben wir ja auch vergangene Saison bewiesen, als wir für viele (unter anderem durch den Weggang von Josef Selensky zur SG 74 und der monatelange Verletzungspause von Matthias Günzel; Anm. d. Red.) zu den Abstiegskandidaten zählten. Am Ende sind wir sogar Zweiter geworden.

Interview: Andreas Rosslan



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