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Tünderns Trainer Alexander Stamm spricht im Interview über Perspektiven im Frauenfußball

„Die Oberliga ist das Ziel“

Tündern. Der Landesliga-Aufstieg scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die Frauen von Blau-Weiß Tündern sind Spitzenreiter in der Bezirksliga. Mit der Kreisliga-Reserve, die ebenfalls Tabellenführer ist und den B-Juniorinnen in der Niedersachsenliga haben die „Schwalben“ einen leistungsstarken Unterbau. Entwickelt sich Tündern zum Maß aller Dinge, was den Frauenfußball in Hameln-Pyrmont angeht? Trainer Alexander Stamm äußert sich im Interview zu Aufstiegsambitionen, der Nachwuchsarbeit und einer möglichen Fusion mit anderen Klubs.

veröffentlicht am 18.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

Haben Sie es schon mal bereut, Frauentrainer zu sein? Man sagt ja, dass es nicht ganz leicht sein soll, Frauen zu trainieren. Hat es Sie nie gereizt, eine Herrenmannschaft zu coachen?

Ich könnte mir schon vorstellen, eine Herrenmannschaft zu trainieren. Aber bereut habe ich es als Frauentrainer nie. Es macht einfach Spaß mit den Mädels.

Sie sind als Frauencoach bislang sehr erfolgreich gewesen. Wie würden Sie sich als Trainer charakterisieren?

Ich möchte natürlich jedes Spiel gewinnen. Aber wenn der Gegner besser ist, kann ich auch verlieren. Diesen gesunden Ehrgeiz versuche ich, den Mädels mitzugeben.

Tünderns Frauen sind in der Bezirksliga souveräner Tabellenführer. Darf man schon zur Meisterschaft gratulieren?

Nein, das nicht. Wir haben noch harte Spiele vor uns und versuchen, den Aufstieg so schnell wie möglich perfekt zu machen. Aber wenn wir so spielen wie in der Hinrunde, bin ich optimistisch.

Wenn es normal läuft, steigt Tündern in die Landesliga auf. Ist es mittelfristig das Ziel, in der Oberliga oder höher zu spielen?

Wir wollen mit der ersten und zweiten Mannschaft definitiv aufsteigen und uns in den jeweiligen Klassen etablieren. In den nächsten drei bis vier Jahren peilen wir den Oberliga-Aufstieg an.

Fast die komplette Landesliga-Mannschaft aus Diedersen, die als Vizemeister vergangene Saison fast den Aufstieg in die Oberliga geschafft hätte, ist ja mit Ihnen nach Tündern gewechselt. Dazu gibt es viele hoffnungsvolle Talente bei den B-Juniorinnen, die in der Niedersachsenliga spielen. Das Potenzial scheint also da zu sein, oder?

Die Jugendarbeit in Tündern ist sehr gut. Wir wollen davon profitieren und uns entwickeln. Also haben wir uns intern das Ziel gesetzt, uns erst mal in der Landesliga zu etablieren und dann den Oberliga-Aufstieg anzugehen.

Talente wie Marie Schröder, Sophie Niebisch oder Elisa Meier haben schon das Interesse anderer Klubs geweckt. Wie schwer wird es, sie in Tündern zu halten?

Die Mädels sollen sich in Tündern wohlfühlen und entwickeln. Aber wenn ein Bundesligist anfragt, legen wir ihnen keine Steine in den Weg. Wir wollen niemandem die Zukunft verbauen und unterstützen es, wenn jemand den Schritt in den Profibereich wagt.

Muss man vielleicht auch darüber nachdenken, im Frauenfußball die Kräfte zu bündeln, um in der Zukunft ein höherklassiges Team zu haben?

Es liegt nahe, dass wir eine leistungsstarke Mannschaft hätten, wenn wir uns mit den Landesligisten Hastenbeck und Eintracht Hameln zusammenschließen würden. Aber das scheitert bestimmt am Vereinsdenken und an der Finanzierung. Grundsätzlich sollte man sich dieser Idee nicht verschließen.

Gibt es irgendwann die Chance, dass wir im Weserberglandstadion ein Bundesligaspiel der Frauen sehen?

Es ist ein weiter Weg. Ein Start in der Bundesliga hängt immer auch mit einer Menge Geld zusammen. Aber die Regionalliga könnte ich mir vorstellen, wenn man die Kräfte bündelt.

Interview: Moritz Muschik



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