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40 Jahre Kreisliga: Acht Trainer schaffen den Titel-Doppelpack – und Bicknell greift zum Triple

Die Meistermacher

Mensch, wie die Zeit vergeht. Die Fußball-Kreisliga feiert in diesem Sommer schon ihren 40. Geburtstag. Ein Oberhaus mit Kultstatus und einer überaus lebendigen Historie an Anekdoten, Skandalen, Rekorden und einfach tollen sportlichen Erinnerungen. Es ist viel passiert in vier Jahrzehnten auf den Plätzen und deshalb gibt es auch viel zu erzählen. Die Sportredaktion der Dewezet hat deshalb ganz tief in ihr Archiv gegriffen und die Höhepunkte der Erfolgsstory Kreisliga noch einmal herausgefiltert. Die werden nun in loser Reihenfolge als Serie präsentiert. Heute lesen Sie Teil 4: Die Meistermacher.

veröffentlicht am 27.02.2019 um 00:00 Uhr

Hoch sollen sie leben: Paul Bicknell (hier bei der SG 74) und Dirk Sölla (auf dem Hagen) als Überflieger – und Sektbad für Stephan Meyer in Aerzen. Fotos: awa, nls, haje
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Einmal Meister werden, ist schon richtig schwer, aber gleich zweimal à la bonne heure. Ein Kunststück, das in den 40 Jahren Fußball-Kreisliga dann auch nur acht Trainer schafften. Und nur zwei davon auch mit dem gleichen Verein. Zunächst sorgte der inzwischen verstorbene Kurt Gaßmann beim TSV Nettelrede 1995 und 1999 für Doppel-Jubel, dann kam die Zeit von Thomas Fenske. Er dirigierte den TSV Klein Berkel erst 2004 (packte auch gleich noch den Kreis-Pokal mit ein) und dann noch einmal 2007 auf die Pole-Position. Später machte auch Siegfried Motzner die fleißigen Fußarbeiter aus Wangelist noch einmal zum Champion und nahm 2010 als Zugabe ebenfalls dankend den Pokalsieg mit. Seinen ersten Triumph in der damals noch 9. Liga feierte der jetzige Coach des Landesligisten HSC BW Tündern aber bereits 2005 mit der Schwalben-Reserve. Die Pioniere beim Titel-Doppelpack waren aber andere. Als erster Top-Macher an der Seitenlinie rückte Peter Schneider in den Fokus. Seinen Premierentitel mit Tündern (1979/80), veredelte er dann allerdings erst zwölf Jahre später (1992) mit Nummer zwei beim TSV Bisperode. Es folgte Bernd Bürger, der seine Bank-Aufträge in nur drei Jahren erledigte. Erst hievte er die SSG Halvestorf (1991) und dann den TB Hilligsfeld (1994) auf den Kreis-Thron. Übrigens eine perfekte Saison für ihn an der B 217, denn auch Bürger gewann noch den Kreispokal.

Aber es ging natürlich noch etwas schneller. So benötigte Stephan Meyer, heute Trainer bei der TSG Emmerthal, gerade einmal zwei Jahre für seinen Doppelpack beim MTSV Aerzen (2013) und bei Germania Hagen (2015). Damit ist er immer noch der „Speed-King“ der Meistermacher. Vielleicht aber nur noch bis zum Sommer, denn ganz dick im Geschäft ist natürlich Paul Bicknell. Der hat ebenfalls schon zwei Sterne eingeheimst. Da er nun aber kurzfristig beim designierten neuen Titelträger Germania Hagen eingestiegen ist, wird das Triple wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Damit würde der Brite dann auch zum Rekord-Meistertrainer der Kreisliga aufsteigen und wäre auch gleichzeitig noch der Erste, der zwei Titel in Serie gewonnen hat.

Oliver Steffan mit Afferde

7 Bilder
Karl-Heinz Karbautzki nls

der Millennium-Champion

Erst im Vorjahr hatte sich Bicknell noch mit BW Salzhemmendorf aus der Provinz in den Bezirk verabschiedet, musste dort jedoch im Winter seinen Platz räumen. Seine Premiere als Zampano im Kreisoberhaus feierte er 2012 mit dem Aufstieg der SG Hameln 74. Den bisherigen Supermeister formte aber Dirk Sölla. Der ehemalige Jugendnationalspieler stieg 2003 mit 28 Siegen, nur zwei Unentschieden, aber ohne Niederlage mit der Spielvereinigung Bad Pyrmont in den Bezirk auf. Hut ab. 2011 war er dann ein paar Kilometer weiter in die Höhe gewandert und erwies sich auch dort bei Germania Hagen als Titelgarant.

Oliver Steffan gewann als Trainer zwar nur einen Titel, der dürfte aber historisch gesehen am wertvollsten sein. Er machte Eintracht Afferde 2000 zum strahlenden Millennium-Champion. Perfekt wurde dieser einzigartige Triumph vor 1100 Zuschauern (Kreisliga-Rekord) im Weserbergland-Stadion nach einem 3:1-Sieg gegen den ärgsten Konkurrenten Preußen Hameln. Den Kreispokal gab es noch dazu.


Am Samstag lesen Sie: Die Blitz-Tore und Tor-Könige.

Information

Alle Titelträger und Trainer auf einen Blick

Saison 1979/80: SC Schwalbe Tündern (Trainer Peter Schneider).

1980/81: HSC Hameln (Hans-Günther König)

1981/82: VfB Eimbeckhausen (Norbert Irtel)

1982/83: SC Börry (Werner Brachmann)

1983/84: TuS Hessisch Oldendorf II (Helmut Wirausky)

1984/85: BW Salzhemmendorf (Hans-Jürgen Klenner)

1985/86: TuS Germania Hagen (Horst Knippel)

1986/87: TB Hilligsfeld (Bernd Sonne-mann)

1987/88: MTSV Aerzen (Wilhelm Kersting)

1988/89: SpVgg. Bad Pyrmont (Dieter Hergert)

1989/90: TSC Fischbeck (Karl-Heinz Karbautzki)

1990/91: SSG Halvestorf (Bernd Bürger)

1991/92: TSV Bisperode (Peter Schneider)

1992/93: SSG Halvestorf (Frank Nowak)

1993/94: TB Hilligsfeld (Bernd Bürger)

1994/95: TSV Nettelrede (Kurt Gaßmann)

1995/96: SpVgg. Bad Pyrmont (Michael Tegtmeyer)

1996/97: TSG Emmerthal (Dirk Arnke)

1997/98: HSC Hameln (Axel Hahn)

1998/99: TSV Nettelrede (Kurt Gaßmann)

1999/2000: Eintracht Afferde (Oliver Steffan)

2000/01: TuS Hessisch Oldendorf I (Günther Buchholz)

2001/02: Preußen Hameln 07 I (Jürgen Sikora)

2002/03: SpVgg. Bad Pyrmont (Dirk Sölla)

2003/04: TSV Klein Berkel (Thomas Fenske)

2004/05: HSC BW Tündern II (Siegfried Motzner)

2005/06: TB Hilligsfeld (Uwe Holste)

2006/07: TSV Klein Berkel (Thomas Fenske)

2007/08: Preußen Hameln II (Klaus Kipke)

2008/09: HSC Tündern II (Jörn Waczynski)

2009/10: TSV Klein Berkel (Siegfried Motzner)

2010/11: Germania Hagen (Dirk Sölla)

2011/12: SG Hameln 74 (Paul Bicknell)

2012/13: MTSV Aerzen (Stephan Meyer)

2013/14: SV Lachem (Muhammet Sen)

2014/15: Germania Hagen (Stephan Meyer)

2015/16: TSV Bisperode (Markus Schwarz)

2016/17: Eintracht Afferde (Dietmar Harland)

2017/18: BW Salzhemmendorf (Paul Bicknell)

2018/19: ?



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