weather-image
17°
×

Sensationssiege von Lüntorf und Gücü

Die größten Coups im Kreispokal

Der Pokal hat bekanntlich nicht nur seine eigenen Gesetze, der Pokal hat Jahr für Jahr auch seinen besonderen Reiz. Die Großen zittern, die Kleinen laufen zur Höchstform auf. Der Pokalwettbewerb – egal, ob auf Kreis- oder auf höchster DFB-Ebene – ist für den David die einzige Chance, dem Goliath endlich mal ein Bein zu stellen.

veröffentlicht am 03.06.2011 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

Klaus Frye

Autor

Sportreporter zur Autorenseite

Der größte Kreispokal-Coup ist zwei Vereinen gelungen, die heute längst in der Versenkung verschwunden sind. Für die erste Sensation sorgte 1992 Türk Gücü Hameln. Achim Deilke, ehemaliger Torhüter von Preußen Hameln 07 und der SpVgg. Bad Pyrmont, trainierte damals die Gücü-Kicker. Erst führte er sie ins Endspiel, und dann machte er seine Jungs vor dem Finale gegen den TB Hilligsfeld richtig heiß. „In so einem Spiel muss man einfach brennen“, gab er seinen Spielern mit aufs Spielfeld.

Und Achim Deilke wusste, wovon er sprach. Immerhin hütete er schon 1972 beim 0:6 der SpVgg. Bad Pyrmont im Bremer Weserstadion das Tor in der 1. DFB-Pokalrunde gegen Werder. Deilkes Feuer ließ seine Mannschaft tatsächlich brennen. Mit einem 4:1-Sieg nach Elfmeterschießen machte Türk Gücü, der Verein, der heute nur noch Geschichte im Hamelner Sportbuch ist, die Überraschung im Fußball-Kreis perfekt. Torhüter Erdal Yalcin, der zwei Strafstöße von Kadagies und Söchting abwehrte, war der Held des Tages. Und für Erfolgscoach Deilke hatten seine türkischen Spieler als Dankeschön nach dem Pokaltriumph extra eine Bauchtänzerin kommen lassen.

Wer gedacht hatte, dass dieser Pokalknüller nur eine Ausnahme war, wurde schon ein Jahr später erneut überrascht. Da ließ es der TSV Lüntorf richtig krachen. Der Verein aus der 2. Kreisklasse – da halten die Fußballer von der Ottensteiner Hochebene heute sogar die Rote Laterne – stieg im Pokaljahr 1993 auf wie Phönix aus der Asche. Beruflich hatte es einige ehemalige Landesliga-Kicker aus Thüringen und Sachsen nach Lüntorf verschlagen. Auch der TSV schlug zu, angelte sich die „Ossies“ und machte den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte perfekt. Der „Gelackmeierte“ im Finale war 1993 der TuS Rohden. Der ging in der Verlängerung mit 1:2 in die Knie. In Lüntorf kursiert heute noch das Gerücht, dass die Namen der Torschützen Henjes und Ellermann heimlich in eine Wand des Sportheims gemeißelt sein sollen. Nur wo genau, weiß niemand mehr.

2 Bilder
Sariboga (mit Pokal) und Aslan, zwei Fußball-Helden von Türk Gücü Hameln, die 1992 den Kreispokal gewinnen konnten.

Bei der 45. Auflage des Kreispokal-Finales treffen morgen (14 Uhr) in Eimbeckhausen mit Gastgeber VfB und TuS Rohden/Segelhorst zwei Kreisligisten zusammen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige