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BVB-Fan Frank Nowak glaubt: Jürgen Klopp ist der perfekte Trainer – auch in der Krise

Die gelbe Wand ist sein Zuhause

Was ist nur mit dem BVB los? Borussia Dortmund, der Meister von 2011, Doublegewinner 2012 und Champions-League-Finalist 2013, ist im Augenblick Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Damit hatte wohl niemand gerechnet. Auch Frank Nowak nicht.

veröffentlicht am 05.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Seit 1974 ist der Hamelner BVB-Fan und hat seitdem alle Höhen und Tiefen der Schwarz-Gelben hautnah miterlebt. Bei Heimspielen steht Nowak immer mittendrin auf der proppevollen Südtribüne. Zwischen 20 000 BVB-Fans – der gelben Wand. Doch zuletzt hatten die schwarz-gelben Schlachtenbummler wenig Grund zum Feiern. Nach acht Niederlagen in 13 Spielen steckt der BVB plötzlich mitten im Abstiegskampf. Viele BVB-Fans fangen an zu zweifeln und fragen sich: Wie konnte das passieren? „Vor fünf Wochen haben wir Mönchengladbach noch an die Wand gespielt.“ Der 1:0-Sieg der Dortmunder war durch das kuriose Eigentor aus 44,5 Metern von Christoph Kramer glücklich, „aber die Gladbacher konnten froh sein, dass sie nicht 5:0 verloren haben“, so Nowak. Denn Chancen hatte der BVB en masse. „Das war ein super Spiel von uns. Ich war total begeistert. Aber momentan spielen wir nur noch Grütze“, sagt Nowak, der sich über die 0:2-Niederlage in Frankfurt, die er am vergangenen Sonntag zu Hause vorm Computer miterlebte, „fürchterlich geärgert“ hat. So könne es nicht weitergehen: „Ich warte auf den Urknall und hoffe, dass der Knoten endlich platzt.“ Die BVB-Krise kommt laut Nowak nicht von ungefähr. Als ehemaliger Trainer vermisst er insbesondere das berüchtigte Pressing der Dortmunder. Außerdem seien einige BVB-Spieler nach den vielen Niederlagen „total verunsichert. Das ist ein Kopfproblem“. Einige Dortmunder stecken momentan in der Formkrise. Die haarsträubenden Fehler, die sie zuletzt immer öfter produzierten, luden die Gegner zum Toreschießen ein. „Matthias Ginter hat uns acht Punkte gekostet und Torwart Roman Weidenfeller mindestens auch schon fünf.“

„Mit Roman Weidenfeller, Erik Durm, Kevin Großkreutz und Matthias Ginter sind vier Borussen Weltmeister geworden, obwohl sie keine einzige Minute gespielt haben. Das haben sie offenbar nicht verkraftet“, vermutet Nowak und hofft, dass heute gegen Hoffenheim Mats Hummels nach seiner vierwöchigen Verletzungspause wieder spielen kann. Denn die Dortmunder Defensive war zuletzt die Schwachstelle. Außerdem sei Hummels nicht nur als Abwehrchef, sondern auch als Leader unverzichtbar, denn „Hummels ist der Kopf der Mannschaft, der uns zuletzt fehlte“, so Nowak. Für den BVB-Fan steht fest: „Jetzt ist Jürgen Klopp als Trainer gefordert.“ Für Nowak ist Klopp der perfekte BVB-Coach – auch in der Krise. Ein Rücktritt von Klopp ist für ihn kein Thema: „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Klopp weitermacht und den BVB aus der Krise führt.“ Denn noch sei alles drin. Selbst den Zehn-Punkte-Rückstand auf den vierten Champions-League-Platz aufzuholen, sei bei der Drei-Punkte-Regel zumindest nicht unmöglich. Doch zurzeit ist Dortmund Tabellen-Schlusslicht. Das war zuletzt vor sieben Jahren der Fall. Damals hatte die Tabelle aber noch keine Aussagekraft, weil erst zwei Spiele gespielt waren. An die letzte BVB-Krise kann sich Nowak noch ganz genau erinnern: „Das war 1986. Da wären wir fast abgestiegen.“ Damals retteten sich die Dortmunder, die in der Relegation auf Fortuna Köln trafen, quasi in letzter Minute vor dem drohenden Abstieg. „Das kann man aber mit der heutigen Situation beim BVB nicht vergleichen“, denn damals seien es sportlich wie finanziell schwierige Zeiten gewesen. Zurzeit sei die Situation auf den ersten Blick schlimmer, als sie tatsächlich ist. Dortmund sei zwar Letzter, aber der Tabellenstand spiegelt nicht die Leistungen des BVB wider. Es wurden viele Punkte liegen gelassen, obwohl die Borussen nicht schlecht gespielt hätten.

„In meiner Trainerkarriere habe ich es auch schon erlebt, dass meine Mannschaft unten steht und niemand wusste, warum?“, sagt Nowak, der heute Abend beim Heimspiel gegen Hoffenheim wie immer als zwölfter Mann hinter seinen Borussen steht – an der Seite seines Sohnes Fabian, der von seinem Vater mit dem BVB-Virus infiziert wurde. Egal, was die Zukunft bringt. Seinen Stammplatz auf der Südtribüne gibt Nowak nicht mehr her, denn die gelbe Wand ist sein zweites Zuhause: „Auf meine Dauerkarte für die Südtribüne musste ich jahrelang warten, die nehme ich mit ins Grab.“

2 Bilder
BVB-Coach Jürgen Klopp tröstet Erik Durm. dpa


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