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Nachruf: Bad Pyrmonts Fußball-Legende verstarb im Alter von 65 Jahren

„Die Besten gehen viel zu früh“: Trauer um Andreas Loges

BAD PYRMONT. Trauer um Andreas Loges: Der Bad Pyrmonter, der ein grandioser Fußballer war und unter anderem für die SpVgg. Bad Pyrmont und Preußen Hameln 07 spielte, hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Er verstarb am Samstag im Alter von 65 Jahren.

veröffentlicht am 21.04.2021 um 04:00 Uhr

Klaus Frye

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Sportreporter zur Autorenseite

Er war ein grandioser Fußballer. Andreas Loges zählte zu den Besten, begeisterte nicht nur seine Fans bei der SpVgg. Bad Pyrmont und Preußen Hameln 07, sondern auch die Zuschauer des VfL Osnabrück und von Olympia Wilhelmshaven. Technisch versiert, schneller Antritt und unberechenbar im Zweikampf. Doch oft gehen die Besten viel zu früh, am Samstag verstarb „Andi“ im Alter von 65 Jahren.

Den Kampf gegen eine tückische Krebserkrankung konnte er nicht gewinnen. Der fürsorgliche Familienvater hinterlässt seine Ehefrau Anne, mit der er mehr als vier Jahrzehnte glücklich verheiratet war, und seine beiden Söhne Danny und Christopher mit ihren Familien. Dem Lederball rannte er bei der SpVgg. Bad Pyrmont schon in der Knabenmannschaft nach. Und als er als 18-Jähriger in den Herrenbereich aufrückte, fiel ihm unter Trainer Heinz Brannolte der Sprung ins Landesliga-Team nicht schwer. Unter „Kanne“ zählte der technisch versierte Angreifer sofort zu den Leistungsträgern und stieg mit seinen Pyrmontern in die damalige 3. Liga auf.

Seine sportlichen Höhepunkte erlebte er an der Südstraße mit den Duellen gegen Preußen Hameln 07 und natürlich im Sommer 1978 mit dem DFB-Pokalspiel gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt. Längst hatten zu diesem Zeitpunkt schon Vereine wie der VfB Oldenburg, VfL Wolfsburg und sogar der Schweizer Erstligist FC Zürich angeklopft. Doch den Sprung ins Profigeschäft wagte Loges erst im Sommer 1981, als er zum VfL Osnabrück wechselte. „Eigentlich viel zu spät“, haderte er noch viele Jahre später. Eine Saison wirbelte er an der Bremer Brücke, zwei erfolgreiche Spielzeiten folgten beim Drittligisten Wilhelmshaven, ehe es ihn in heimatliche Gefilde, genauer gesagt zum damaligen Viertligisten Preußen Hameln 07, zurückzog. Am Ende seiner Karriere wurde er mit 31 Zweitliga-Spielen (5 Tore), sowie 150 Amateuroberliga-Einsätzen (28 Treffer) in der Statistik des deutschen Fußballs geführt.

Als stolzer Vater kümmerte er sich vorbildlich um die fußballerische Entwicklung seiner beiden Söhne. Von den F-Junioren bis zur A-Jugend begleitete er Danny und Christopher bei der Spielvereinigung und den Hamelner Preußen ebenso als Trainer, wie anschließend auch im Seniorenbereich bei der SSG Halvestorf und erneut in der Kurstadt Im Sommer 2011 war dann Schluss mit Fußball. Doch sportlich ging es weiter. Sowohl auf dem Tennisplatz als im Winter auch auf der Skipiste zeigte sich Andreas Loges als wahrer Meister seines Fachs. Und ruhig wurde es in seinem Leben ohnehin nicht, dafür sorgten nach dem Eintritt in den Ruhestand drei Enkelinnen, die ihn mit Fug und Recht „Weltklasse-Opa“ nannten.

Der begnadete Sportler, der sich nie in den Mittelpunkt drängte und stets die leisen Töne anschlug, zählt auch nach seinem viel zu frühen Tod zu den Großen der norddeutschen Fußball-Szene.



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