weather-image
Fußball: Note zwei für Bock und Bicknell beim Zwischenzeugnis für die Neueinsteiger

Der Trainer-TÜV

HAMELN-PYRMONT. Selten zuvor war das Stühlerücken im Fußball-Kreis auf der Trainerposition wohl so gigantisch wie vor dieser Saison. Vor allem in den etwas höheren Spielklassen wagten viele Klubs einen Neuanfang auf der Bank. Landesligist Bad Pyrmont mit der Verpflichtung von David Odonkor wohl den spektakulärsten.

veröffentlicht am 04.10.2017 um 16:11 Uhr

Ihre Noten des Zwischenzeugnisses stimmen – Paul Bicknell, Oliver Bock und David Odonkor haben den Trainer-TÜV bestanden. Fotos: nls (5), awa (1), Mo (1)
Roland Giehr

Autor

Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aber haben sich die zahlreichen Wechsel auch gelohnt, und kam damit auch der erhoffte frische Wind? Auch wenn alle Trainer ihre Arbeit natürlich langfristig sehen, ist es anhand der sportlichen Fakten trotzdem schon Zeit für ein kleines Zwischenzeugnis. Quasi ein Trainer-TÜV. Nicht mehr in die Wertung kommt Uwe Filla, der beim FC Preussen 07 bereits nach sechs Spieltagen seinen Chefsessel wieder geräumt hat.


David Odonkor: Mit viel Vorschusslorbeeren gekommen, trat der WM-Held von 2006 zunächst auf der Stelle. Große Verletzungssorgen und ein völlig neues Team machten ihm die Arbeit in Bad Pyrmont allerdings auch nicht gerade leicht. Nach dem überraschenden Sieg über den Spitzenreiter HSC Hannover ist er aber nun offensichtlich in der Spur und auf dem Weg ins gesicherte Mittelfeld. Note: 3


Dirk Schumachers: Der ehemalige Drittliga-Spieler des TuS Hessisch Oldendorf legte beim MTSV Aerzen einen kapitalen Fehlstart hin und fand sich plötzlich auf einem Abstiegsplatz wieder. Doch die Gefahr ist gebannt, denn mit sieben Punkten in Folge schaffte Schumachers die schnelle Kehrtwende beim Bezirksligisten

270_0900_64415_sp777.jpg
270_0900_64416_sp444.jpg

Note: 3,5.


Oliver Bock: Als Nachfolger von Aufstiegstrainer Dietmar Harland trat er beim Bezirksligisten Eintracht Afferde zunächst in große Fußstapfen. Nach zwei deutlichen Auftaktniederlagen hatte er die Situation bei seinem neuen Klub aber fest im Griff und führte sein Team mit 14 Punkten in Serie aus dem Keller auf Platz vier in der Staffel 4. Note: 2


Stephan Meyer: Er heißt in Fachkreisen nicht umsonst „Meister-Meyer“, denn Emmerthals neuer Coach weiß eigentlich genau, wie man aus der Kreisliga in den Bezirk aufsteigt. Doch davon ist er als Tabellenvierter im Moment noch weit entfernt. Schon acht Punkte Rückstand auf Sensationsspitzenreiter FC Latferde sind eine hohe Hypothek. Da muss er mit seinen Mannen noch kräftig zulegen. Note: 4


Paul Bicknell: Nach dem wenig erfolgreichen Engagement beim TSV Bisperode ist der Brite nun beim Kreisliga-Vertreter BW Salzhemmendorf wieder klar auf Erfolgskurs. Lediglich die deftige 0:5-Niederlage in Latferde stört ein wenig in seiner momentanen Vita. Aber gewinnt er noch die beiden ausstehenden Nachholspiele, ist Paul Bicknell voll im Soll auf dem Weg zum erhofften Aufstieg. Note: 2


René Hau: Er debütierte zwar schon in der Vorsaison als Interimscoach und rettete die SSG Halvestorf mit Ach und Krach vor dem Abstieg. In seiner eigentlich ersten Saison als Cheftrainer ist Hau sportlich aber bislang noch keinen Schritt weitergekommen. Die SSG ist Drittletzter in der Bezirksliga (Staffel 3) und damit auch wieder ein Abstiegskandidat. Da muss also demnächst noch einiges kommen.

Note: 4,5


Rik Balk: Bei seiner ersten Station als Herrentrainer in der Kreisliga Hameln-Pyrmont hat Balk den Top-Favoriten TSV Bisperode – trotz einiger kleiner Schlenker – auf Platz zwei eigentlich gut in Position gebracht. An der alten Heimstärke des TSV muss er aber noch arbeiten, denn die beiden einzigen Niederlagen gegen Lauenstein und Salzhemmendorf gab es in der einstigen Festung Pappelstadion. Note: 2,5


Dietmar Harland: Als Meistermacher kam er aus Afferde nach Wallensen. Doch auf der Thüster Platte sieht man die Tabellenspitze momentan nur aus der Ferne. Platz fünf ist sicherlich nicht der Anspruch des WTW. Harland ist aber bekannt für einen kontinuierlichen Aufbau und wird in Zukunft noch mehr Konstanz ins Team bringen. Note: 3,5.


Steve Diener: Als aktiver Spieler hat er fast alle Ligen durch, als Trainer betrat der einstige Torjäger beim VfB Hemeringen aber nun völliges Neuland. Und es läuft beim Kreisligisten. Eigentlich so gut, wie schon lange nicht mehr. Steve Diener führte den Klub mit respektablen fünf Siegen aus neun Spielen auf Platz sechs. Keine Frage: Sein Debüt als Trainer ist damit gelungen.

Note: 2,5

Hakan Atangüc: Von allen Neueinsteigern übernahm er zweifellos die schwierigste Aufgabe. Der VfB Eimbeckhausen war im Vorjahr eigentlich schon weg vom Fenster, blieb nach dem 07-Aufstieg aber trotzdem in der Kreisliga. Unter der Regie von Atangüc hat das Team als Achter schon jetzt genauso viele Punkte (9) gesammelt, wie in der kompletten Vorsaison. Einige wird es noch geben. Note 3

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare