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Ostern vor 50 Jahren trumpfte die Spielvereinigung Bad Pyrmont in Spanien groß auf

Der Supercoup von Barcelona

Bad Pyrmont. Pokalsieger fliegen, die fahren nicht mit der Bahn! Diesen Luxus gönnten sich die Fußballer der SpVgg. Bad Pyrmont schon vor 50 Jahren. Denn die legten sich 1964 ihr Ostergeschenk selbst ins Nest, als sie in Barcelona bei einem internationalen Turnier für Amateure die begehrte „Copa Pascua“ gewannen. Nach dem 5:1-Erfolg am Ostersonntag gegen CD Europa Barcelona – Tore: Rolf Begemann (2), Horst Knippel (2) und Hans-Rainer Steinmeyer – ging es einen Tag später im Finale gegen Hannover 96, die gegen den FC Barcelona gewonnen hatten, zur Sache. Gegen den deutschen Amateurmeister um Kapitän Hannes Baldauf und Trainer Hans Kirk siegten die Außenseiter durch Tore von Steinmeyer (2) und Willy Engler mit 3:0 und fühlten sich danach wie die „Könige von Barcelona“.

veröffentlicht am 19.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von Klaus Frye

Mit Hermann Heuer, Gastone Schwärzer, Dieter „Riedel“ Vogt, Willi „Maxe“ Macha, Winfried Voeste, Hans-Rainer „Zappel“ Steinmeyer und Ewald Lassak trafen sich sieben der Barcelona-Helden im Stadion an der Südstraße und drehten das Rad noch einmal 50 Jahre zurück.

Unvergessen für die „glorreichen Sieben“ die Siegerehrung – die „Copa Pascua“ wurde vor dem Klassiker FC Barcelona gegen Real Madrid am Abend vor 95 000 Zuschauern im Stadion Nuo Camp überreicht. Anschließend sahen sie aus erster Reihe den spanischen Klassiker und das 1:0 von Real. Der 40-Meter-Freistoßhammer von Ferenc Puskás begeisterte auch die Pyrmonter, nur Freistoß-Spezialist „Maxe“ Macha blieb cool: „Das kann ich auch.“

„Anschließend feierten wir unseren Sieg auf der berühmten ‘Ramblas’, und es wurde eine lange Nacht“, erinnert sich „Riedel“ Vogt, der Puskás in der Halbzeit schnell noch ein Autogramm abgeluchst hatte. Und für den damaligen Vereinschef Martin Beyer (†) war nach dem Pokalerfolg klar: „Zurück wird geflogen!“ Eine strapaziöse 24-stündige Bahnreise kam für einen Pokalsieger nicht infrage. Organisationstalent Beyer machte das Unmögliche möglich: Nur wenige Stunden nach dem Finalerfolg war der Rückflug gebucht.

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  • Dieses Plakat sah man Ostern 1964 in Barcelona auf allen Straßen.

Aber „Mertel“, wie ihn seine Spieler nannten, konnte auch anders. „Vor der Fahrt stand er mit uns noch auf Kriegsfuß“, schmunzelt Gastone Schwärzer heute noch, wenn er an Beyers Wutausbruch denkt. Vier Tage vor dem Barcelona-Trip gab es gegen Fortuna Hannover eine 1:2-Heimpleite. Der „große Zampano“ tobte und ließ die Mannschaft allein nach Spanien fahren. Doch als Ewald Lassak in Barcelona als Erster aus dem Zug stieg, gab er Entwarnung: „Er ist schon da!“

Die Helden von Barcelona: Jörg Dittmann, Arnold Naase, Hermann Keunecke, Jochen Schulze, Hermann Heuer, Hermann Engel (†), Gastone Schwärzer, Willy Engler (†), Rolf Begemann (†), Dieter Vogt, Horst Knippel, Willi Macha, Winfried Voeste, Hans-Rainer Steinmeyer, Ewald Lassak und Bernd Krumschmidt.



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