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Ab 2016 ist Futsal Pflicht bei allen offiziellen Hallenturnieren – auch im Kreisgebiet

Der kleine Fußball wird immer größer

Hameln-Pyrmont. Der weltweite Triumphzug des kleinen Fußballs durch die Sporthallen macht auch in Deutschland keinen Halt. Futsal, so die einzige von der FIFA offiziell anerkannte Variante des Hallenfußballs, wird laut DFB-Masterplan spätestens ab 2016 das Maß der Dinge bei allen Turnieren sein. Zwar wird bereits seit 2006 der DFB-Futsal-Pokal ausgetragen, der auch als inoffizielle Deutsche Meisterschaft bezeichnet wird, eine bundesweite Liga ist jedoch noch Zukunftsmusik. Die Rückständigkeit in Deutschland wird auch dadurch belegt, dass der Schalker Max Meyer der erste deutsche Futsal-Spieler ist, der es in den Profibereich geschafft hat.

veröffentlicht am 18.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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In anderen Ländern ist das eher normal: Abgesehen vom Italiener Fabio Cannavaro spielten alle Weltfußballer seit 1996 in ihrer Jugend Futsal. In Niedersachsen gibt es nur vier Futsal-Vereine: VTR Rinteln Futsal, Futsal Club Schaumburg, BFC Braunschweig und UFC Göttingen. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) organisiert für A-, B- und C-Junioren jährlich einen Futsal-Cup, seit 2014 neuerdings auch im Herrenbereich. Aus dem heimischen Landkreis hat die JSG Tündern/Halvestorf bei den C-Junioren teilgenommen. Ab 2016 wird der Hallenfußball nun nach Futsal-Regeln bei allen offiziellen Hallenturnieren in Niedersachsen gespielt. Das bestätigt auch der Vorsitzende des Jugendausschusses des Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, Werner Jorns: „Die in diesem Jahr am 9. November beginnenden Hallenkreismeisterschaften der Jugend werden mit einem Futsal gespielt, jedoch noch ohne Futsal-Regeln, da derzeit nur zwei Schiedsrichter entsprechend ausgebildet sind. So kann den Kindern aber schon das Gefühl für den sprungreduzierten Ball vermittel werden. Ab der Saison 2015/2016 sind dann genügend Schiedsrichter ausgebildet, um den Spielbetrieb zu gewährleisten.“ Private Turniere können jedoch weiterhin nach den bisherigen Regeln ausgetragen werden. Christoph Beißmann, beim NFV für Futsal zuständig: „Die Regeln sollen möglichst einheitlich gestaltet werden. Zurzeit wird von Bundesland zu Bundesland teilweise noch mit unterschiedlichen Regeln gespielt, z. B. bei der Foulanzahl. Für die Zukunft ist aber vorgesehen, in ganz Deutschland nach denselben Regeln zu spielen. Kinder sind natürlich leichter von Futsal zu überzeugen als Spieler aus dem Herrenbereich, die jahrelang klassischen Hallenfußball gespielt haben.“ Der Bayerische Fußballverband (BFV) vollzieht die Umstellung schon in der Saison 2014/2015.

Doch, was sind die Vorzüge beim Futsal? Vor allem der etwas kleinere Ball. Er hilft, ein besseres Gefühl im Fuß zu entwickeln. Zudem wird die Taktik geschult, da es viele durchdefinierte Spielzüge gibt. Ein weiteres Plus beim Futsal: Die Verletzungsgefahr ist geringer und ein schnelleres und körperloseres Spiel gewährleistet. Der Name leitet sich vom portugiesischen futebol de salão und dem spanischen fútbol sala („Hallenfußball“) ab. 1930 wurde es von einem Lehrer in Uruguay entwickelt, um für Kinder eine altersgerechte Art des Fußballs zu schaffen. Die FIFA nahm es 1989 als zusätzlichen Wettbewerb und als einzige offizielle internationale Hallenfußballvariante auf.

Die erste WM fand im selben Jahr statt. Seit 2001 trägt die UEFA sogar einen jährlichen Landesmeisterpokal und seit 1996 eine Europameisterschaft aus. Gespielt wird Futsal zumeist in Südamerika, Süd- und Osteuropa. Der DFB gehört noch zu den fünf von 54 europäischen Verbänden, die keine Nationalmannschaft stellen. In Spanien, Portugal, Italien, Russland und Brasilien existieren Profi-Ligen mit regelmäßigen TV-Übertragungen.



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