weather-image
10°
×

Fußball-Trainer einig: Hoffenheim-Spiel hätte wiederholt werden müssen

„Das Urteil ist eine Lachnummer!“

Hameln-Pyrmont. Das Phantom-Tor von Stefan Kießling beim 2:1 in Hoffenheim, das nun kurioserweise durch das DFB-Sportgericht auch noch legalisiert wurde, ist natürlich auch im Kreisgebiet von Hameln-Pyrmont das Diskussionsthema Nummer eins. Die Sportredaktion der Dewezet hörte sich einmal bei den heimischen Fußball-Trainern um. Der allgemeine Tenor: Das Urteil ist eine Lachnummer, die Partie hätte eigentlich wiederholt werden müssen. Gleichwohl akzeptieren die Übungsleiter aber notgedrungen auch das geltende Recht der Tatsachenentscheidung.

veröffentlicht am 30.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Roland Giehr

Autor

Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Siegfried Motzner (HSC BW Tündern): „Das ist ein ganz schlechtes Urteil. Im Profi-Fußball geht es immer um sehr viel, da darf so etwas nicht passieren. Das war kein Tor, also hätte das Spiel auch wiederholt werden müssen. Das geltende Recht der Tatsachenentscheidung muss man aber akzeptieren. Auch wenn es einem in so einer eindeutigen Situation sehr schwerfällt.“

Werner Brennecke (TSVBisperode): „Aus Sicht von Hoffenheim ist das natürlich eine jämmerliche und grausige Entscheidung. Ich sage aber auch: Wehret den Anfängen. Denn wenn eine Tatsachenentscheidung nichts mehr wert ist, werden die Schiedsrichter Woche für Woche an den Pranger gestellt und Spiele werden fast nur noch vom Sportgericht entschieden. Und das kann nicht im Sinne des Fußballs sein.“

Sven Brostedt (ESV Hameln): „Ich bin nicht wirklich überrascht, aber total verärgert. Das war eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Eine Wiederholung des Spiels wäre deshalb nur gerecht gewesen. Mit der Torlinientechnik wäre das sicher nicht passiert. Nun wird es aber allerhöchste Zeit, sie im deutschen Profifußball einzuführen.“

Thilo Klotz (TuS Rohden): „Für mich liegt der Fehler ganz klar beim Schiedsrichter. Er und seine drei Assistenten hätten das einfach sehen müssen. Die Entscheidung des DFB, so absurd sie auch ist, muss man aber notgedrungen akzeptieren. Sonst sitzen wir bald nur noch vor Gericht, denn fast jede Woche gibt es doch die Diskussionen um Tor oder nicht Tor.“

Axel Marahrens (Eintracht Afferde): „Das ist sehr schade, der DFB hat hier im Sinne des Fußballs eine große Chance verpasst, sich gegen die FIFA durchzusetzen. Ich hätte mir gewünscht, der Vorschlag von Rudi Völler, die Partie ab dem Stand von 1:0 für Leverkusen fortzusetzen, wäre vom Sportgericht umgesetzt worden.“

Thomas Fenske (TSV Klein Berkel): „Dieses Urteil ist eine absolute Lachnummer. Vor 20 Jahren beim Helmer-Tor war das auch eine sogenannte Tatsachenentscheidung – und das Spiel wurde wiederholt. Aber Stefan Kießling hätte das alles schon im Spiel aufklären müssen. Sein Verhalten war in diesem Fall nicht korrekt. Trotzdem müssen sich natürlich auch die Schiedsrichter hinterfragen. Vier Mann im Einsatz und keiner sieht was. Das geht gar nicht.“

Hassan Hamadi (HSC Tündern): „Ich kann das nicht nachvollziehen. Das Urteil ist im höchsten Maß unfair. Auch wenn die Verantwortlichen in Hoffenheim und die Schiedsrichter bei der Netzkontrolle offensichtlich nicht richtig hingeschaut haben, das Spiel hätte wiederholt werden müssen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige