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Paul Bicknell schwärmt vom Tyne-Wear-Derby und vom FA-Cup-Finale 1973

„Da geht es immer richtig zur Sache“

Black Cats – so nennen die Fans die Kicker des AFC Sunderland. Der Association Football Club ist ein englischer Traditionsverein, der bereits 1879 gegründet wurde. Der AFC war übrigens der erste Premiere-League-Klub, der dreimal englischer Meister wurde. An den letzten von insgesamt sechs Titeln kann sich aber selbst Paul Bicknell nicht erinnern. Und das, obwohl der Coach der SG Hameln 74, der südlich von London geboren wurde, ein Fan des englischen Fußballs ist: „Das ist schon sehr, sehr lange her.“

veröffentlicht am 19.07.2011 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Stimmt. 1936 wurden die Black Cats zum letzten Mal Meister…

Aber ein anderes Sunderland-Spiel ist Bicknell dafür in ganz besonderer Erinnerung geblieben: das legendäre FA-Cup-Finale von 1973, das die Black Cats damals vor 100 000 Zuschauern im proppevollen Wembley-Stadion mit 1:0 gegen Leeds United gewannen. Von diesem unvergesslichen Pokalfinale spricht man in England heute noch.

Sunderland war damals als Zweitligist krasser Außenseiter – und schaffte die wohl größte Sensation in der FA-Cup-Geschichte. Nicht nur den denkwürdigen Siegtreffer von John „Ian“ Porterfield hat Bicknell, der das packende Spiel damals live im Fernsehen gesehen hat, noch vor Augen. Auch von Sunderlands Keeper Jim Montgomery, der mit einer unfassbaren Weltklasse-Parade den Ausgleich verhinderte, schwärmt Bicknell heute noch: „Das war einfach nur unglaublich.“ Erst parierte Montgomery einen Kopfball, dann verdrehte Sunderlands Keeper seinen Körper und lenkte einen Schuss an die Unterseite der Querlatte. Doch nach dem zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte folgte wieder eine lange Durststrecke. Zwischenzeitlich spielten die Black Cats sogar wieder in der zweiten Liga, aber die fußballverrückten Fans der Hafenstadt, die an der Mündung des Flusses Wear in die Nordsee liegt, sind dem AFC Sunderland treu geblieben.

Star der Black Cats ist zweifellos Asamoah Gyan. Foto: SAFC

Das Tyne-Wear-Derby zwischen Newcastle United und Sunderland zählt laut Bicknell im Mutterland des Fußballs zu den brisantesten überhaupt: „Da geht es immer richtig zur Sache. Das ist vergleichbar mit dem North-London-Derby zwischen Arsenal und Tottenham Hospur oder dem North-West-Derby zwischen Liverpool und Manchester United.“

Newcastle und Sunderland liegen nur zehn Meilen voneinander entfernt. Die Rivalität der Städte geht bis zum englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert zurück, damals kämpfte die Bürger von Newcastle auf der Seite der Monarchie und die von Sunderland auf der Seite des Parlaments.

In der neuen Saison traut Bicknell den „Black Cats“ aus Sunderland einiges zu: „Ich gehe davon aus, dass sie ein Wörtchen um die Europapokalplätze mitreden werden.“ Immerhin haben habe der Premier-League-Klub über 26 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Vor allem das neue Abwehr-Duo John O’Shea und Wes Brown von Manchester United ist für Bicknell eine „echte Verstärkung“. Bicknell geht davon aus, dass Sunderland die beiden ehemaligen Nationalspieler aufgrund ihrer jahrelangen internationalen Erfahrung sehr gut gebrauchen kann, denn in der vergangenen Premier-League-Saison hatten die Black Cats vor Aston Villa die löchrigste Abwehr in der Top 10 der englischen Premier League. Das soll sich ändern.

Der Star der Black Cats ist Asamoah Gyan (Marktwert: geschätzte 12 Millionen Euro), aber der absolute Superstar ist für Bicknell Sunderlands Coach Steve Bruce, der in den 90er Jahren mit Éric Cantona, Ryan Giggs und Co. unter Alex Fergusson für Manchester United kickte und einen Titel nach dem anderen gewann. „Als Spieler war Bruce ein Tier. Der hat in der Abwehr alles weggeputzt, was auf ihn zu kam“, schwärmt Bicknell („Ich bin ManU-Fan“) von den guten alten Zeiten der „Red Devils“. „Vorne Cantona, hinten Bruce – das war Leidenschaft pur!“



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