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Kuriose Trikotnummer in Wallensen als Ärgernis / Schütte wiegelt ab

Biester beleidigt und beschimpft?

Wallensen. Auch in der Fußball-Provinz gilt: Wer eine Reise in die Fremde macht, der sollte immer erst in den Trikotkoffer schauen, ob auch wirklich alle da sind. Hat sich aber anscheinend bis zum SV Lachem noch nicht herumgesprochen. Oder wie sonst ist die kuriose Nummer von Wallensen zu erklären? Über 30 Minuten dauerte dort am Donnerstag der kollektive Wartestand, ehe die Gäste dank ihres erst spät angereisten Torjägers Soner Aslan ihre komplette Arbeitskluft angelegt hatten und der Ball endlich rollte. Schon eigenartig: Der wichtigste Mann fehlt – und hat auch noch die Trikots. Dass der WTW am Ende der Spätvorstellung verdient mit 2:1 gewann und damit auch im 14. Spiel in Serie unbesiegt blieb, ist aber nur die eine Geschichte. Die weniger schöne andere, dass in der abendlichen Kälte wohl die Emotionen zu hoch kochten. „Wir wurden von einigen Zuschauern übelst als Kanaken-Truppe und ich als Kanaken-Trainer und Arschloch beschimpft und beleidigt“, monierte Lachems Trainer Holger Biester. Selbst Schläge sollen seiner Mannschaft von außen angedroht worden sein.

veröffentlicht am 06.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

Roland Giehr

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Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Das alles kann Wallensens Sprecher Thomas Schütte aber nicht bestätigen. „Ich habe davon nichts gehört. Aber wenn es tatsächlich so gewesen ist, distanziert sich der WTW mit aller Macht von derartig unqualifizierten Äußerungen Einzelner.“ Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack, an dem der SV Lachem nicht ganz unschuldig ist. „Wir kamen uns alle richtig veralbert vor. Erst hieß es, Aslan hat die Trikots, dann rauschte der mit quietschenden Reifen an und hatte nur einen kleinen Rucksack dabei. Das glaubt doch keiner“, stellte WTW-Coach Stefan Gluba fest.

Sein Pendant Holger Biester blieb allerdings dabei: „Soner hatte die noch fehlenden Trikots. Es war einfach Pech, dass er auf der Arbeit aufgehalten wurde und nicht rechtzeitig da sein konnte.“ Wie auch immer, wenigstens der sportlich wichtige Teil auf dem Platz verlief in ordentlichen Bahnen. „Das war ein interessantes Fußballspiel mit viel Einsatz“, bilanzierte Gluba. Auch Biester hatte daran nichts aus zusetzen. Ein weiteres Ärgernis gab es aber dennoch. „Die Lachemer Kabine stand unter Wasser und war so verdreckt, dass der Schulsport am nächsten Morgen ausfallen musste. So etwas geht gar nicht“, beschwerte sich Thomas Schütte. Am Sonntag (15 Uhr) wird wieder Fußball gespielt. Dann kommt der VfB Eimbeckhausen nach Wallensen. Weiter spielen: Afferde – Hastenbeck, Emmerthal – Latferde (Sa., 15 Uhr), Lachem – Marienau, Hemeringen – Tündern II, Hessisch Oldendorf – Bisperode, Grohnde – Rohden, Börry – Aerzen (So., 15 Uhr).



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