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Germanen-Coach Sölla realistisch / Halvestorf: Saisonstart ohne Selensky / SG74: Schulz fällt mit Bandscheibenvorfall aus

Bezirksliga-Start ohne Selensky, Heetel, Deck und Schulz

Von den Hameln-Pyrmonter Bezirksligaklubs gibt es einige Neuigkeiten zu berichten: Bei der SSG Halvestorf fällt Kapitän Josef Selensky zum Saisonstart aus, bei der SG Hameln 74 muss u. a. Abwehrchef Tobias Schulz (Bandscheibenvorfall) pausieren, die Spvgg Bad Pyrmont soll einen weiteren Neuzugang an der Angel haben, bei Germania Hagen wurde das Comeback von Neuzugang Marco Heetel auf Ende September verschoben und vieles mehr.   

veröffentlicht am 03.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:05 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Ex-Landesligist SSG Halvestorf zählt zwar in der neuen Bezirksliga-Saison zum engeren Favoritenkreis. Aber der direkte Wiederaufstieg ist für Trainer Markus Schwarz kein Muss: „Wir wollen oben mitspielen.“ Vor dem Saisonstart hat Schwarz zwar ein „ungutes Gefühl, aber das ist ein gutes Zeichen“. Sein Sorgenkind ist ausgerechnet sein Kapitän Josef Selensky, der erst aufgrund einer Schambeinentzündung und dann wegen einer entzündeten Patellasehne seit Monaten nicht trainieren konnte. Sein Comeback ist ungewiss. „Es sieht wirklich ernst aus. Sein Ausfall tut uns sehr weh“, sagt Schwarz, denn Selensky als Leitwolf und Mittelfeldmotor sei neben Torwart Fabian Moniac, Matthias Günzel und René Hau eine der tragenden Säulen in der Startelf. Für Selensky rückt Matthias Günzel von der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld vor. „Matze“ soll mit René Hau eine Doppel-Sechs bilden und den Spielaufbau ankurbeln. Ein weiteres Problem, dass der Trainer lösen musste: „Mit Fabian Kowalski und Yannick Hill haben wir gleich beide Außenverteidiger verloren, die nur schwer zu ersetzen sein werden.“ Auf der rechten Seite könnte Jannik Schmidt verteidigen, auf der linken Neuzugang Manuel Lehnhof. Auch David Bach ist als Außenverteidiger eine Alternative. In der Abwehr streiten sich mit Jan Bierwirth, Torben Göldner, Jan Seifert und Niklas Bleil ein Quartett um die beiden freien Plätze in der Innenverteidigung. Für Schwarz „ein Luxusproblem“.

Mit gemischten Gefühlen blickt Dirk Sölla dem Saisonstart von Germania Hagen entgegen. Nicht nur, weil die Sölla-Elf an den ersten fünf Spieltagen gleich mit vier Topteams der Liga zu tun hat: „Nienstädt, Evesen, Rinteln und Halvestorf werden um den Titel mitspielen“, ist sich Sölla sicher. Außerderm lief die Saisonvorbereitung bei den Germanen „sehr durchwachsen“ – wie schon in den Jahren zuvor. Sölla ließ zwischen den Zeilen durchblicken, dass die Trainingsbeteiligung besser sein könnte. „Ich hoffe, dass uns so ein Fehlstart wie vergangene Saison erspart bleibt.“ Rückblick: Erst am 7. Spieltag gab es den ersten Saisonsieg mit 3:1 gegen Sachsenhagen. So lange will der Germanen-Coach diesmal nicht warten. Was den Saisonstart angeht, muss Sölla improvisieren. Nach zweimonatiger Verletzungspause hat Marco Heetel („Wenn Marco fit, ist er eine echte Verstärkung für uns“) mit dem Lauftraining begonnen. Sein Comeback ist frühestens für Ende September geplant. Auch die Urlauber Marcel Heetel und Jan-Hendrik Kleine werden beim Saisonauftakt fehlen. Hinzu kommen die Wechsel von Toni Streubel, Jan Philipp Schmidt, Nico von Stietencron und Vladimir Bozok, „die wir aber durch die fünf Neuzugänge aus Pyrmont kompensieren können“, sagt Sölla, der keinen Hehl daraus macht, dass er Bozok gerne behalten hätte, „weil er ein richtig guter Fußballer ist“. Die gute Nachricht: Student Hauke Martensen hat sich im Training zurückgemeldet. Söllas Ziel: „Wir wollen so frühzeitig wie möglich den Klassenerhalt schaffen und uns auf Dauer in der Bezirksliga etablieren.“ Das wird seiner Meinung nach schwer genug, „denn die Staffel 4 ist wesentlich stärker als vergangene Saison“. Dass es einige „Experten“ gibt, die Hagen sogar zu den Meisterschaftsfavoriten zählen, kann Sölla, der auch in der neuen Saison auf seine bewährte Konter-Taktik setzt, nicht verstehen: „Das ist absoluter Quatsch!“

Mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 22 Jahren ist die SG Hameln 74 nicht nur eins der jüngsten Teams der Liga, sondern auch eines der ehrgeizigsten. Das Ziel sind die Top 5. Neuzugang Jannik Hilker will sogar noch mehr: „Mein Ziel ist der Aufstieg!“ Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr, denn der Hamelner Nordstadtklub hat den Kader u. a. mit Manuel Ungermann (Bisperode), Yacin Ulus (Tündern), Farbio Mercia (Bielefeld), Flamur Dragusha (Grohnde), Sönke Wyrwoll (Springe), Marc-Robin Schumachers (Tündern) und Hilker (Wunstorf) exzellent verstärkt. Die Neuzugänge heizen den Konkurrenzkampf an. Und das ist laut Trainer Paul Bicknell auch so gewollt: Kein Spieler bekommt eine Stammplatzgarantie – auch sein Lieblingsspieler Hilker nicht. „Ich stelle nach Leistung auf und nicht nach Namen“, betont Bicknell. Weil der 23er-Kader sehr ausgeglichen besetzt sei, setzt der Coach der SG 74 auf das Rotationsprinzip. Denn auch junge Talente wie Torben Böhm (aus der eigenen A-Jugend) sollen in der Bezirksliga eine Chance bekommen. Wer Bicknell kennt, der weiß, dass für den Trainer nehmen Siegeswille und Teamgeist insbesondere die taktische Disziplin das A und O. ist. Deshalb ist er auch noch nicht zufrieden, was das Umschalten von Angriff auf Abwehr und umgekehrt betrifft. Und auch das Pressing im Mittelfeld müsse noch verbessert werden, um den Gegner schon im Spielaufbau zu stören. Sorgenfrei war die Saisonvorbereitung auch beim Liganeuling nicht, denn mit Anatoli Deck (Knochenabsplitterung im Knöchel), Mike König (geplatzte Ader), Murat Ulus (Meniskus-OP) und Tobias Schulz (Bandscheibenvorfall) stehen vier Spieler auf der Verletztenliste. Für Bicknell ist das aber kein Problem: „Wir können jeden Spieler gleichwertig ersetzen.“ Bereits am Sonntag um 15 Uhr gibt Philipp Gasde bei der Spvgg. Bad Pyrmont sein Debüt als Spielertrainer. Die Partie gegen die Landesligakicker wird für den ehrgeizigen Coach, der laut Vereinschef Jürgen Bahmann in drei Jahren zwei Aufstiege schaffen soll, die erste wichtige Standortbestimmung vor dem Bezirksliga-Start. Mit dem Polen Andrzej Matwijow soll der Klub einen weiteren Neuzugang an der Angel haben, dessen Verpflichtung aber noch nicht bestätigt worden ist.

3 Bilder
Germania Hagen peilt einen Mittelfeldplatz an. Fotos: Dropkick


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