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Michael Mildenberger von der TSG Hoffenheim zur Reha in Pyrmont

„Bedingungen für Behinderte werden in Stadien immer besser“

Bad Pyrmont. Seit 2008 ist Michael Mildenberger ehrenamtlicher Behindertenfanbeauftragter des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, hat in diesen sechs Jahren sich nicht nur mit ganzer Kraft für die Belange der Behinderten in seinem Verein eingesetzt, sondern auch viel für sie an Bequemlichkeit und Komfort in der Rhein-Neckar-Arena erreicht. So ist auf Initiative des 48-jährigen Heilerziehungspflegers aus Weinheim ein wahres Eldorado für alle gehandicapten Zuschauer geschaffen worden. Sie fühlen sich (bei einem zivilen Preis von 12 Euro) nicht nur auf mit viel Beinfreiheit ausgestatteten und überdachten Sitzplätzen wohl, sondern können sich das Spiel mitten unter den blau-weißen Fans sogar über Kopfhörer kommentieren lassen. Obendrein dürfen sie kostenlos eine Begleitperson mitnehmen. „Ich bin stolz auf all diese Errungenschaften, die mittlerweile auch in anderen Stadien der ersten bis dritten Bundesliga ihren Einzug halten“, so Mildenberger, der seinen Arbeitsplatz im „Pilgerhaus Weinheim“ für sechs Wochen mit einer Reha-Maßnahme in der Weserklinik in Bad Pyrmont vertauschen musste. Dort hält er sich derzeit nach einem Bandscheibenvorfall auf, lässt sich durch Sport und Gymnastik wieder in Form bringen. „Ich finde das Weserbergland ganz toll, besonders wegen seiner vielen Fachwerkhäuser“, so der dreifache Familienvater, der bereits am 38. Emmerthaler Silvesterlauf teilgenommen hat und davon so begeistert war, dass er auch im nächsten Jahr an den Start geht.

veröffentlicht am 04.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

von rolf henning Schnell

„Aber bereits vorher starte ich im Sommer beim Pyrmonter Brunnenlauf, weil mich inzwischen eine enge Freundschaft mit Rainer Leitsmann, dem Spiritus rector der Pyrmonter Laufgruppe, verbindet.“ Am letzten Wochenende war „Charly“ Mildenberger (den Spitznamen hat er von dem legendären Schwergewichtsboxer Karl Mildenberger übernommen) in Hannover beim Bundesligaspiel Hannover 96 gegen Mönchengladbach.

Dort traf er auf seinen 96-Kollegen Detlef Kühne, der dort gerade wieder Sehbehinderte und Beauftragte um sich geschart hatte. „Durch den ständigen Austausch untereinander werden die Bedingungen für Behinderte in allen deutschen Stadien besser, bekommen zugleich einen Standard, den diese oft ausgegrenzten Fans sich wünschen, weil sie damit nicht länger an den Rand gedrängt, sondern mitten ins Geschehen mit einbezogen werden“, freut sich „Charly“, der auch der vom DFB geförderten Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG) angehört. Er selbst ist nur bis zum 23. Lebensjahr beim TSV Dühren dem runden Leder nachjagt. „Die Schichtarbeit hat mir keine Zeit mehr gelassen“, so Mildenberger, der sich aber ein weiteres Hobby erhalten hat: Er ist Frontmann (Sänger) einer Punkband in Heidelberg, unterstützt und berät obendrein eine seiner beiden Töchter, die sich für den Fußballsport entschieden hat.



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