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Zwei Nepalesen verstärken Inter

Aus dem Himalaya nach Holzhausen

Bad Pyrmont. Vom Himalaya ins Weserbergland – Multikulti der besonderen Art bei Inter Holzhausen. Mit Dinesh und Dipesh Kch verstärken künftig zwei junge Fußballer aus Nepal den Kader des Kreisklassenvereins aus dem Pyrmonter Stadtteil. Aus ihrem kleinen Heimatdorf, 40 Kilometer von Nepals zweitgrößter Stadt Pokhara entfernt, konnten die beiden auf das Dach der Welt, genauer gesagt auf den 8091 Meter hohen Annapurna schauen, jetzt sehen sie bei schönem Wetter höchstens mal den 496 Meter hohen Köterberg.

veröffentlicht am 16.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:21 Uhr

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Dinesh, mit 21 Jahren der ältere der beiden Jungs aus dem Himalaya, lebt schon seit 2010 im Tal der Emmer und studiert inzwischen in Hannover Politikwissenschaften. Sein 19-jähriger Bruder Dipesh ist erst vor vier Wochen in die Kurstadt gekommen, wo beide in einer deutschen Familie leben. In ihrer neuen Umgebung und im Inter-Team sind sie längst angekommen. Denn Integration war für beide von Beginn an ein ganz wichtiges Thema. „Und die ist voll gelungen“, bestätigte auch Inter-Trainer Henning Lücke. Und dass die beiden Neuen im blauen Trikot der Holzhäuser Fußball spielen können, sah der Coach am vergangenen Wochenende. Klein, wendig und schnell präsentierten sich seine beiden Nepalesen beim Blitzturnier auf dem Hagen. Keinesfalls überraschend, schließlich hatte die Lederpille Dinesh und Dipesh schon zu Hause am Fuße der Achttausender begeistert. Fußball ist eben international, und Nepal rangiert in der FIFA-Rangliste immerhin schon auf Platz 160.

Einen richtigen Sportplatz mit grünem Rasen und richtigen Toren gab es in ihrem Heimatdorf nicht. Gekickt wurde – übrigens auf 1600 Meter Höhe – nach dem Schulunterricht aber trotzdem. „Auf einem ganz kleinen sandigen Platz, wo Steine die Torpfosten ersetzten, und immer barfuß“, das haben Dinesh und Dipesh ebenso wie ihr traditionelles Nationalgericht Dal Bhat (Reis mit Linsen) nicht vergessen. Auf dem staubigen Platz hieß es vor allem „Ball flachhalten“, denn hohe Bälle flogen auch mal schnell hinunter in eine tiefe Schlucht. Es gab keinen Zaun und es war beschwerlich, den Ball zurückzuholen. Klar, dass Dinesh und Dipesh deshalb konditionell voll auf der Höhe sind.



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