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Franz Genschick hört als Trainer auf

Auf dem Hagen beginnt seine Abschiedstournee

Die Bezirksliga-Partie gegen Germania Hagen ist für Franz Genschick kein Spiel wie jedes andere, denn für Springes Coach beginnt am Sonntag (15 Uhr) am Aechternbusch die Abschiedstournee. Vor ein paar Tagen verkündete der 62-Jährige, der erst im Januar seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängert hatte, dass er am Saisonende als Trainer aufhören wird. Damit hatte niemand gerechnet. Er selbst auch nicht. „Ich hätte gerne noch ein oder zwei Jahre weitergemacht. Aber mein Arzt hat mir geraten, etwas kürzerzutreten, weil mein Blutdruck zu hoch ist.“ Statt sich über „Gurkenspiele“ wie im Hinspiel bei der Nullnummer gegen Hagen zu ärgern, will Genschick lieber den stressigen Trainerjob an den Nagel hängen und als Übungsleiter mit 62 vorzeitig in den Ruhestand gehen. Seine Handschrift ist zwar beim FC Springe zu erkennen, „aber zwei, drei Jahre hätte ich noch gebraucht, um eine Mannschaft zu formen, die in der Bezirksliga ganz oben mitspielen kann“. Der Grundstein für seinen Nachfolger (u. a. ist Milan Rukavina im Gespräch) sei aber gelegt.

veröffentlicht am 08.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Wer Genschick kennt, der weiß, dass er ein ehrlicher Trainertyp ist, der immer seiner Linie treu geblieben ist – und manchmal auch sehr unbequem sein kann. Das bekommen oft jüngere Spieler zu spüren, die keine Kritik mehr vertragen können. Denn die „Pflegefelle“, wie Genschick trainingsfaule und chronisch unzufriedene Spieler bezeichnet, sortiert der Mann der ehrlichen Worte schon mal gnadenlos aus.

Aber auch was sich selbst angeht, legt er die Messlatte hoch an: „Halbe Sachen gibt es bei mir nicht, dann höre ich lieber auf“, sagt der Ex-Profi, der zwischen 1974 und 1980 insgesamt 169 Zweitligaspiele für den VfL Osnabrück und Arminia Hannover machte und dabei 23 Tore schoss. In der heimischen Fußball-Szene ist Genschick bekannt wie ein bunter Hund. Mit dem VfV Hildesheim stieg er zu Beginn seiner Trainerkarriere in die Niedersachsenliga auf. Das war Anfang der 1980er Jahre.

Darüber hinaus zählen die Landesliga-Aufstiege mit dem SC Asel und dem TSV Barsinghausen zu den wichtigsten Erfolgen seiner Trainerkarriere, die ihn Ende der 1980er Jahre auch zur Spielvereinigung Preußen Hameln 07 führte, die damals in der Verbandsliga spielte. Das war allerdings ein kurzes Intermezzo. „Nach unserem 1:0-Sieg in Celle sagte der damalige Preußen-Chef Karl-Heinz Strüver zu mir, dass er nicht mehr mit mir plant.“ Sein Nachfolger Günther „Paule“ Hauschild stand schon fest. Diese „Vetternwirtschaft“ bei Preußen war nicht sein Ding, deshalb zog er die Konsequenzen: Genschick ging – und 07-Vize Wilfried Meerhaut gleich mit.

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