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HSC-Manager Manfred Lentge glaubt an Tünderns Klassenerhalt / Trainer Motzner soll verlängern

„Abstiegsangst? Habe ich nicht“

Herr Lentge, die Lage wird immer prekärer. Tündern steht als Tabellen-14. der Fußball-Landesliga mit 15 Punkten auf einem Abstiegsplatz und hat schon fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Haben Sie Abstiegsangst?

veröffentlicht am 13.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Angst habe ich nicht, aber Sorgen mache ich mir schon. Wie in den vergangenen Jahren auch, kämpfen wir wieder um den Klassenerhalt. Es wird wahnsinnig schwer, aber ich bin trotzdem immer noch optimistisch, dass wir es wieder schaffen können. Wir haben zwar schon fünf Punkte Rückstand auf den Nicht-Abstiegsplatz, aber bei der Drei-Punkte-Regel ist noch alles möglich. Es wäre wichtig, dass wir unser Heimspiel gegen Sulingen (heute, 14 Uhr, Kunstrasenplatz; Anm. d. Red.) gewinnen und mit einem Heimsieg in die Winterpause gehen. Dann hätten wir 18 Punkte. Wenn wir in der zweiten Saisonhälfte auch 18 Punkte holen sollten, hätten wir 36. Mit etwas Glück könnte das sogar reichen.

Auffällig ist die miserable Auswärtsbilanz: Drei Spiele wurden zu Hause gewonnen, nur eins auswärts. Da könnte man ja schon fast von einem Auswärtsfluch sprechen…

Das Problem ist nicht, ob wir zu Hause oder auswärts spielen, sondern die Gegentore, die wir kassieren. Bis zum 0:1 haben wir auch gegen Bad Pyrmont gut gespielt. Aber wenn wir in Rückstand geraten, bekommen wir oft Probleme und unser taktisches Konzept über den Haufen geworfen. Warum auch immer? Das kann ich auch nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass es so ist.

Mit nur 25 Gegentoren in 16 Spielen müsste Tündern eigentlich unter den Top 5 stehen, aber im Sturm herrscht dagegen oft Flaute.

Ja, das ist so. Aber das ist kein Vorwurf an unsere Stürmer Lukas Kramer und Edward Urich. Wenn es läuft, dann läufts – wenn nicht, dann nicht. Das ist bei Torjägern oft so.

Tündern hat erst 20 Tore geschossen. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum es bei Torjägern noch nicht so gut läuft wie vergangene Saison?

Aufgrund ihres Studiums und Berufs können unsere Stürmer nicht so regelmäßig trainieren. Und das merkt man ihnen auch an. Training ist wichtig. Wenn das nicht so wäre, könnten sich die Mannschaften darauf verzichten und nur zum Spieltag treffen.

Tündern hat – mit Ausnahme des 4:1-Sieges gegen Schlusslicht Uchte – gegen keinen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf gewonnen. Gerade diese Punktverluste tun weh, oder?

Ja, definitiv. Wir müssen versuchen, in der Rückrunde diese sogenannten Sechs-Punkte-Spiele zu gewinnen. Was uns besonders wehgetan hat, war die Niederlage in Garbsen. Das ist ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Pattensen und Burgdorf zähle ich eigentlich nicht dazu, weil deren aktueller Tabellenstand nicht die Qualität der Mannschaften widerspiegelt. Beide haben eine gute Truppe. Deshalb hätte ich sie auch vor Saisonbeginn nicht so weit unten erwartet.

Wenn Sie Pattensen und Burgdorf nicht zu den Mitabstiegskandidaten zählen, bleiben aber nicht viele Teams übrig, die Tündern in der Tabelle noch hinter sich lassen kann. Die SG 74 hat zwar auch erst 21 Punkte, aber ein Spiel weniger absolviert als Tündern.

Klar ist, dass wir Uchte, Alfeld und Garbsen hinter uns lassen müssen. Vor Saisonbeginn hatte ich auch gedacht, dass Eilvese zu den Abstiegskandidaten zählt. Entscheidend ist, wie die Teams nach der Winterpause starten. Fest steht, das wird wohl unser schwerstes Landesliga-Jahr. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.

Sind Winter-Transfers geplant, um die Mannschaft zu verstärken?

Nein, definitiv nicht.

Es kursieren Gerüchte, dass Trainer Siegfried Motzner seinen Vertrag nicht verlängert und Tündern am Saisonende verlässt. Ist da was dran?

Dass er angeblich als Nachfolger von Paul Bicknell bei der SG 74 im Gespräch ist, habe ich aus der Zeitung erfahren. Ob da was dran ist, weiß ich nicht. Wir werden uns wie jedes Jahr in der Winterpause mit Siggi zusammensetzen und über eine Vertragsverlängerung sprechen. Wir als Verein würden gerne mit ihm weitermachen, aber die Entscheidung liegt bei Siggi.

Gibt es einen Plan B, falls er seinen Vertrag nicht verlängern sollte?

Nein, einen Plan B gibt es nicht. Darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn es soweit ist. Vorher nicht. Da ich schon lange im Fußball-Geschäft tätig bin, bin ich mir aber sicher, dass mir schnell ein, zwei Kandidaten einfallen würden, die für den Trainerjob in Tündern infrage kämen.

Wäre auch eine vereinsinterne Lösung denkbar – zum Beispiel mit Tim Piontek als Spielertrainer?

Warum nicht? Ich könnte mir auch Robin Hau als Trainer in Tündern sehr gut vorstellen

Interview: Andreas Rosslan

Teammanager Manfred Lentge spricht im Dewezet-Interview über Tünderns Krise und die Gerüchte über die Zukunft von Trainer Siegfried Motzner. aro



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