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Vor 20 Jahren wurde Deutschland Basketball-Europameister – mit Manager Jürgen Molitor

„In München war dann alles möglich“

Bad Münder. Es ist bis heute der größte sportliche Erfolg einer deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Vor 20 Jahren, am 4. Juli 1993, gewannen die Korbjäger von Trainer Svetislav Pe¨ic in München den EM-Titel gegen den Turnierfavoriten Russland. Eiskalt machte Christian Welp den 71:70-Triumph 3,9 Sekunden vor Schluss mit einem verwandelten Freiwurf perfekt. Hautnah dabei war auch Jürgen Molitor. Damals noch Teammanager – heute lebt der 72-Jährige in Bad Münder und arbeitet hier mit dem Basketball-Nachwuchs.

veröffentlicht am 24.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:31 Uhr

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„Es war schon einzigartig“, erinnert sich der gebürtige Osnabrücker an die fantastische Stimmung in der Münchner Olympiahalle. 11000 Zuschauer feierten ihre „Goldjungs“ überschwenglich nach einem Turnier der Extraklasse. Erst Spanien (79:77 n.V.) ausgeschaltet, dann Griechenland (76:73) und nun auch noch Russland. Mehr Nervenkitzel unter den Körben geht nicht. „Wir haben nicht an den Titel gedacht. Aber als wir dann in München waren, war alles möglich“, erinnert sich Jürgen Molitor noch genau an die Stimmung im deutschen Basketball-Team und die vielleicht beste Turnierleistung.

Die alles entscheidende Phase in diesem „Hitchcock-Finale“ ist schnell erzählt. Russland führte 15 Sekunden vor Ende mit 70:68 und hatte schon eine Hand am EM-Pokal. Dann aber folgte der große Auftritt von Kai Nürnberger. Ein genialer Pass zu Christian Welp und der markierte mit einem spektakulären Dunking (red.: Sprungwurf) den Ausgleich. Verlängerung? Nein, denn im aufbrausenden Jubel ging der Pfiff des Schiedsrichters fast unter.

Er hatte ein Foul an Welp gesehen und gab noch einen Freiwurf für Deutschland. Diese einmalige Chance ließ sich der Top-Shooter dann nicht mehr nehmen. „Christian hat das Turnier für uns entschieden“, weiß Molitor. Natürlich kennt der 72-Jährige als ein Wegbereiter auch die Hintergründe für diesen historischen Erfolg.

Sternstunde: Teammanager Jürgen Molitor (li.) 1993 beim EM-Triumph der deutschen Basketball-Nationalmannschaft in München. Archiv DBB

„Der Grundstein wurde bereits 1987 mit der Verpflichtung von Svetislav Pe¨ic gelegt“, gibt der ehemalige Teammanager das Erfolgsgeheimnis preis. „Sechs Jahre wurde die junge Mannschaft aufgebaut. Irgendwann musste der zündende Coup ja kommen“, hatte Molitor im Vorfeld der EM schon so eine gewisse Ahnung.

50 Jahre ist er mittlerweile im Basketballgeschäft aktiv, das „Märchen von München“ aber längst nur noch eine schöne Erinnerung an glanzvolle Zeiten. Denn die Euphorie hielt damals nur kurz in Deutschland. Die Mitgliedszahlen gingen zurück. Kurz nach der EM, Mitte 1994, nahm Manager Molitor dann nach zehnjähriger Tätigkeit seinen Hut. „Ich war unzufrieden mit der vertanen Chance, die Euphorie im Breitensport zu nutzen“, blickt er zurück.

Jetzt kümmert sich der einstige Macher im Hintergrund nur noch um den hoffnungsvollen Nachwuchs vor Ort. Über die TuSpo Bad Münder vermittelt er in Kooperation mit verschiedenen Grundschulen in der Region Kindern und Jugendlichen die Grundlagen des Basketballs.



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