weather-image
13°

Vor 40 Jahren wollte Heinrich Lassel beim VfL eigentlich eine Fußball-Sparte gründen

Hamelns Mister Basketball: „So fing vor 40 Jahren alles an“

Ja, es stimmt. Als Heinrich Lassel 1972 nach Hameln kam, hätte er beinahe für Preußen 07 in der Landesliga gekickt. Unter der Regie des damaligen 07-Trainers Willi Schleich absolvierte Lassel, damals noch 22 Jahre jung, ein Probetraining. Was nur wenige wissen: Hamelns Mister Basketball, der am 2. Dezember 1949 in Botsch/Rumänien geboren wurde, war früher ein richtig guter Fußballer.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:03 Uhr

270_008_5834192_270_008_5834067_sp999_1909_5sp.jpg
aro

Autor

Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Ja, es stimmt. Als Heinrich Lassel 1972 nach Hameln kam, hätte er beinahe für Preußen 07 in der Landesliga gekickt. Unter der Regie des damaligen 07-Trainers Willi Schleich absolvierte Lassel, damals noch 22 Jahre jung, ein Probetraining.

Was nur wenige wissen: Hamelns Mister Basketball, der am 2. Dezember 1949 in Botsch/Rumänien geboren wurde, war früher ein richtig guter Fußballer. Mit Avântul Reghin spielte er als Teenager in der rumänischen Junioren-Bundesliga und wurde mit dem Klub in Siebenbürgen sogar Regionsmeister. Das war der größte Erfolg seiner Fußball-Karriere, die Lassel in den 70er Jahren in der dritten Preußen-Mannschaft ausklingen ließ, „weil ich nur einmal pro Woche, immer donnerstags, trainieren konnte“.

Erst spielte Lassel mit der Trikot-Nummer 7 als Rechtsaußen, später dann als 10er im zentralen Mittelfeld. Als kleiner Junge waren seine Vorbilder die beiden ehemaligen Nationalspieler Helmut Haller und Karl-Heinz Schnellinger, die als eine der ersten deutschen Fußball-Profis in Italiens Seria A spielten. „Einige nannten mich in meiner Jugendzeit auch so, weil sie meinen Vornamen nicht richtig aussprechen konnten“, sagt Lassel, der 1968 in Reutlingen zunächst eine neue Heimat fand und in Frankfurt am Main Sport studierte. Dass er anschließend in Hameln landete, war purer Zufall. Als Lassel in der Sporthalle der Deutschen Turnschule ein paar Bälle in den Korb warf, sprach ihn Armin Oltrogge, der damals als Funktionär im VfL und LSB tätig war und in Frankfurt an einer Tagung des Deutschen Sportbundes teilnahm, an: „Er fragte, ob ich nach meiner Ausbildung schon eine Stelle habe.“ Der VfL war damals auf der Suche nach einem Sportlehrer – allerdings hauptsächlich für Leichtathletik, Turnen und Seniorensport. „Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte eigentlich eine Fußball-Sparte aufbauen, aber das war beim VfL nicht möglich.“ Der damalige 1. Vereinsvorsitzende Georg Schaper legte sein Veto ein – mit der Begründung: „Wir sind ein Verein für Leibesübungen und kein Fußball-Klub.“ Weil Lassel damals viele Angebote hatte, wollte er sich anders orientieren: „Ich wollte in erster Linie als Sportlehrer in der Schule arbeiten und eigentlich nur nebenbei als Trainer im Verein.“ Doch der VfL ließ nicht locker – und stimmte Lassel um. Der knüpfte sein Ja-Wort aber an die Bedingung, „eine Abteilung in einer Ballsportart gründen zu dürfen, um sie nach meinen eigenen Vorstellungen aufbauen zu können“. So fing vor 40 Jahren alles an.

Lassel hatte damals als Sportlehrer am Albert-Einstein-Gymnasium, das damals übrigens noch keinen Namen hatte, und VfL-Trainer zwei Fulltime-Jobs, arbeitete 54 Stunden pro Woche. „Alles lief prima, bis ich im Sommer 1975 zur Bundeswehr einberufen wurde.“ Schon kurz nach der Gründung drohte der Basketball-Sparte das Aus, weil es keinen Trainer gab, der die Gruppe übernehmen wollte. „Ich bin von der Bundeswehr meistens per Anhalter von Holzminden nach Hameln gefahren, um hier Training zu geben und anschließend wieder zurückgefahren. Manchmal musste ich sogar bis Polle laufen, weil mich kein Autofahrer mitgenommen hat“, erinnert sich Lassel, der übrigens nie selbst Basketball gespielt hat – außer in der Schule. Kein Wunder, mit 1,63 Meter war Hamelns Mister Basketball für diese Sportart auch etwas zu klein.

40 Jahre Basketball VfL Hameln

21 Bilder


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?