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Basketball: Seuchen-Saison endlich vorbei: VfL Hameln verabschiedet aus der Oberliga

Enttäuscht – aber erleichtert

HAMELN. Der Abstieg stand schon lange fest: Hamelns Basketballer sind enttäuscht, aber erleichtert, dass die katastrophale Oberliga-Saison nach der 78:133-Heimpleite des VfL gegen den TSV Neustadt II endlich vorbei ist.

veröffentlicht am 11.03.2018 um 12:51 Uhr

Enttäuschung pur: Hamelns Basketballer sind erleichtert, dass die katastrophale Oberliga-Saison endlich vorbei ist. Foto: nls

Autor:

Matthias Abromeit
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Abschied und Abstieg – nach 30 Jahren ununterbrochener Zeit in Regional- oder Oberliga. Aber zum Trauerspiel ist der vorerst letzte Oberliga-Auftritt der Männer vom VfL Hameln trotz der 78:133-Pleite gegen den TSV Neustadt II nicht geworden.

Im Gegenteil: Die Hamelner spielten mit. Ihre 78 Punkte, mit denen sie fast an ihren Saisonrekord von 83 Zählern herankamen, zeugten davon. Zugegeben: Gegner Neustadt zog mit 133 Punkten ein noch deutlich besseres Korb-Feuerwerk ab, aber beim VfL stimmte zumindest die Spielfreude. Die Erleichterung, es nun endlich geschafft zu haben, brachte die Leichtigkeit, die oft gefehlt hatte.

Ich komme auch in der Bezirksoberliga – aber nur, wenn da die Spiele nicht am Sonntagmorgen steigen.

Olaf Geese, Fan des VfL Hameln

Auch die letzten treuen 90 Fans in der Halle am Einsiedlerbach machten Stimmung. Die Trommler fehlten zwar, aber Olaf Geese war mit seiner Trompete da: „Ich komme auch in der Bezirksoberliga – aber nur, wenn da die Spiele nicht am Sonntagmorgen steigen.“ Viel mehr sagte er beim Spiel nicht. „Ich muss ja arbeiten“, meinte Geese mit einem Augenzwinkern und bejubelte jeden Hamelner Korb mit einem lautstarken Puster in seiner Trompete. Und Geese hatte an diesem Abend viel zu arbeiten. Noch nicht am Anfang, als die Neustädter, bei denen zehn von zwölf Mann in den vergangenen zwei Jahren noch in der Regionalliga gespielt hatten, die Fronten absteckten. Mit 26:4 nach sechs Minuten war der Neustädter Start der eindeutig bessere.

Doch kurioserweise wirkte dieser exorbitante Rückstand bei den Hamelnern wie eine Befreiung. Der Druck, die vage Hoffnung auf einen letzten Sieg vielleicht doch noch erfüllen zu können, war schlagartig weg. Fortan spielten sie mit, zeigten gute Spielzüge, trafen, ärgerten sich über Fehler und nahmen es klaglos hin, dass die Gegner weiterhin etwas besser trafen. Der Geist der Mannschaft lebte. „Die Entscheidung, zum Jahreswechsel zum VfL zu kommen, war richtig. Es war auch ein Gefallen für Heinrich (Abteilungsleiter Heinrich Lassel; d. Red.)“, brachte Sadrick Gomez Stevens diesen Geist auf den Punkt. „Er hat mir in meiner Zeit bei der Steuerakademie stets erlaubt, in Hameln mit zu trainieren. Dafür bin ich danach auch aus Seesen zum Training nach Hameln immer 150 Kilometer gern gefahren. Eine Mannschaft lasse ich nicht im Stich.“ Auch Jan Feuersenger, mittlerweile Stammesältester im Team, beschwor den Geist. „Im Januar hatten wir nach den zwei entscheidenden Niederlagen kurz überlegt, die Mannschaft abzumelden. Aber wir waren es uns und den Zuschauern schuldig, das Ganze durchzuziehen. Klar hat die Saison wenig Spaß gemacht, aber spätestens in einigen Wochen juckt es schon wieder“, sagte Feuersenger. Und dann zeigte sich der Hamelner Geist auch nach dem Spiel wieder. Heinrich Lassel hatte mithilfe von Eltern und Freunden wie nach allen Spielzeiten wieder ein Büffet für alle aufgebaut. Die Spieler saßen wie immer nach geschlagenen Schlachten in fröhlicher Runde. Und fast alle gaben ein Versprechen. „Ja wir machen weiter.“ Sogar Gomez Stevens versprach: „Wenn ich in der Nähe eine Stelle bekomme, spiele ich weiter für den VfL. Nur aus Seesen ginge das nicht mehr.“



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