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Basketballer bringen es auf stolze 228 Jahre Mitgliedschaft im VfL / Start in Delmenhorst

Die Lassel-Familie: Treue ist Trumpf

Hameln. Die Basketball-Herren des VfL Hameln sind wohl einmalig in Deutschland. Sonnabend beginnt für sie mit dem Auswärtsspiel beim Delmenhorster TV die nächste Saison in der 2. Regionalliga und im Kader sind fast nur bekannte Gesichter – und das seit Jahren. Auf sage und schreibe 228 Jahre Mitgliedschaft in der Basketball-Sparte bringen es die 15 Getreuen, 15,2 Jahre im Durchschnitt. Eine bemerkenswerte Bilanz, die unter den Körben im Bundesgebiet kaum noch zu toppen sein dürfte.

veröffentlicht am 26.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

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Auch wenn in diesem Jahr mit Roman Augsburger und Thomas Behn zwei ganz Neue den Schnitt auf 13,4 Jahre pro Spieler drücken. Die Treue zum Team hat einen einfachen Grund. „Es ist viel schöner in Hameln als anderswo.“ Mit dieser einfachen Begründung beendete einst Moritz Loth sein nur wenige Monate währendes Intermezzo in einem anderen Team an seinem Studienort Göttingen. „Ich weiß noch, wie er damals vor 18 Jahren kurz vor Weihnachten zu mir kam und sagte, dass er wieder zurück wollte“, erinnert sich Manager Heinrich Lassel.

Und er ist auch der Grund für die herzliche, warme und familiäre Atmosphäre in Hameln. 1972 gründete Lassel die Abteilung im VfL. Sein Sohn Nicu, mit insgesamt 31 Jahren als Spieler oder als Trainer der Dienstälteste im Herren-Team, war einer der Ersten.

Aber auch Boris Bonhagen, Moritz Loth, Markus Lohne oder die Feuersenger-Brüder Stefan und Jan durchliefen schon Lassels Basketball-Schule bei den Minis. „Der Markus war sogar mit vier Jahren schon dabei und ich habe extra Training nur mit ihm gemacht. Alles spielerisch“, erinnert sich Heinrich Lassel. Und die Jahrzehnte währende Treue gibt ihm recht. Die sportliche und sicher auch menschliche Ausbildung muss einfach gut gewesen sein. Von den 15 Alteingesessenen probierten neben Loth nur Jakob Faas bei einem halben Jahr bei Zweitligist Landshut und Timo Thomas bei seinen Intermezzi beim UBC Hannover und später den Hannover Korbjägern ihre Möglichkeiten in der Fremde aus. Sicher hatten beide auch das Format und die Klasse, in höheren Regionen zu spielen, aber es zog sie immer wieder nach wenigen Monaten zum VfL Hameln zurück. Eben Heimweh.

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Und so war es fast logisch, was bei der Teamsitzung im Frühjahr der mittlerweile in die Jahre gekommenen Spieler herauskam. „Wir haben zusammen gesessen und diskutiert, ob wir noch weitermachen. Zwar denken wir jetzt nur noch von Jahr zu Jahr, aber wir wollten es noch einmal durchziehen“, sagt Kapitän Timo Thomas.

Gegner TV Delmenhorst soll als Erster am Samstag um 20 Uhr die Spielfreude der VfL-Treuen zu spüren bekommen. Denn eines ist sicher: Die Lassel-Familie will in der Sporthalle am Stadtbad alles, nur nicht baden gehen.



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