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Basketball: Barsinghausens Spielertrainer Timo Thomas trifft auf seinen Ex-Klub VfL Hameln

Der verlorene Sohn kehrt heim

HAMELN. Der verlorene Sohn kehrt heim. Samstag läuft Timo Thomas, langjähriger Kapitän beim VfL Hameln, wieder in der Halle am Einsiedlerbach auf – allerdings als Spielertrainer im Team des Gegners. Mit dem TSV Barsinghausen steht er ungeschlagen an der Oberliga-Spitze, sein Ex-Klub VfL ist dagegen Tabellenletzter.

veröffentlicht am 30.11.2017 um 17:01 Uhr

Bis 2016 trug Timo Thomas das VfL-Trikot. Jetzt ist Hamelns ehemaliger Kapitän Spielertrainer beim Oberliga-Tabellenführer TSV Barsinghausen. Foto: nls
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Mit was für Gefühlen werden Sie am Samstag in der Halle am Einsiedlerbach, wo Sie jahrelang für den VfL Hameln gespielt haben, auflaufen?
Timo Thomas: Das wird schon komisch. Schon beim Warmspielen, wenn ich mich auf der anderen Seite warm mache. In der Jugend habe ich einst mal einen Rebound geholt und gleich im Korb versenkt. Da haben mich alle sehr blöd angeguckt, denn es war auf der eigene Seite. Also ein Eigenkorb. Ich hoffe, das passiert mir jetzt nicht wieder.

Und im Spiel – wird es da zur Sache gehen?

Das sind meine Freunde, aber im Spiel gibt es eben schon mal einen Ellenbogen ab, wenn man zum Korb zieht – wie früher auch beim Training. Das gehört dazu. Mit Boris Bonhagen habe ich 20 Jahre zusammen beim VfL Basketball gespielt. Der kennt alle meine Tricks und Kniffe – und ich auch seine.


Aber dennoch haben sie den VfL in dieser Saison schon zweimal beim Spiel beobachtet.
Ja, gegen Schandelah und den CVJM Hannover. Aber da war ich eher als Fan vom VfL da – und um die anderen Gegner zu beobachten. Ich wohne in Springe. Da ist für mich die Anfahrt nach Hameln sogar kürzer als zu den eigenen Heimspielen nach Barsinghausen.

Hameln ist meine sportliche Heimat. In der Halle kenne ich wirklich alles, jede Schmiererei an den Wänden. Ich weiß, wo welcher Klodeckel kaputt ist.

Timo Thomas, ehemaliger Kapitän des VfL Hameln

Als Fan vom VfL müssen Sie im Moment aber leiden. Was läuft da falsch?
Vor der Saison habe ich Hameln zu den drei Topteams gezählt. Dass sie nun Letzter sind, verwundert mich sehr. Das Problem war, dass immer wieder wichtige Spieler gefehlt haben. Mit vollem Kader würden die nicht dort stehen, wo sie jetzt sind. Die Jugend ist sehr gut beim VfL. Aber die sind noch nicht so weit, dass sie in die Oberliga geworfen werden können, und dann ein Spiel lenken können. Wie es jetzt um den VfL steht, tut mir echt leid, besonders für Abteilungsleiter Heinrich Lassel.

Heinrich Lassel feiert genau am Tag des Spieles seinen 68. Geburtstag. Bringen sie Punkte als Geschenk mit?
Ein Geschenk natürlich. Ich habe schon verschiedene Dinge im Kopf, aber die Punkte werden es nicht sein. Die will ich für den TSV Barsinghausen haben – damit wir danach ungeschlagen in das Spitzenspiel gegen unseren Verfolger CVJM Hannover gehen.

Also ein Spiel wie jedes andere?
Ja genau. Allerdings hat mir meine Mannschaft schon vor dem Spiel gegen den SC Weende gesagt, sie hätten gedacht, wir würden schon da gegen den VfL Hameln spielen. Offenbar habe ich mich wohl schon vor zwei Wochen viel mit dem Spiel in Hameln beschäftigt und darüber erzählt.

Und wird nach dem Spiel noch gefeiert?
Hameln ist meine sportliche Heimat. In der Halle kenne ich wirklich alles, jede Schmiererei an den Wänden. Ich weiß, wo welcher Klodeckel kaputt ist. Und Heinrich habe ich sehr viel bis alles zu verdanken. Da wird natürlich der Geburtstag gefeiert. Und ich freue mich über jedes bekannte Gesicht, dass ich da treffe.
Interview: Matthias Abromeit



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