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Basis-Arbeit statt Spitzen-Management

Basketball. Was Oliver Bierhoff derzeit für den deutschen Fußball ist, war Jürgen Molitor einst für den deutschen Basketball: Teammanager der Nationalmannschaft. Den EM-Titel, nach dem die Fußballer gerade in Polen und der Ukraine greifen, haben die Basketballer 1993 geholt, kurz vor dem Ende von Molitors Amtszeit als Sportdirektor des Deutschen Basketballbundes (DBB). Es war der größte Erfolg in der Geschichte des DBB, der einen Basketball-Boom auslöste.

veröffentlicht am 25.06.2012 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:56 Uhr

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Basketball. Was Oliver Bierhoff derzeit für den deutschen Fußball ist, war Jürgen Molitor einst für den deutschen Basketball: Teammanager der Nationalmannschaft. Den EM-Titel, nach dem die Fußballer gerade in Polen und der Ukraine greifen, haben die Basketballer 1993 geholt, kurz vor dem Ende von Molitors Amtszeit als Sportdirektor des Deutschen Basketballbundes (DBB). Es war der größte Erfolg in der Geschichte des DBB, der einen Basketball-Boom auslöste. „Damals sind die Mitgliederzahlen in Niedersachsen von 12 000 auf 18 000 gestiegen“, sagt Molitor. Der Boom hat nicht lange angehalten. Heute sind die Zahlen wieder auf dem Stand von vor dem EM-Titel und Molitor leistet nicht mehr die Arbeit in der Verbandsspitze, sondern an der Basis – er baut bei der TuSpo Bad Münder die Basketball-Abteilung wieder auf.

Kurz vor dem Trainingsstart in der münderschen HWK-Halle: Molitor hat die Bälle schon verteilt, ein paar Jungs versuchen, aus größtmöglicher Entfernung den Korb zu treffen. „Das ist die denkbar schlechteste Methode, Basketball zu lernen“, sagt Molitor. Er bringt den Anfängern vor allem zunächst das Dribbeln bei. „Sie gucken erstmal nur auf den Ball und sehen ihre Mitspieler nicht – so kann man kein Mannschaftsspiel aufbauen“, sagt er. Pass- und Wurftechnik kommen dazu. „Das sind die drei wesentlichen Elemente des Basketballs.“

Seit über 50 Jahren ist der heute 71-Jährige Basketballer. Für seinen Heimatverein VfL Osnabrück spielte Molitor Anfang der 1960er-Jahre in der Oberliga, damals die höchste deutsche Spielklasse. „Man kann nur was entwickeln, wenn man ganz unten anfängt – bei den Kindern“, sagt er. Seit Beginn dieses Schuljahrs bietet er eine AG an der Grundschule an, im kommenden Schuljahr kommt eine Kooperation mit der KGS hinzu. Auch mit dem Jugendzentrum Point arbeitet Molitor eng zusammen, „denn die haben vor der Haustür eine Freiluftanlage, wo immer Jugendliche spielen“.

Auf die richtige Technik kommt es an: Jürgen Molitor gibt Tipps zum richtigen Werfen.

Seit Februar gibt es auch feste Trainingsgruppen bei der TuSpo, etwa 18 Mädchen und Jungen sind regelmäßig dabei. Möglicherweise nehmen schon in der kommenden Saison TuSpo-Teams am Spielbetrieb teil. Am wahrscheinlichsten sei die Meldung einer Mini-Mannschaft, die dann aus Kindern der Grundschul-AG bestehen würde, sagt Molitor.

Die Gegner sind allerdings rar: „Im Kreis Hameln-Pyrmont wird vielleicht in zwei oder drei Vereinen Basketball gespielt – von knapp 150“, sagt Molitor. Damit sein Sport nicht noch weiter in die Nische gerät, engagiert er sich jetzt auch wieder beim niedersächsischen Verband NBV, kümmert sich dort um „Sportentwicklung und Sportorganisation“. Im November bietet er in Bad Pyrmont eine Fortbildung für Lehrer aus den Schulen im Kreis Hameln-Pyrmont an – zu der soll auch Bundestrainer Svetislav Pesic kommen.

Der Weg zum Nachwuchs, da ist Molitor sicher, führt über die Schulen. „Wäre die TuSpo vor fünf, sechs Jahren in die Schulen gegangen, wäre die Sparte nicht auseinandergefallen“, sagt er. Molitor weiß aber auch: „Es findet nicht jeder Verein einen Doofen wie mich, der sich mittags um zwölf in die Halle stellt.“



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