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Wagner glaubt an Sprung in die NBA: «Gibt keinen Plan B»

New York (dpa) – Moritz Wagner ist bereit für die Herausforderung in der besten Basketball-Liga der Welt. «Für mich war es nach drei Jahren am College an der Zeit, einen neuen Schritt zu wagen», sagte der Berliner der Deutschen Presse-Agentur.

veröffentlicht am 20.06.2018 um 10:55 Uhr
aktualisiert am 20.06.2018 um 15:25 Uhr

Hat die NBA im Visier: Basketball-Talent Moritz Wagner. Foto: Eric Gay/AP

Autor:

Hansjürgen Mai und Thomas Wolfer, dpa

Also meldete er sich für die Talenteziehung in New York City an. Im Draft werden in der Nacht auf Freitag die 30 Teams die hoffnungsvollsten Nachwuchsspieler auswählen und sie mit Verträgen ausstatten. Die Konkurrenz ist enorm, dem 21-Jährigen werden jedoch gute Chancen zugerechnet, dass sich sein Traum von der NBA schon bald erfüllt.

Drei Spielzeiten am US-College waren Wagner genug, um sein Glück zu versuchen. Der 2,11-Meter-Hüne erklärte, dass er den Entschluss schon frühzeitig gefasst hatte. «Es war ehrlich gesagt eher eine Gefühlssache», sagte Wagner.

In der abgelaufenen Saison brachte er es auf 14,6 Punkte und 7,1 Rebounds pro Spiel. Er war damit einer der Leistungsträger bei den Michigan Wolverines, kam sogar ins Endspiel um die College-Meisterschaft. Erst dort wurde das Team der University of Michigan von den Villanova Wildcats gestoppt.

Im vergangenen Sommer hatte sich der ehemalige Nachwuchsspieler von ALBA Berlin schon einmal für die Talentziehung angemeldet. Er entschied sich jedoch um und ging für eine weitere Saison ans College. Während der vergangenen beiden Monate wurde Wagner nun von mehr als einem Dutzend NBA-Teams zu sogenannten Pre-Draft-Workouts eingeladen. Bei diesen Trainingseinheiten geht es laut Wagner aber nicht nur um Basketball, sondern vielmehr darum, die jungen Spieler persönlich kennenzulernen. Eine Prognose, bei welchen Teams er den besten Eindruck hinterlassen habe, wollte er nicht abgeben.

«Man hat ein Gefühl. Teams behalten jedoch viel für sich, besonders wenn man ein Spieler ist, der später in der ersten Runde oder allgemein später gezogen wird», sagte Wagner. «Viele Teams wissen selbst noch nicht genau, was sie am Draft-Abend machen wollen».

An welcher Position er ausgewählt werde, sei für ihn zunächst zweitrangig. Wichtig sei es, überhaupt eine Chance in der NBA zu bekommen. Dort spielen in Dirk Nowitzki, Maxi Kleber (beide Dallas Mavericks), Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Daniel Theis (Boston Celtics) in der nächsten Saison vier Deutsche sicher. Bei Paul Zipser haben die Chicago Bulls eine Option auf die Verlängerung des Vertrages.

Ob Wagner schon im Herbst ebenfalls gegen sie spielt? «Ich glaube, das er gedraftet wird», sagte Bundestrainer Henrik Rödl der dpa: «Ob er aber gleich in die NBA geht oder erstmal nach Europa - das weiß ich nicht. Langfristig ist er aber eines unserer großen Talente.»

Auch wenn Wagner von keinem Team ausgewählt werden sollte, bedeutet dies nicht das Ende aller NBA-Träume. Nicht gewählte Spieler werden zunächst oftmals zur Teilnahme an der Summer League eingeladen und haben dort die Chance, spielerisch zu überzeugen. Ob er sich vorstellen könne, in Europa zu spielen, sollte es mit der NBA nicht klappen? «Es gibt im Moment keinen Plan B.»

Die zwei weiteren deutschen Draft-Teilnehmer, Isaac Bonga und Richard Freudenberg, haben im Gegensatz zu Wagner weitaus geringere Chancen auf eine NBA-Zukunft. Beide spielen für die Fraport Skyliners in der Bundesliga. Unter US-Experten gilt der 18-jährige Bonga jedoch durchaus als Geheimtipp für die zweite Runde.

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