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Deutschland Cup

Sturms Abschiedsturnier im Zeichen der Nachfolger-Suche

Krefeld (dpa) - Vor dem Abschiedsturnier für Bundestrainer Marco Sturm sprach auch der Deutsche Eishockey-Bund so gut wie gar nicht über sportliche Fragen.

veröffentlicht am 07.11.2018 um 14:52 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 07:23 Uhr

Marco Sturm wechselt in die NHL. Foto: Marcel Kusch

Autor:

Carsten Lappe, dpa

Viel mehr als die Spiele beim Deutschland Cup von Donnerstag bis Sonntag in Krefeld beschäftigt den DEB die Frage, wie es nach Sturms Abschied in die NHL weitergeht. Selbst der 40 Jahre alte künftige Assistenzcoach des Los Angeles Kings unterstrich einen Tag vor dem Beginn des Vier-Nationen-Turnier die Dringlichkeit dieser Frage als oberste Prämisse der nächsten Tage.

«Ich finde das persönlich sehr wichtig, wie es weiter geht», sagte der scheidende Bundestrainer am Mittwoch. Zu groß sind die Erfolge, die Sturm seit seiner überraschenden Ernennung 2015 zum Generalmanager und Trainer der Nationalmannschaft errungen hat. Nach der Etablierung in der erweiterten Weltspitze löste die sensationelle Silbermedaille bei Olympia im Februar endgültig einen Boom aus. Als unschöner Nebeneffekt geriet Deutschlands NHL-Rekordspieler dadurch allerdings auch als Trainer in den Fokus der weltbesten Liga.

«Was wir nicht vorausgesehen haben, ist Olympia. Das hat für uns alle und mich persönlich einiges verändert», sagte Sturm, der sich Hoffnungen macht, dauerhaft zum NHL-Chefcoach aufsteigen zu können. Der DEB hat nun allerdings ein Dilemma. Seit Olympia gibt es deutliche Zuwachsraten bei den Jugendspielern im ganzen Land. Will der Verband diesen Aufschwung nicht gefährden, muss die Suche nach einem geeigneten Nachfolger sitzen. «Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden», sagte Reindl gewohnt optimistisch.

Ein Überraschungscoup wie mit Sturm 2015 nach der glücklosen Ära von Pat Cortina ist nahezu ausgeschlossen. «Wir hatten mit Marco großes Glück. Noch einmal auf Glück zu setzen, ist nicht mein Naturell», sagte Reindl. Olympia-Silbergewinner Christian Ehrhoff als Nachfolger scheidet damit aus. Der 36 Jahre hatte nach den Winterspielen seine Karriere beendet und anders als Sturm vor drei Jahren auch noch keinen Trainerschein. Der langjährige NHL-Spieler käme somit nur als Generalmanager infrage. Das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger soll nun am Rande des Turniers im DEB-Präsidium zusammen mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga besprochen werden.

Klar ist, dass der DEB auch in Zukunft auf einen Deutsch sprechenden Coach, bestenfalls auf einen Deutschen, setzt. «Der deutsche Nationaltrainer muss Deutsch sprechen. Das ist für mich klar», sagte Reindl. In diesem Punkt mischte sich auch Sturm mit ein: «Das Feedback der Spieler war so, dass meine Spieler es auch genossen haben, dass wieder Deutsch gesprochen wurde. Ich bin auch dafür, dass es mit einem deutschen Trainer weitergeht.»

Geeignete Kandidaten scheinen aber Mangelware zu sein. Als zwangsläufig möglich erscheinen Pavel Gross (Mannheim), Harold Kreis (Düsseldorf) und der frühere Bundestrainer Uwe Krupp (Sparta Prag), die aber alle unter Vertrag stehen und Erfolg in ihren Clubs haben. Eine Dauerlösung mit einem Clubcoach in Doppelfunktion schloss Reindl auch bereits aus. «Das kann man nicht nebenbei machen. Für die Nationalmannschaft braucht man ein Gesicht, ein Aushängeschild», sagte der 63-Jährige, ließ sich aber für einen gewissen Zeitraum eine Option offen: «Als Übergangslösung will ich das nicht ausschließen.»

Für den Verbandschef werden somit die Gespräche am Rande des Turniers wichtiger als die Spiele gegen Russland am Donnerstag (19.00 Uhr), gegen die Schweiz am Samstag (13.30 Uhr) und die Slowakei am Sonntag (14.30 Uhr/alle Sport1 und Telekomsport). «Bis zum Wochenende werden wir einen Plan haben», versprach Reindl.



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