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Bericht «Gazzetta dello Sport»

«Rote Revolution» bei Ferrari - Binotto neuer Teamchef

Maranello (dpa) - «Rote Revolution» für Sebastian Vettels Angriff auf die Silberpfeile: Ferrari will mit einem neuen Teamchef die Titel-Ära von Mercedes in der Formel 1 beenden.

veröffentlicht am 07.01.2019 um 18:37 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 13:41 Uhr

Maurizio Arrivabene, seit 2014 Teamchef der Scuderia Ferrari, soll abgelöst werden. Foto: Sebastian Gollnow

Autor:

Jens Marx und Annette Reuther, dpa

Nach gut vier Jahren an der Spitze des italienischen Rennstalls ist die Zeit von Maurizio Arrivabene vorbei, wie Ferrari bestätigte. Der ehemalige Manager eines Tabakkonzerns wird vom bisherigen Technischen Direktor Mattia Binotto abgelöst.

Der 49-jährige Binotto arbeitet seit dem Abschluss eines Maschinenbaustudiums in Lausanne für die Nobelmarke. Binotto war im Juli 2016 zum Technischen Direktor aufgestiegen. Er und der 61 Jahre alte Arrivabene sollen sich aber nicht wirklich gut verstanden haben.

Fakt ist, dass die Scuderia den Ansprüchen auch im vierten Vettel-Jahr hinterherfuhr. Insgesamt holte Ferrari seit dem Amtsantritt von Arrivabene 14 Siege. Im gleichen Zeitraum gewann Mercedes 58 Rennen. Die Fahrer- und Konstrukteurstitel gingen bereits seit 2014 an den deutschen Werksrennstall, Ferrari triumphierte bei den Piloten zuletzt 2007 durch Kimi Räikkönen, in der Teamwertung zuletzt 2008.

Fiat-Präsident John Elkann und Personen aus dessen engstem Umfeld hätten sich nun entschlossen, Arrivabene durch Binotto zu ersetzen, hatte die italienische Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» unter der Überschrift «Rote Revolution» geschrieben. Ferrari sprach von einer Entscheidung, die nach «langwierigen Diskussionen» im Zusammenhang mit Arrivabenes langfristigen persönlichen Interessen und denjenigen der Scuderia getroffen worden sei. Überraschend kommt sie nicht unbedingt, gegen Ende der vergangenen Saison wurde des Öfteren über einen Wechsel an der Spitze des Teams spekuliert. Arrivabene hatte sich dazu meist eher gelangweilt und genervt geäußert.

Zur Diskussion soll dem Bericht der «Gazzetta» zufolge auch Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri stehen. Arrivabene und der 63-Jährige arbeiteten früher zusammen für denselben Zigaretten-Hersteller.

Möglicherweise könnte nun auch die Rolle von Laurent Mekies im Ferrari-Team noch einmal überdacht werden. Er wurde bereits vor einiger Zeit vom Internationalen Automobilverband verpflichtet. Das Engagement des hochrangigen FIA-Angestellten hatte für Aufsehen gesorgt, da er durch seine ehemalige Tätigkeit auch weitreichende Einblicke in andere Teams hatte.

In der kommenden Saison soll der 41 Jahre alte Franzose nach bisheriger Planung eigentlich als Sportdirektor bei Ferrari arbeiten. Denkbar ist aber, dass der ehemalige Stellvertretende FIA-Rennleiter nun zum Technik-Direktor aufsteigen könnte.

Der Druck auf Ferrari ist auf jeden Fall enorm. Am 15. Februar wird der Rennstall den neuen Wagen für die kommende Saison vorstellen, in der nicht mehr der Finne Kimi Räikkönen, sondern der Monegasse Charles Leclerc an der Seite des viermaligen Weltmeisters Vettel starten wird. Was sich sonst noch verändert, wird sich zeigen. Saisonbeginn ist am 17. März im australischen Melbourne.



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