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Interview

Ralf Schumacher: Ferrari hat alle Wünsche von Vettel erfüllt

Melbourne (dpa) - Ralf Schumacher sieht Sebastian Vettel für den nächsten Titelanlauf in der Formel 1 gerüstet.

veröffentlicht am 12.03.2019 um 10:54 Uhr
aktualisiert am 12.03.2019 um 15:51 Uhr

Ralf Schumacher ist 2019 bei Sky als Co-Kommentar bei der Mehrzahl der Rennen am TV-Mikrofon. Foto: Rolf Vennenbernd

Autor:

Interview Christian Hollmann, dpa

«Sebastian hat schon immer gezeigt, wenn das Paket passt, kann er das Beste rausholen. Das traue ich ihm auf jeden Fall zu», sagte der 43 Jahre alte Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonauftakt beim Großen Preis von Australien in Melbourne am 17. März (6.10 Uhr MEZ/RTL und Sky). Der frühere Formel-1-Pilot Schumacher ist in diesem Jahr bei Sky als Co-Kommentar bei der Mehrzahl der Rennen am TV-Mikrofon.

Wen erwarten Sie in der neuen Saison vorn?

Ralf Schumacher: Im Moment sieht Ferrari sicher sehr stark aus. Mit Mercedes ist sowieso immer zu rechnen. Dafür ist zu viel Erfahrung und Grundspeed da. Große Hoffnungen habe ich, dass noch ein Dritter dazukommt. Wenn Honda einen guten Job gemacht hat, dann könnte Red Bull tatsächlich mit dabei sein. Red Bull ist eines der besten Teams, was das Auto betrifft, hat aber zuletzt unter der Motorsituation gelitten. Das sollte dieses Jahr anders sein.

Wie sehr sehen Sie Sebastian Vettel im fünften Ferrari-Jahr unter Druck, endlich den Titel zu gewinnen?

Schumacher: Man hat alles erfüllt, was er sich gewünscht hat. Ferrari hat sich für ihn positioniert, das ist für einen Fahrer sehr wichtig. Das war vorher der größte Fehler, den sie Mercedes gegenüber gemacht haben. Ich weiß gar nicht, ob der Druck wirklich so hoch sein muss. Sebastian hat schon immer gezeigt, wenn das Paket passt, kann er das Beste rausholen. Das traue ich ihm auf jeden Fall zu. Es könnte sein, dass er ein bisschen Druck von seinem neuen Teamkollegen bekommt. Der wird sicher auch Gas geben. Aber das kann der Situation auch helfen. Wenn man zwei hat, entwickelt man sich meistens schneller in die richtige Richtung.

Rechnen Sie damit, dass Lewis Hamilton sich auch nach fünf Titeln und einigen Bestmarken weiter motivieren kann?

Schumacher: Lewis ist schon jemand, der diese Rekorde weiter brechen möchte. Er weiß, dass er die Möglichkeit hat. Auch wenn er noch jung ist, weiß er, dass er das nicht ewig machen wird, also wird er alles daran setzen. Das sieht man auch an seinem ganzen Umfeld. Er konzentriert sich zu 100 Prozent, selbst wenn er so etwas wie eine Modelinie macht. Das finde ich auch sehr gut, weil wir endlich einen Fahrer haben, der die Formel 1 auch in Ländern bewirbt, in denen wir sonst sehr ruhig waren.

Was würde es für Sie bedeuten, wenn Hamilton die Rekorde Ihres Bruders Michael von sieben WM-Titeln und 91 Rennsiegen übertrifft?

Schumacher: Die Formel 1 wurde schon immer von Teams und Typen geprägt, die in ihrer Ära Außergewöhnliches geleistet haben. Das was Michael gemacht hat, war außergewöhnlich und wird immer außergewöhnlich bleiben. Ich gönne das dem Lewis. Aber selbst wenn er die Rekorde einstellt oder bricht, ändert das nichts an der Tatsache. Es ist eine andere Zeit und sind andere Möglichkeiten. Aber er muss das erstmal schaffen. Zwei Titel, das ist noch ein ganzes Stück. Vor allem wenn Ferrari die Aufgabe richtig macht und Red Bull noch das ein oder andere Mal dazu kommt, dann wird es nicht leicht für ihn.

ZUR PERSON: Ralf Schumacher (43) ist der jüngere Bruder des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher. Von 1997 bis 2007 bestritt er selbst 180 Grand Prix für Jordan, Williams und Toyota. Er ist Mitbetreiber eines Formel-4-Teams und künftig TV-Experte bei Sky.



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